Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Methode - Übersichtskarte 1:500.000

Die Arbeiten zur Erstellung einer PNV-Übersichtskarte von Bayern stehen in Zusammenhang mit dem entsprechenden Projekt einer Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland (vgl. SCHRÖDER 1999). Nach damaligem Stand sollte die PNV der Bundesrepublik im Maßstab 1:500.000 in fünf Großblättern nach einer einheitlichen Legende dargestellt werden. Nach aktuellem Stand sind nun 6 nahezu gleich große Teilblätter vorgesehen. Der Freistaat Bayern umfasst dabei den größten Teil von Teilblatt 6.

Blattschnitt der PNV-Übersichtskarte 1:500.000 von Deutschland. Dieses ist in 6 gleiche Abschnitte gegliedert. Bild vergrößern Blattschnitt der PNV-Übersichtskarte 1:500.000 von Deutschland

Die Arbeiten zum vorliegenden Projekt wurden unter Federführung des BfN in Zusammenarbeit mit dem bayerischem LfU und der LWF vom Institut für Vegetationskunde und Landschaftsökologie (IVL) in Hemhofen durchgeführt.

Das ursprüngliche Konzept sah eine schrittweise Bearbeitung von Feldkarten im Blattschnitt und Maßstab der TK 50 über einen Zwischenmaßstab 1:200.000 bis zum Endmaßstab 1:500.000 vor (BUSHART & MICHIELIN 1994). Aus organisatorischen Gründen mussten aber unterschiedliche Datenquellen ausgewertet und unter einheitlichen Gesichtspunkten zusammengefasst werden:

Die fränkischen Anteile der Topographischen Übersichtskarte 1:200.000 (TÜK 200) CC 5518 Fulda wurden der Darstellung aus BOHN (1981) übernommen und dem Übersichtsmaßstab angepasst.

Im Bereich der Topographischen Übersichtskarte 1:200.000 (TÜK 200) Blatt CC 6318 Frankfurt a.M.-Ost und CC 7118 Stuttgart-Nord wurde die PNV im Rahmen eines F+E-Vorhabens schon 1993-1994 von IVL (Bearbeiter: Dr. R. Suck, M. Bushart, K. Michielin, M. Zagel) weitgehend im Gelände aufgenommen. Für das TK 50-Blatt L6320 Miltenberg wurde ein Entwurf der BFANL übernommen und eingearbeitet; die Grenzbereiche im Taubergebiet orientieren sich an der Karte von PHILIPPI (1983b). Die Kartierung wurde für den Maßstab 1:200.000 generalisiert und für die vorliegende Übersichtskarte noch einmal überarbeitet.

Grundlage der Blätter CC 6326 Bamberg p.p. (südlich des Mains) und CC 7126 Nürnberg (Nordteil) sind Geländeaufnahmen und Auswertungen von BUSHART (n.p.). Aus den dort gesammelten Erfahrungen wurde die Geologie-Relief-Methode entwickelt (s.u.). Der Südosten des Kartenblattes CC 7126 (Frankenalb mit Altmühltal) wurde nach BFANL-Vorlagen umgesetzt.

Die Grundlage für die Blätter CC7926 Augsburg und CC 7934 München bilden Entwürfe zur Bodenkundlichen Übersichtskarte 1:200.000 (BÜK 200) des Bayerischen Geologischen Landesamtes, die digital zur Verfügung gestellt wurden. Die bodenkundlichen Kartiereinheiten wurden in PNV-Einheiten uminterpretiert (IVL; M. Bushart und Dr. R. Suck), wobei starke Zusammenfassungen notwendig waren. Der Grenzabgleich zu den übrigen Kartenblättern gestaltete sich aus konzeptionellen Gründen sehr anspruchsvoll.

Im restlichen Kartiergebiet wurde die Geologie-Relief-Methode angewendet: In einem ersten Arbeitsschritt wurden den petrographischen Einheiten der Geologischen Übersichtskarte 1:200.000 (GÜK 200) PNV-Einheiten zugeordnet. Im zweiten Arbeitsschritt wurden diese Einheiten nach Exposition (sonnig / schattig) und Relief (Hang / Verebnungen) modifiziert. Hierbei kam das Digitale Höhenmodell für Bayern (DHM) zur Anwendung.

Die nach PNV modifizierten Einheiten der GÜK 200 wurden im Geographischen Informationsystem (GIS) mit dem DHM überlagert. Daraus wurden Modellkarten der PNV im Maßstab und Blattschnitt der TK 50 erstellt, welche die wichtigsten PNV-relevanten Standortsparameter in einer Kartengrundlage vereinen. Den so ermittelten Flächeneinheiten wurden modellhaft PNV-Einheiten zugewiesen. Dazu wurden v.a. bodenkundliche, standortkundliche und naturräumliche Grundlagendaten ausgewertet. Die Zuordnung der PNV-Einheiten erfolgte unter Berücksichtigung der aktuellen vegetationskundlichen Fachliteratur. Das Konzept wurde mit der projektbegleitenden Arbeitsgruppe diskutiert und auch in einigen Geländetreffen abgestimmt.

Die so modellierte PNV wurde anschließend im Gelände stichprobenartig überprüft und ggf. modifiziert. Das Ergebnis sind inhaltlich abgestimmte PNV-Grundkarten im Maßstab 1:50.000 (vergleichbar den "Feldkarten" der Geländeaufnahme). Von diesen wurden die Grenzverläufe der PNV-Einheiten auf Folien gezeichnet, diese gescannt und anschließend digitalisiert. Die daraus generierten digitalen TK 50-PNV-Karten dienen als Grundlage für die Montage und Umsetzung in die Übersichtsmaßstäbe.

Nach dieser Methode bearbeitet wurden folgende TÜK 200:

  • Blatt CC 5526 Erfurt und CC 5534 Zwickau (bayerische Anteile) im Zuge des Grenzabgleiches zur PNV-Karte Thüringen (BUSHART & SUCK 2008): Bearbeiter Dr. R. Suck
  • Blatt CC 6326 Bamberg p.p. und CC 8718 Konstanz (bayerischer Anteil): Bearbeiter Dr. R. Suck
  • Blatt CC 6334 Bayreuth: Bearbeiter M. Scheuerer, Dr. R. Suck
  • Blatt CC 7134 Regensburg, CC 7142 Deggendorf, CC 7942 Passau: Bearbeiter M. Scheuerer
  • Blatt CC 8726 Kempten, CC 8734 Rosenheim, CC 8742 Bad Reichenhall: Bearbeiter R. Urban

Im Westen wurden die Grenzverläufe mit den Ergebnissen des Teilprojektes "Baden-Württemberg" (SUCK & al. 2003) abgeglichen.

Im Ergebnis lagen für das gesamte Gebiet des Freistaates Bayern digitalisierte PNV-Grundkarten im Maßstab 1:50.000 vor. Sie wurden im GIS zusammengefügt (montiert) und für eine erste Übersicht auf den Endmaßstab 1:500.000 verkleinert. Dieses Zwischenergebnis wurde mit der projektbegleitenden Arbeitsgruppe intensiv diskutiert.

PNV-Übersichtskarte 1:500.000 von Bayern. Darauf ist in verschiedenen Farben gekennzeichnet, wer welche Abschnitte erfasst hat. Bild vergrößern Bearbeiter der PNV-Grundentwürfe 1:50.000

Danach wurde ein Zwischenmaßstab 1:300.000 erstellt. Über diese Arbeitskarten wurde eine Folie gelegt und, unter Berücksichtigung der in der Arbeitsgruppe erarbeiteten Verbesserungsvorschläge, manuell eine generalisierte Fassung gezeichnet. Diese Folien wurden wiederum gescannt und neu digitalisert. Nach Verkleinerung entstand daraus der erste echte Arbeitsentwurf der Übersichtskarte 1:500.000. Er wurde umfassenden Überprüfungen und Fehlerkontrollen unterzogen.
Weitere zahlreiche Verbesserungsvorschläge wurden eingearbeitet, bis die endgültige Version vorlag.