Bauschutt / RC-Baustoffe

Z.B. Ziegel, Beton, Kalkstein, Dacheindeckungen, Fliesen und Keramik, Fehlchargen und Bruch aus der Produktion von mineralischem Baumaterial.

Aufgeschüttete Bruchstücke von Ziegelsteinen Bild vergrößern Ziegelbruch

Regelungen und Merkblätter

Fragenkatalog (FAQ)

Fragen und Antworten

Unter welchen Voraussetzungen ist Bauschutt aus Wertstoffhöfen zu beproben?

Hintergrund:

Im LfU-Merkblatt "Entsorgung von mineralischen Abfällen aus Baumaßnahmen – Umgang mit Kleinmengen (04/2016)" wird ausgeführt, dass Material aus der Sammlung von privaten Haushalten sowie gewerblichen Kleinanlieferern an Wertstoffhöfen grundsätzlich in Gruben, Tagebauen und Brüchen ab der Standortkategorie B eingebaut werden darf.

In der Regel handelt es sich beim Bauschutt aus Wertstoffhöfen eines Landkreises mit Mengen- und Annahmebeschränkungen um rein mineralisch vorsortierten Bauschutt ohne augenscheinliche Verunreinigungen.

Aufgrund der Annahmebedingungen sei davon auszugehen, dass es sich nicht um verdächtiges Material handelt. Somit sei auch keine Zwischenlagerung, gesonderte Beprobung und Analytik sinnvoll und erforderlich.

Ist eine verantwortliche Erklärung, welche die oben genannten Punkte (begrenzte Anliefer- und Annahmebeschränkungen des reinen Bauschutts an Wertstoffhöfen aus dem entsprechenden Landkreis) berücksichtigt, ausreichend, um das Material ohne weitere Beprobung in Gruben, Tagebauen und Brüchen ab der Standortkategorie B einbauen zu lassen? Wenn nicht, wo sind hierfür die rechtlichen Grundlagen zu finden. Muss, wenn keine Zwischenlagermöglichkeit existiert, jeder einzelne Container eines Wertstoffhofhofes beprobt werden?

Antwort:

Der Leitfaden " Verfüllung von Gruben, Brüchen und Tagebauen" legt z.B. für Gruben der Kategorie B fest, dass die Unbedenklichkeit des Verfüllmaterials auf Grund seiner Herkunft nachzuweisen und dies in der " Verantwortlichen Erklärung" zu bestätigen ist. Weiter wird gefordert, dass "der Herkunftsnachweis gewissenhaft und lückenlos zu führen ist" und " bei Zweifeln an der Eignung des Verfüllmaterials dieses analytisch zu untersuchen ist."

Sofern Bauschuttchargen ohne jeweiligen Herkunftsnachweis zusammengeführt wurden (z.B. auf kommunalen oder gewerblichen Sammelstellen), sind die Sammelchargen deshalb stets zu untersuchen. Auch für solche untersuchten Chargen kommt dann nur eine Ablagerung bei Standorten mit mindestens der Standortkategorie " B", keinesfalls jedoch " N" oder " A", in Betracht.

Der Auffassung, dass es sich aufgrund der Annahmebedingungen nur um unbedenkliches Material handelt, das die jeweiligen Zuordnungswerte sicher einhält und für das ohne gesonderte Beprobung und Analytik eine verantwortliche Erklärung als Herkunftsnachweis abgeben werden kann, können wir nicht folgen. Im Hinblick auf den geforderten lückenlosen Herkunftsnachweis wäre von jedem einzelnen Anlieferer die Unbedenklichkeit nachzuweisen und eine verantwortliche Erklärung abzugeben. Im Hinblick auf die Situation an Wertstoffhöfen erscheint uns dies ist genauso unrealistisch wie der Ansatz, dass die Anlieferung von jeglichen kritischen Material unterbunden werden könnte. Ziel der Erstellung des o.g. Kleinmengenmerkblatts war es auch, eine rechtlich und fachlich einwandfreie Lösung zu schaffen, mit der Böden und Bauschutt aus Sammelstellen auch bei Verfüllmaßnahmen verwertet werden können und den Analytik- und Verwaltungsaufwand in Grenzen zu halten.

Bauschuttmengen aus Wertstoffhöfen sind also immer zu beproben. Wenn ein Wertstoffhof nicht über Zwischenlagermöglichkeiten verfügt und der Betreibe nicht jeden einzelnen Container beproben will, könnte die Zwischenlagerung und Zusammenführung von Kleinmengen woanders, z.B. auch am Ort der vorgesehenen Verfüllung, erfolgen. Unabhängig davon, wo die Beprobung erfolgt, sind dabei die Vorgaben unseres " Probenahme-Merkblatts" (" Boden- und Bauschutthaufwerke - Beprobung, Untersuchung und Bewertung", ebenfalls vom April 2016) zu beachten. Die Menge, die mit einer Haufwerksbeprobung abgedeckt wird, soll 500 m3 nicht überschreiten.

Bei der Mindestgröße der Einzel- und Laborproben in Abhängigkeit vom Größtkorn unterscheiden sich LAGA PN 98 Tab. 3 und DIN 19698-1 Tab. 2. Was ist gültig?

Antwort:

Die LAGA PN 98 ist im Deponiebereich rechtlich verbindlich vorgegeben. Hier sind somit deren Vorgaben einzuhalten.

Für die übrigen Entsorgungswege können beide Vorschriften wahlweise herangezogen werden, da auch die DIN 19698-1 keinen verbindlichen Rechtscharakter aufweist, solange nicht in Verordnungen auf sie verwiesen wird. Sie ist als "Dokumentation des Stands der Technik und der aus fachlicher Sicht anzuwendenden Qualitätsanforderungen einzustufen" (vgl. Klaus Blomquist, Hessisches Landesamt für Umwelt, Altlasten-annual 2015: "LAGA PN 98 und/oder DIN 19698 – alles klar bei der Beprobung von Haufwerken?").

Muss bei einem schwarzen Anstrich neben PAK auch immer MKW mitanalysiert werden?

Hintergrund:

Da es sich bei Bitumen um Mineralölkohlenwasserstoffe handelt, würde in diesem Fall der MKW-Wert immer über 2.500 mg/kg liegen. Das würde bedeuten, dass ab sofort der Großteil von Beton mit Schwarzanstrichen gefährlicher Abfall ist, obwohl der Anstrich "nur" bitumenstämmig ist.

Antwort:

In bitumenstämmigen Materialien liegen die Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) als aliphatische Verbindungen in der Regel in Kettenlängen > C40 vor und sind deshalb für die abfallrechtliche Einstufung "gefährlich / nicht gefährlich" nicht zu berücksichtigen. Eine Untersuchung der MKW im Feststoff muss hier nicht erfolgen. Um sicherzustellen, dass es sich ausschließlich um bitumenstämmiges Material handelt, empfiehlt es sich, die MKW im Eluat zu untersuchen. Wenn es sich um bitumenstämmiges Material handelt, ist das Eluat unauffällig.