Fischotter; Foto: Astrid Brillen - piclease
2018
BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN)

Biodiversitäts-Projekt „Raritäten im Blick: Potentialanalyse von Flächen im Eigentum von Naturschutzverbänden, hier des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) für den botanischen Artenschutz“ (einschließlich Hinweisen zur Pflege und Entwicklung)

Unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), 38 S., München. 8 Anhänge: Einzelgutachten.

Artengruppe:
Gefäßpflanzen
Stichwörter:
Raritäten Flora, Bayern, botanischer Artenschutz, Pflegeflächen, Prioritätensetzung
Landkreis(e):
Bayern
Auftraggeber:
LfU
Landkreise: Bayern

Zusammenfassung:

Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. kauft seit fast 100 Jahren Flächen in Bayern an, um botanisch bzw. zoologisch wertvolle Lebensräume, bestimmte Arten oder durch Zerstörungen gefährdete Landschaften zu schützen und in ihrer ökologischen Wertigkeit zu optimieren. Im Rahmen des Biodiversitätsprojektes „Raritäten im Blick: Potentialanalyse von Flächen im Eigentum von Naturschutzverbänden, hier des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) für den botanischen Artenschutz“ erfolgte eine Analyse der Eigentumsflächen des BN im Hinblick auf das Vorkommen von Arten der botanischen Prioritätenliste des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (2010). Für ausgewählte Flächen mit Datendefizit wurden aktuell botanische Kartierungen durchgeführt. Dabei wurde einerseits der Pflegezustand beurteilt und für einige Flächen Hinweise zur Optimierung von Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen gegeben, in einigen Fällen auch unter Einbeziehung von älteren Bestandsdaten. Potentiale für den botanischen Artenschutz wurden bewertet. Für primär für andere Zwecke angekaufte Flächen (Moorschutz/ KLIP) wurden Maßnahmenvorschläge aus Sicht des botanischen Artenschutzes erarbeitet. Insgesamt kommen auf den ca. 2.240 ha Eigentumsflächen des BN insgesamt 92 bayernweit prioritäre Pflanzensippen vor (Datenstand ASK 2018). Darunter befinden sich zahlreiche Einzelvorkommen, aber auch bayernweit bedeutsame Bestände. Im Rahmen der Überprüfung im Gelände wurden auf ca. 120 ha Fläche, darunter Eigentums-, Pacht- und über Vereinbarungen betreute Flächen, die Pflanzenarten erfasst, soweit möglich mit früheren Daten abgeglichen, der aktuelle Pflegezustand bewertet und ggf. Optimierungsvorschläge erarbeitet. Dabei wurde ein Schwerpunkt auf, die auf diesen Flächen vorkommenden bayernweit prioritäre Pflanzensippen (Carex hartmanii, Dianthus gratianopolitanus, Diphasiastrum zeilleri, Eriophorum gracile, Hieracium pallescens schuwerkii, Hydrocharis morsus-ranae, Laserpitium prutenicum, Lathyrus palustris, Minuartia hybrida, Minuartia setacea, Sorbus franconica, S. pseudothuringiaca, Stipa pulcherrima ssp pulcherrima, Taraxacum reichlingii, Tephroseris helenitis, Trifolium spadiceum, Viola pumila), aber auch weitere wertgebende Pflanzenarten (Arten der Roten Liste, regional bedeutsame Arten) gelegt. Im Ergebnis konnte für zahlreiche Flächen ein guter Pflegezustand und ein guter Bestand der wertgebenden Arten festgestellt werden, so dass die Fortführung der bisherigen Maßnahmen empfohlen wird. Jedoch wurden auch für etliche Teilflächen Modifizierungen der bestehenden Pflege- bzw. Nutzungs-Maßnahmen vorgeschlagen. Diese bestehen vielfach aus einer vorgeschlagenen partiellen Erhöhung der Mahd-Häufigkeit oder einer Ausweitung von Streifen-Mahd oder stärkeren Entbuschung, um einer zunehmenden Eutrophierung, Ruderalisierung, Verschilfung oder Verbuschung entgegen zu wirken. Da gerade die Eutrophierung oder Verschilfung auch durch die Umgebung der Flächen beeinflusst wird, werden auch Verbesserungen des Wasserhaushaltes (Wiedervernässung) und eine Reduzierung der Nährstoffeinträge aus dem Umfeld vorgeschlagen. Für die mit Klimaschutzmitteln (KLIP) angekauften Flächen im Landkreis Freyung-Grafenau handelt es sich um Maßnahmen zur besseren Berücksichtigung botanischer Zielsetzungen. Für bisher primär für Ziel-Tierarten gepflegte Flächen im Landkreis Cham wird ein auch aus botanischer Sicht abgestimmtes künftig differenzierteres Pflegekonzept vorgeschlagen. Nur für einzelne Flächen, wie z.B. eine Nasswiese im Landkreis Donau-Ries, wird eine Überprüfung des Zielzustandes angeregt, wenn erkennbar ist, dass der bisher angestrebte Zielzustand nicht erreichbar ist. Ebenefalls nur auf einzelnen Flächen wird eine verstärkte Reduzierung von Neophyten als nötig erachtet (z.B. Impatiens glandulifera, auf Flächen im Landkreis Donau-Ries, z.B. Prunus serotina und Lupinus polyphyllus auf Flächen im Landkreis Hof).
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