Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Historie

Eine erste landesweite "Übersichtskarte der natürlichen Vegetationsgebiete" im Maßstab 1:500.000 wurde von SEIBERT (1968) vorgestellt. Als Basis diente die Bodenkundliche Übersichtskarte von Bayern, deren Abgrenzungen weitgehend übernommen wurden. Den Bodeneinheiten wurde die jeweilige PNV zugeordnet, wobei die "Bodeneinheit in klimatisch und nach der Höhenlage verschiedenen Gebieten anders übersetzt werden musste" (JANSSEN & SEIBERT 1991: 166). Diese Karte war bewusst auch als Diskussionsgrundlage gedacht und hat in den Folgejahren die PNV-Forschung in Bayern maßgeblich beeinflusst.

Als Baustein für die von der damaligen Bundesanstalt für Vegetationskunde, Naturschutz und Landschaftspflege (später BFANL, heute BfN) geplante bundesweite PNV-Kartierung wurden in den 1960er Jahren die TK 25 (Topographische Karte 1:25.000, "Messtischblatt") Blätter 7432 Pöttmes und 7433 Schrobenhausen aufgenommen, von denen das letztgenannte im Maßstab 1:25.000 publiziert wurde (RODI 1975).

Für das östliche Mittelfranken erarbeitete HOHENESTER (1978a) eine PNV-Karte im Maßstab 1:200.000. Ausgehend von der aktuell vorherrschenden Kiefernbestockung wurden Kiefern-Eichenwälder als vorherrschende PNV des Gebietes dargestellt. Auf denselben Autor geht die PNV-Karte in NEZADAL (1985) zurück, die die westlich anschließenden Bereiche des mittelfränkischen Beckens behandelt. Der nordwestliche Steigerwald war das Thema der Abhandlung von WELSS (1986), die auf den Ergebnissen der Untersuchung der Waldgesellschaften dieses Gebietes beruht (WELSS 1985).

Eine grob-schematische Übersicht über die Verhältnisse in Oberfranken gibt TÜRK (1993b). Die PNV-Karte des Sanddünengebietes bei Altdorf (BUSHART & al. 1994) war Nebenergebnis einer naturschutzfachlichen Grundlagenarbeit für diesen Bereich. Für die TK 25 Blatt 6434 Hersbruck, die bereits 1979 von MERKEL vegetationskundlich eingehend erforscht worden war (incl. PNV-Karte), legte LINDACHER (1996) eine weitere Untersuchung vor.

Für das untere Inntal zwischen Simbach/Braunau und Neuhaus/Schärding erarbeitete CONRAD-BRAUNER (1994) eine PNV-Karte im Maßstab 1:50.000 auf Basis eingehender Vegetationsstudien und Detailkarten der realen Vegetation.

Auf das Projekt der Transektkartierung wird auf einer weiteren Unterseite gesondert eingegangen.

Darüber hinaus liegen auch einige unveröffentlichte PNV-Karten vor, deren Ergebnisse ausgewertet wurden und in das vorliegende Kartenwerk eingeflossen sind:

  • BFANL (o.J.): Manuskriptkarten 1:25.000 v.a. im Bereich südl. Frankenalb / Altmühltal und Frankenhöhe / Windsheimer Bucht (vgl. SCHRÖDER 1984)
  • BRUNNER (1990): Sebalder Reichswald bei Nürnberg
  • SUCK & GUTSCHE (1990): Schwarze Berge (Rhön)
  • BUSHART (1991): Bayerische Salzachauen zwischen Saalachmündung und Mündung der Salzach in den Inn (vgl. BUSHART & al. 2000)
  • REICHE (1992): Röttenbacher Markwald, nördlicher Teil
  • WENNING (1992): Röttenbacher Markwald, südlicher Teil
  • REISER (1993): Oettinger Forst
  • BALDERS & BUSHART (1994): Theresienhain bei Hof/Saale
  • BRACKEL & WELSCH (1996): NSG "Tennenloher Forst" (Nürnberger Reichswald)

Genauere Angaben zu den Literaturzitaten finden sich im Literaturverzeichnis im Erläuterungsbericht zur Potentiellen Natürlichen Vegetation Bayerns.