Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Kreuzkräuter im Grünland –
Eine Herausforderung für Naturschutz und Landwirtschaft

In feuchten Wirtschaftswiesen und selten in Streuwiesen wird in den letzten Jahren vermehrt das Wasser-Kreuzkraut (Senecio aquaticus) wahrgenommen. Neben dem Wasser-Kreuzkraut (auch Greiskraut genannt) wachsen einige andere Kreuzkräuter (Senecio-Arten) in Bayern, beispielsweise das Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea) in etwas trockeneren Wiesen – auch in Viehweiden. In den Bergregionen wächst das Alpen-Kreuzkraut (Senecio alpinus) und entlang von Verkehrswegen breitet sich das Schmalblättrige Kreuzkraut (Senecio inaequidens) - ein aus Afrika eingewanderter Neophyt - aus.

Von Seiten der Landwirtschaft und des Naturschutzes werden die Vorkommen auf landwirtschaftlichen Produktionsflächen mit gewisser Sorge beobachtet, da diese Pflanzen Giftstoffe enthalten, welche sich auf die Nutztiere (besonders Rinder, Pferde) negativ auswirken können.
Es ist daher ein gemeinsames Anliegen, nach den Gründen einer Ausbreitung und nach Verdrängungsmethoden vornehmlich für das Wasserkreuzkraut zu suchen, ohne den naturschutzfachlichen Wert dieser teilweise sehr artenreichen Lebensräume zu schmälern , die teilweise auch nach§ 30 Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit Art. 23 des Bayerischen Naturschutzgesetzes geschützt sind.

Wasserkreuzkraut (Senecio aquaticus) Bild vergrössern Wasserkreuzkraut (Senecio aquaticus). (Foto: Dr. Andreas Zehm)
Blattrosette des Wasserkreuzkrautes Bild vergrössern Blattrosette des Wasserkreuzkrautes im April; Foto: Ulrich M. Sorg

Seit Juni 2018 untersucht die Technische Hochschule München in einem gemeinsamen Projekt des LfU und der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) Varianten, wie Wasser-Kreuzkraut in artenreichen Wiesen zurückgedrängt werden kann - möglichst ohne die Artenvielfalt insgesamt zu gefährden. Zentraler Ansatz ist ein „Ausdunkeln“ mit dem versucht wird durch späten Schnitt oder reduzierte Schnitthäufigkeit die Wasser-Kreuzkraut-Menge auf ein nutzbares Niveau abzusenken. Diese Untersuchung auf Probeflächen in Bayern und Baden-Württemberg ergänzt die seit 2017 laufenden Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Da die Untersuchung bis 2020 läuft, wurde im Vorfeld der Untersuchungen der derzeitige Kenntnisstand zu Wasser- und Jakobs-Kreuzkraut zusammengefasst und in zwei gemeinsamen Informationsblättern von LfU und LfL publiziert: