Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Lachmöwe (Larus ridibundus)

Rote Liste Bayern:
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: günstig, in Bezug auf Status Wintervorkommen: günstig
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das geschlossene Areal der Lachmöwe erstreckt sich von Frankreich, Großbritannien und Skandinavien bis E-Sibirien. Lückig brütet die Art auch in Südeuropa. -- In Bayern brütet Larus ridibundus (Linnaeus 1766).

Die Lachmöwe brütet lokal in allen Landesteilen Bayerns. Das Brutareal hat sich seit der Kartierung 1996-1999 verkleinert. Schwerpunkte der Brutvorkommen liegen am Altmühlsee, Mohrhof-, Charlottenhofer- und Rötelseeweihergebiet sowie an den Seen des südlichen Alpenvorlandes. Auffällige Verluste sind an den Seen im Ostallgäu, der Unteren Isar und an der ostbayerischen Donau zu verzeichnen.

Die aktuelle Bestandsschätzung liegt unter jener aus dem Erfassungszeitraum 1996-99. Die Populationsdynamik der Lachmöwe ist oft von Fluktuaktionen, häufigen Umsiedlungen, Neu- und Wiederbegründungen charakterisiert.

Brutbestand BY: 17.500-27.000 Brutpaare.

Fundortkarte

Lachmöwe (Larus ridibundus)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5627 Bad Neustadt a.d.Saale
5828 Stadtlauringen
5831 Seßlach
5832 Lichtenfels
5833 Burgkunstadt
5839 Schönberg
5927 Schweinfurt
5928 Obertheres
5929 Haßfurt
5931 Ebensfeld
5934 Thurnau
5938 Marktredwitz
5939 Waldsassen
6026 Werneck
6029 Knetzgau
6030 Eltmann
6031 Bamberg Nord
6038 Waldershof
6039 Mitterteich
6131 Bamberg Süd
6135 Creußen
6137 Kemnath
6226 Kitzingen
6227 Iphofen
6230 Höchstadt a.d.Aisch
6231 Adelsdorf
6232 Forchheim
6236 Eschenbach i.d.OPf.
6238 Parkstein
6326 Ochsenfurt
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6332 Erlangen Nord
6335 Auerbach i.d.OPf.
6338 Weiden i.d.OPf.
6430 Emskirchen
6431 Herzogenaurach
6437 Hirschau
6527 Burgbernheim
6528 Marktbergel
6531 Fürth
6532 Nürnberg
6536 Sulzbach-Rosenberg Süd
6537 Amberg
6539 Nabburg
6541 Tiefenbach
6627 Rothenburg ob der Tauber
6628 Leutershausen
6629 Ansbach Nord
6630 Heilsbronn
6632 Schwabach
6638 Schwandorf
6639 Wackersdorf
6640 Neunburg vorm Wald
6641 Rötz
6643 Furth i.Wald
6729 Ansbach Süd
6730 Windsbach
6731 Abenberg
6732 Roth
6734 Neumarkt i.d.OPf.
6738 Burglengenfeld
6741 Cham West
6742 Cham Ost
6828 Feuchtwangen Ost
6829 Ornbau
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6832 Heideck
6834 Berching
6841 Roding
6928 Weiltingen
6930 Heidenheim
6931 Weißenburg i.Bay.
6934 Beilngries
6938 Regensburg
6940 Wörth a.d.Donau
7031 Treuchtlingen
7040 Pfatter
7041 Münster
7042 Bogen
7129 Deiningen
7141 Straubing
7142 Straßkirchen
7232 Burgheim Nord
7236 Münchsmünster
7243 Plattling
7340 Dingolfing West
7341 Dingolfing Ost
7438 Landshut West
7527 Günzburg
7528 Burgau
7537 Moosburg a.d.Isar
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7627 Ichenhausen
7628 Jettingen
7637 Erding
7645 Rotthalmünster
7646 Würding
7726 Illertissen
7731 Mering
7736 Ismaning
7740 Ampfing
7743 Marktl
7745 Rotthalmünster Süd
7833 Fürstenfeldbruck
7834 München-Pasing
7930 Buchloe
7937 Grafing b.München
7942 Tittmoning
8029 Kaufbeuren-Neugablonz
8031 Denklingen
8032 Dießen a.Ammersee
8033 Tutzing
8034 Starnberg Süd
8039 Bad Endorf
8040 Eggstätt
8042 Waging a.See
8043 Laufen
8129 Kaufbeuren
8131 Schongau
8132 Weilheim i.OB
8133 Seeshaupt
8134 Königsdorf
8135 Sachsenkam
8137 Bruckmühl
8138 Rosenheim
8139 Stephanskirchen
8140 Prien a.Chiemsee
8141 Traunstein
8143 Freilassing
8227 Kempten (Allgäu)
8229 Marktoberdorf
8230 Lechbruck
8233 Iffeldorf
8238 Neubeuern
8240 Marquartstein
8324 Wangen im Allgäu West
8329 Nesselwang Ost
8330 Roßhaupten
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8424 Lindau (Bodensee)
8426 Oberstaufen
8429 Pfronten
8430 Füssen
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Die Brutplätze befinden sich meist auf schwer zugänglichen Inseln mit niedriger Vegetation in stehenden Gewässern oder auch am Außenrand von Verlandungszonen. Die Lage entspricht einem Schutzbedürfnis, da Kolonien auffällig sind und daher für Räuber anziehend wirken. Gegen Räuber aus der Luft ist die gemeinsame Feindabwehr äußerst effektiv. Räuberischen Säugetieren, die nachts in Kolonien eindringen könnten, hat die Lachmöwe aber wenig entgegenzusetzen.

Während der Brutzeit stellen Regenwürmer den Hauptteil der Nahrung. Kurzrasige Vegetation (gemähte Wiesen, frisch eingesäte Äcker) werden für die Nahrungssuche bevorzugt, wobei Pflügen oder Mähen die Zugänglichkeit zu dieser Nahrung verbessert. Der Brutzyklus der Lachmöwe ist gut mit dem derzeitigen jahreszeitlichen Verlauf der Landnutzung synchronisiert. Nahrungsflüge führen von der Kolonie bis zu 20 km ins Umland.

Der Gesamtbestand wird zu allererst durch die Verfügbarkeit an geeigneten Kolonieplätzen bestimmt, die offenbar begrenzt sind. An Kolonien mit sehr großem Raumangebot wird die Koloniegröße aber durch die Verfügbarkeit an Nahrung im Kolonieumfeld bestimmt.

Phänologie

Häufiger Brutvogel, Durchzügler und Wintergast, Teil- und Kurzstreckenzieher.

Wanderungen: Lachmöwen ziehen außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen durchs Land, wobei zwischen gerichtetem Zug und Herumstreifen auf Nahrungssuche nicht immer leicht zu unterscheiden ist.

Brut: Bodenbrüter, Nest teils auf kahlem Boden, meist aber in Vegetation (Knickschilf, Bulten, Schwimmblattflächen etc.), Legeperiode von Ende APR bis Mitte JUN, hauptsächlich MAI -- Brutzeit: MRZ/APR bis JUL, bei Nachgelegen später.

Tagesperiodik: Tagaktiv, in den Brutkolonien auch nachtaktiv.


Rastzeit-Diagramm
Relative Häufigkeit der Art in Bayern während der Wintermonate.

Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Die Lachmöwe ist in Bayern nicht gefährdet. In Deutschland ist es aber insgesamt zu Abnahmen gekommen.

Gefährdungsursachen sind:

Verlust oder Entwertung von störungsfreien, vegetationsarmen Inseln und Verlandungsbereichen als Brutplatz (z.B. Sukzession).

Störungen an den Brutplätzen (Mitte APR bis JUL) (z.B. Angeln, Bootsverkehr). An ihren Brutplätzen sind Lachmöwen sehr störungsempfindlich.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Erhaltung und Entwicklung von störungsfreien, vegetationsarmen Inseln und Verlandungsbereichen an Stillgewässern (z. B. Abgrabungsgewässer).

Vermeidung von Störungen an den Brutplätzen (Mitte APR bis JUL) (u. a. Lenkung der Freizeitnutzung im Bereich der Brutkolonien).

Bei Windenergienanlagen: Prüfbereich von 1.000 m um bekannte Neststandorte; Prüfbereich von 4.000 m für regelmäßig aufgesuchte Nahrungshabitate um geplante Windenergienanlagen, innerhalb derer zu prüfen ist, ob und in welchem Umfang die Zugriffsverbote nach § 44 Abs. 1 BNatschG erfüllt sind.

Sonstige Hinweise

Bedeutende Gewässer für die Lachmöwe:

Nach aktuellen Daten von Wetlands International 2006, die Gebiete können sich bei neuer Datengrundlage ändern.

Brut:

Internationale Bedeutung:> 4 700 Ind.Altmühlsee (1,8 % des internationalen Bestandes).

Nationale Bedeutung:> 2 720 Ind.Rötelseeweiher u. angrenz. Regenfluß, Eschenbacher Weihergebiet.

Landesweite Bedeutung:> 500 Ind. Donau: km 2246-2405, Inn: Stausee Egglfing-Obernberg, Schwäbisches Donaumoos.

Ergänzende Informationen

Wahl, J., S. Garthe, T. Heinicke, W. Knief, B. Petersen, C. Sudfeldt & P. Südbeck 2007: Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. Ber. Vogelschutz 44: 83-105.

Wahl, J. & T. Heinicke 2013: Aktualisierung der Schwellenwerte zur Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. Ber. Vogelschutz 49/50: 85-97.

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