Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Kleines Sumpfhuhn (Porzana parva)

Rote Liste Bayern:
Rote Liste Deutschland: Gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: günstig, in Bezug auf Status Rastvorkommen: günstig, in Bezug auf Status Durchzügler: günstig
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das kleine Verbreitungsareal des Kleinen Sumpfhuhns beschränkt sich auf Niederungsgebiete der Westpaläarktis mit Schwerpunkt im Osten Europas. In Mitteleuropa geschlossene Vorkommen lediglich in den Tiefebenen Polens und Nordostdeutschlands sowie im Pannonischen Becken.

Seit den 1950er Jahren kommt es in Bayern zu vereinzelten Brutnachweisen und immer wieder werden rufende Männchen bemerkt. Innerhalb des Wertungszeitraums konnte die Art nur lokal im Donautal östlich von Ingolstadt festgestellt werden. Vermutlich handelte es sich auch hier um ein unverpaartes Männchen.

Echte Brutnachweise sind nach wie vor sehr selten. Ein Gebiet mit regelmäßigem Vorkommen ist in Bayern nicht bekannt. Aus dem Kartierzeitraum liegen vier weitere Einzelmeldungen vor, welche entweder nicht der Seltenheitenkommission gemeldet, von dieser nicht anerkannt wurden oder außerhalb des Wertungszeitraums liegen.

Das Kleine Sumpfhuhn gilt in Bayern als vom Aussterben bedroht. Brutzeitbeobachtungen in West- und Mitteleuropa scheinen in den letzten Jahrzehnten, teils bedingt durch bessere Artkenntnis und gezielte Suche, in leichter Zunahme begriffen zu sein.

Insgesamt lässt sich aufgrund von unzureichender Erfassungsmethodik und der heimlichen Lebensweise der Art keine verlässliche Aussage über die mitteleuropäische Bestandsentwicklung treffen, was verstärkt durch die generelle Seltenheit auch für Bayern zutrifft. Dennoch ist mit unentdeckten Vorkommen in geeigneten Habitaten durchaus zu rechnen.

Brutbestand BY: 0-1 BP

Fundortkarte

Kleines Sumpfhuhn (Porzana parva)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5637 Hof
6025 Arnstein
6028 Gerolzhofen
6135 Creußen
6231 Adelsdorf
6331 Röttenbach
6629 Ansbach Nord
6735 Deining
6741 Cham West
7038 Bad Abbach
7040 Pfatter
7041 Münster
8042 Waging a.See
8141 Traunstein
8334 Kochel a.See
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Brütet vorwiegend in ausgedehnten Röhrichtbeständen, vorzugsweise wasserständiger Bestände und ebensolcher Verlandungsgesellschaften, v.a. in Schilf-, Rohrkolben-, Binsen- und Großseggenbeständen. Habitate mit kleinen Binnenwasserflächen werden bevorzugt.

Daher beziehen sich die meisten Brutzeitnachweise auf See- und Teichlandschaften mit ausgedehnten Schilfbereichen.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel, regelmäßiger, aber seltener Durchzügler.

Wanderungen: Durchzug MRZ bis MAI und JUL bis Anfang OKT.

Brut: Bodenbrüter, Nest gut versteckt auf umgeknickten Halmen oder Seggenbülten.

Brutzeit: Legeperiode von Anfang MAI bis Ende JUL

Tagesperiodik: Tagaktiv, Rufe in der Dämmerung und nachts.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Lebensraumverlust durch Grundwasserabsenkung, Entwässerung, Zerstörung von Schilf- und anderer Ufervegetation sowie durch Gewässerverschmutzung, Eutrophierung und Freizeitbetrieb.

Gebietsweise kann auch Schilfmahd eine Beeinträchtigung darstellen.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Erhaltung und Entwicklung von Schilfbestandenen Flachwasserbereichen an Stillgewässern. Beseitigung von Gehölzen (v.a. Weiden) in Schilfbeständen, Wiedervernässungsmaßnahmen bzw. Anheben des Grundwasserspiegels durch Entfernen von Drainagen oder Auffüllen bzw. Anstauen von (Entwässerungs-) Gräben.

Maßnahmen zur Entwicklung von Vitalschilfbeständen und ggf. Modellierungen an Uferbereichen zur Verbesserung der Profilstruktur (Abflachungen).

Vermeidung von Störungen an den Brutplätzen sowie an Rast- und Nahrungsflächen.

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