Wasserstand und Abfluss

Eine der Grundlagen für alle wasserwirtschaftlichen und wasserbaulichen Planungen und Maßnahmen ist die genaue Kenntnis des zeitlichen Verlaufs von Wasserstand und Abfluss in den oberirdischen Gewässern. Der Abfluss wird aus den an Ort und Stelle gemessenen Wasserständen ermittelt und die so gewonnenen Daten statistisch verarbeitet.

Landesmessnetz Wasserstand und Abfluss

Einführung

Das Landesmessnetz Pegel umfasst derzeit ca. 600 Messstellen. Es ist entsprechend der Bedeutung und Funktion von Gewässer und Pegel in die Kategorien A und B eingeteilt.

Bayernkarte mit der Übersicht der Stützpegel. Bild vergrößern Übersichtskarte der Stützpegel (Stand 10/2006)

A-Pegel (Stützpegel) sind die wichtigsten rund 200 Pegel in Bayern. Sie haben die Aufgabe, verlässliche und qualitativ hochwertige Wasserstände bzw. Abflüsse zu liefern, die den Nutzern rasch und sicher zur Verfügung stehen. Sie stehen an den für die Gewässer wichtigen Stellen, z.B. vor und nach Einmündungen, und sind Zeigerpegel für ihr Einzugsgebiet. Außerdem werden die Wasserstände an den 6 wichtigsten Seen registriert.

B-Pegel sind die übrigen rund 400 Pegel des Landesnetzes, deren Daten für gewässerkundliche Aufgaben benötigt werden. Davon stehen derzeit 21 Pegel an weiteren Seen und Speicherseen in Bayern.

Zusätzlich werden von den Wasserwirtschaftsämtern an Pegeln in Sondernetzen Wasserstände und Abflüsse für fachspezifische bzw. örtliche Fragestellungen erfasst. Diese Messstellen sind als C-Pegel eingestuft.

Messstellenliste des Landesmessnetzes

Auswertung und Veröffentlichung

Die Daten von ausgewählten Pegeln der Flussgebiete werden im Deutschen Gewässerkundlichen Jahrbuch veröffentlicht.

Messtätigkeit

An den Pegeln der Fließgewässer können nur die Wasserstände kontinuierlich registriert werden, in wenigen Fällen auch die Fließgeschwindigkeiten des Gewässers. Die Abflüsse müssen über Abflusskurven (Beziehung zwischen Wasserstand und Abfluss) errechnet werden. Infolge der sich verändernden Fließverhältnisse an den Gewässern (Bewuchs, Eintiefungen, Auflandungen usw.) können sich die Abflusskurven ständig ändern.

Die Wasserstände der Fließgewässer und Seen werden an Pegeln kontinuierlich registriert. Die Pegel werden von den Wasserwirtschaftsämtern betrieben.

Die Wasserstände werden in der Regel als digitale Messdaten an den Pegeln registriert. Die Messstellen sind mit Datensammler und überwiegend mit Datenfernübertragung ausgestattet. Abflüsse an diesen Pegeln werden über vorgegebene Abflusskurven sofort als Rohwerte ermittelt.