Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Artenhilfsprogramm Ortolan

Ortolan in Bayern – ein Projekt zur Förderung der Artenvielfalt in der Mainfränkischen Kulturlandschaft

Ortolanmännchen Bild vergrössern Der Anblick eines Ortolanmännchens, das mit wehmütigem Gesang um ein Weibchen wirbt, ist selten geworden – die Ammernart ist seit Jahrzehnten europaweit auf dem Rückzug und kann auch in Bayern ohne gezielten Schutz kaum überleben. Foto: M. Schäf

Der Ortolan ist in ganz Mitteleuropa schon seit den 1950er Jahren auf dem Rückzug. Als typischer Bodenbrüter in klimatisch begünstigten Agrarlandschaften leidet die seltene Ammernart stark unter der Intensivierung der Landwirtschaft: Sie macht es ihr schwer, geeignete Standorte zur Anlage seines Nestes zu finden und entzieht ihr immer mehr die Nahrungsgrundlage. Dies vor allem ist der Grund dafür, dass der Ortolan hierzulande heute nur noch in wenigen Verbreitungsinseln als Brutvogel vorkommt.

Das einzige verbliebene Vorkommen ganz Süd- und Westdeutschlands liegt in Bayern – in den fruchtbaren Ackerbauregionen Mainfrankens. Bis vor wenigen Jahren erreichte der Ortolan dort noch bundesweit einmalig hohe Bestandsdichten. In jüngster Zeit gehen aber auch dort die Bestände stark zurück und das Brutareal schrumpft Jahr um Jahr – die wenigen verbliebenen Reviere konzentrieren sich immer mehr auf wenige Verbreitungszentren, während viele frühere Vorkommen am Rand des Brutgebietes verwaist sind.

Aufgrund dieser bedrohlichen Entwicklung hat das Bayerische Landesamt für Umwelt den Ortolan 2006 in den Mittelpunkt eines neuen Programms gestellt, das sich das ehrgeizige Ziel gesetzt hat, den fortschreitenden Bestandsrückgangs des Ortolans in der intensiv genutzten Agrarlandschaft Mainfrankens aufzuhalten und zu verhindern, dass auch dieses letzte Vorkommen in ganz Süd- und Westdeutschland in den nächsten Jahren erlischt.

Lebensraum des Ortolan Bild vergrössern Zur Futtersuche benötigt der Ortolan nicht zu dicht bewachsene Flächen; Foto: H. Tuschl