Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Sumpfschildkröte (Emys orbicularis)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Vom Aussterben bedroht
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/schlecht
Erhaltungszustand Alpin:
423777
Foto: Erich Thielscher

Verbreitung und Bestandssituation

Die Art ist vorwiegend im Süden und Osten Europas verbreitet.

In Deutschland gibt es autochthone Restvorkommen im Nordosten sowie möglicherweise im Rhein-Main-Gebiet und in Oberschwaben. Vielfach wurden auch südeuropäische Tiere eingeschleppt, die aber anderen Haplotypen angehören.

In Bayern ergaben genetische Untersuchungen, dass es sich bei den meisten Funden um allochthone bzw. hybridisierte Individuen handelte. Nur einzelne Tiere hatten weniger als 10% Anteil anderer Genotypen und könnten damit als möglicherweise heimisch gelten.

Nach wie vor ist unklar, ob die Art in Bayern heimisch ist.

Fundortkarte

Sumpfschildkröte (Emys orbicularis)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5832 Lichtenfels
5833 Burgkunstadt
5923 Rieneck
5929 Haßfurt
5931 Ebensfeld
6020 Aschaffenburg
6022 Rothenbuch
6035 Bayreuth
6131 Bamberg Süd
6221 Miltenberg
6231 Adelsdorf
6431 Herzogenaurach
6432 Erlangen Süd
6929 Wassertrüdingen
6935 Dietfurt a.d.Altmühl
7030 Wolferstadt
7136 Neustadt a.d.Donau
7137 Abensberg
7527 Günzburg
7531 Gersthofen
7542 Eggenfelden
7543 Pfarrkirchen
7631 Augsburg
7635 Haimhausen
7734 Dachau
7827 Babenhausen
8033 Tutzing
8035 Sauerlach
8132 Weilheim i.OB
8133 Seeshaupt
8136 Holzkirchen
8243 Bad Reichenhall
8332 Unterammergau
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Europäische Sumpfschildkröten leben bevorzugt in kleineren, in der Regel von Wäldern umschlossenen Stillgewässern (Altwässer, Weiher, Teiche) und an langsam fließenden Flussabschnitten. Erforderlich sind sowohl vegetationsfreie, sonnige Ufer als auch gut besonnte und damit sich schnell erwärmende Flachwasserzonen sowie viel Unterwasser-, Schwimmblatt- und Ufervegetation,.

Reich strukturierte Gewässer dienen den erwachsenen Tieren sowohl zur Überwinterung als auch zur Paarung.

Europäische Sumpfschildkröten sind bei uns meist zwischen Ende März und September aktiv. Vormittags sonnen sie sich gerne, bevorzugt auf Totholz. Als Nahrung dienen vor allem Würmer, Wasserschnecken, Muscheln, Gliederfüßler, seltener Fische, Amphibien sowie deren Laich und Larven, aber auch (Wasser-) Pflanzen.

Nach der Paarung im Frühjahr legen die Weibchen zwischen Ende Mai und Juli, Eier ab. Um an geeignete, schütter bewachsene, sonnige und sandige bis steinige, nicht staunasse Stellen (z. B. Binnendünen, sandige Waldränder) zu gelangen, legen die Tiere teilweise lange Strecken über Land zurück. Die Jungtiere schlüpfen meist noch im Herbst, bleiben aber bis zum nächsten Frühjahr in der Gelegehöhle. Sumpfschildkröten wachsen bis zum Erreichen der Geschlechtsreife mit etwa sechs bis zehn Jahren und können bis zu 100 Jahre alt werden.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Veränderung von Gewässerufern und -rändern, auch durch Trittbelastung von Menschen oder (Nutz-) Tieren
  • Nutzungsänderungen in Land- und Forstwirtschaft, insbesondere Beseitigung bzw. Veränderung vegetationsarmer Trockenstandorte der Eiablageplätze
  • Freizeitnutzung in Verbindung mit Störungen bisher ruhiger Landschaftsteile
  • Schadstoffeinträge und Nährstoffanreicherung in den Gewässern
  • Zerschneidung von Lebensräumen (verbunden mit Individuenverlusten durch Straßenverkehr)
  • Aussetzung gebietsfremder Tiere aus Terrarienhaltung

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Wiederherstellung der Gewässerdynamik in Auen

Ergänzende Informationen

Fritz, U. (2001): Emys orbicularis Europäische Sumpfschildkröte. In: Böhme, W.: Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas - Bd. 1: - Wiesbaden (AULA-Verlag) S. 343-516

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