Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Kreuzkräuter im Grünland –
Eine Herausforderung für Naturschutz und Landwirtschaft

In feuchten Wirtschaftswiesen und selten in Streuwiesen tritt in den letzten Jahren vermehrt das Wasser-Kreuzkraut (Senecio aquaticus) auf. Neben dem Wasser-Kreuzkraut (auch Greiskraut genannt) wachsen einige andere Kreuzkräuter (Senecio-Arten) in Bayern, beispielsweise das Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea) in etwas trockeneren Wiesen – auch in Viehweiden. In den Bergregionen wächst das Alpen-Kreuzkraut (Senecio alpinus) und entlang von Verkehrswegen breitet sich das Schmalblättrige Kreuzkraut (Senecio inaequidens) - ein aus Afrika eingewanderter Neophyt - aus.

Von Seiten der Landwirtschaft und des Naturschutzes werden die Vorkommen auf landwirtschaftlichen Produktionsflächen mit gewisser Sorge beobachtet, da diese Pflanzen Giftstoffe enthalten, welche sich auf die Nutztiere (besonders Rinder, Pferde) negativ auswirken können.
Es ist daher ein gemeinsames Anliegen, nach den Gründen einer Ausbreitung und nach Verdrängungsmethoden vornehmlich für das Wasserkreuzkraut zu suchen, ohne den naturschutzfachlichen Wert dieser teilweise sehr artenreichen Lebensräume zu schmälern , die teilweise auch nach§ 30 Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit Art. 23 des Bayerischen Naturschutzgesetzes geschützt sind.

Wasserkreuzkraut (Senecio aquaticus) Bild vergrössern Wasserkreuzkraut (Senecio aquaticus). (Foto: Dr. Andreas Zehm)
Blattrosette des Wasserkreuzkrautes Bild vergrössern Blattrosette des Wasserkreuzkrautes im April; Foto: Ulrich M. Sorg

In einer im Herbst 2010 gegründeten "Senecio-Arbeitsgruppe" werden in Kooperation vom Bayerischen Landesamt für Umwelt, der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL – Institute für Agrarökologie und Herbologie), dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kaufbeuren, der Regierung von Schwaben (RvS), der Allgäuer Streueverwertung und mit dem Landratsamt Oberallgäu versucht, Managementmaßnahmen zu erarbeiten, wie das Wasser-Kreuzkraut in Feuchtwiesen verdrängt oder minimiert werden kann, bzw. wie mit belastetem Erntegut umzugehen ist.
Der Tiergesundheitsdienst, das staatliche Straßenbauamt, das Wasserwirtschaft und die Verbände für ökologischen Landbau sind auch in der Arbeitsgruppe; seit 2014 ist der Lehrstuhl für Lebensmittelsicherheit der LMU und das LfL-Institut für Tierernährung involviert.