Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Haselhuhn (Bonasa bonasia)

Rote Liste Bayern: Gefährdet
Rote Liste Deutschland: Stark gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin: In Bezug auf Status Brutvorkommen: günstig

Verbreitung und Bestandssituation

Das Artareal erstreckt sich mit Schwerpunkt im borealen Nadelwaldgürtel von Mitteleuropa und Skandinavien bis Japan. -- In den bayerischen Alpen brütet Tetrastes bonasia styriaca (v. Jordans & Schiebel 1944), nördlich der Donau Tetrastes bonasia rupestris (C. L. Brehm 1831).

Das Haselhuhn ist in Bayern regional verbreitet. Im Vergleich zum Kartierzeitraum 1996-99 hat sich das Brutareal nicht wesentlich verändert. Verbreitungsschwerpunkte sind der Bayerische Wald (z.T. reichen die Vorkommen bis an den Gebirgsfuß im Donautal) und die Alpen. Lücken innerhalb dieser Kerngebiete dürften der Erfassungsmethodik geschuldet sein.

Im Voralpinen Hügel- und Moorland kamen einige Fundorte hinzu, dagegen fehlen neue Meldungen aus der Frankenalb. Weitere isolierte Vorkommen in der Rhön und im Nürnberger Reichswald konnten sich halten.

Die aktuelle Bestandschätzung liegt unter jener aus dem Zeitraum 1996-99, jedoch ist eine quantitative Bestandsermittlung bei dieser sehr unauffälligen Art schwierig. Im NP Bayerischer Wald ist die Entwicklung rückläufig, auch Deutschandweit wird ein Rückgang angenommen.

Brutbestand BY: 750-1200 Brutpaare.

Fundortkarte

Haselhuhn (Bonasa bonasia)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5625 Wildflecken
5725 Stangenroth
5824 Gräfendorf
5923 Rieneck
5934 Thurnau
5938 Marktredwitz
6034 Mistelgau
6039 Mitterteich
6040 Neualbenreuth
6331 Röttenbach
6335 Auerbach i.d.OPf.
6432 Erlangen Süd
6433 Lauf a.d.Pegnitz
6441 Eslarn
6532 Nürnberg
6533 Röthenbach a.d.Pegnitz
6534 Happurg
6632 Schwabach
6633 Feucht
6732 Roth
6733 Allersberg
6735 Deining
6741 Cham West
6742 Cham Ost
6743 Neukirchen b.Hl.Blut
6837 Kallmünz
6841 Roding
6843 Kötzting
6844 Lam
6845 Bayerisch Eisenstein
6932 Nennslingen
6937 Laaber
6941 Stallwang
6942 Sankt Englmar
6943 Viechtach
6944 Bodenmais
6945 Zwiesel
6946 Hirschbach
7043 Ruhmannsfelden
7044 Regen
7045 Frauenau
7046 Spiegelau
7047 Finsterau
7144 Lalling
7145 Schöfweg
7146 Grafenau
7147 Freyung
7148 Bischofsreut
7246 Tittling
7248 Jandelsbrunn
7347 Hauzenberg
7447 Obernzell
8136 Holzkirchen
8142 Teisendorf
8231 Peiting
8232 Uffing a.Staffelsee
8236 Tegernsee
8237 Miesbach
8239 Aschau i.Chiemgau
8240 Marquartstein
8241 Ruhpolding
8242 Inzell
8243 Bad Reichenhall
8326 Isny im Allgäu Süd
8330 Roßhaupten
8331 Bad Bayersoien
8332 Unterammergau
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8335 Lenggries
8336 Rottach-Egern
8337 Josefsthal
8338 Bayrischzell
8339 Oberaudorf
8340 Reit im Winkl
8341 Seegatterl
8342 Schneizlreuth
8343 Berchtesgaden West
8424 Lindau (Bodensee)
8426 Oberstaufen
8427 Immenstadt i.Allgäu
8428 Hindelang
8429 Pfronten
8430 Füssen
8431 Linderhof
8432 Oberammergau
8433 Eschenlohe
8434 Vorderriß
8435 Fall
8442 Hirschbichl
8443 Königssee
8444 Hoher Göll
8526 Balderschwang
8527 Oberstdorf
8528 Hinterstein
8531 Zugspitze
8532 Garmisch-Partenkirchen
8533 Mittenwald
8534 Östl. Karwendelspitze
8626 Hoher Ifen
8627 Einödsbach
8628 Hochvogel
8727 Biberkopf
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Im Sommerhalbjahr bilden deckungsreiche Nadel- und Mischwälder der Montan- bis Subalpinstufe, seltener reine Laubwälder der Collinstufe, mit Lücken und Blößen, die eine ausreichende Krautschicht mit Hochstauden und Beerensträuchern bieten, geeignete Lebensräume. Für das Winterhalbjahr ist ein hoher Anteil an Erlen, Birken, Espen, Vogelbeerbäumen oder Weiden (seltener Weißdorn, Heckenrose, auch Jungbuchen) zur Aufnahme von Knospen und Kätzchen von Bedeutung. Ein gutes Deckungsangebot gilt als essentielles Habitatkriterium (meist Koniferen, auch Weißdorn, Hainbuche mit Dürrlaub), speziell im Winter. Neben primären Lebensräumen mit meist abwechslungsreicher Mosaikstruktur, besiedelt das Haselhuhn anthropogene Waldstrukturen mit z.T. großem Erfolg (speziell Niederwald, lockerer Dauerwald, Pionierwald nach Brand oder Kahlschlag, gebüschreiche Waldränder). Herbstbalz (Revierabgrenzung und Paarbildung) von Ende AUG bis Ende OKT; im Herbst und Winter gelegentlich kleine Gruppierungen.

Phänologie

Seltener Brut- und Jahresvogel.

Wanderungen: Standvogel.

Brut: Bodenbrüter; Revierbesetzung von MRZ bis MAI, Nest in flacher, gedeckter Bodenmulde, Legeperiode APR bis MAI. -- Brutzeit: APR bis JUL/AUG.

Tagesperiodik: Tagaktiv, hauptsächlich morgens und nachmittags.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Das Haselhuhn ist in Bayern eine Art der Vorwarnliste und im Tertiären Hügelland/Schotterplatten bereits verschwunden.

Die Art ist durch Biotopverlust inklusive Fragmentierung und Verinselung bedroht.

Lokal ist der Rückzug aus Gebieten mit zunehmenden Störungen (auch wachsendem Verkehrslärm) zu vermuten. Überhöhte Wildbestände können lokal das Aufkommen von den so wichtigen Pioniergehölzen (v.a. auf Sukzessionsflächen nach Windwurf- und Borkenkäferereignissen, aber auch in Bestandslücken in geschlossenen Wäldern) behindern.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Begünstigung von Weichlaubholz und Pioniergehölzen (speziell Erlen, Birken, Weiden) auf Sukzessionsflächen; bevorzugt im Uferbereich von Bergbächen und Kleingewässern.

Entwicklung deckungs- und unterholzreicher Laubmischwälder und Jungwaldstadien (z.B. Fortführung historischer Waldnutzungsformen wie Niederwaldnutzung). Vermeidung von Störungen zur Brutzeit, z.B. durch Besucherlenkung (Wegegebot). Trennung von Winterhabitaten und Wintersport. Bei Windenergienanlagen: Prüfbereich von 1.000 m um bekannte Neststandorte, innerhalb dessen zu prüfen ist, ob und in welchem Umfang die Zugriffsverbote nach § 44 Abs. 1 BNatschG erfüllt sind.

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