Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Überschwemmungsgefährdete Gebiete

Hochwasser und die damit einhergehenden Überschwemmungen sind ein Teil des natürlichen Wasserkreislaufs. Bei starken Niederschlägen und/oder Schneeschmelzen können Bäche, Flüsse und Seen über die Ufer treten und die tiefliegenden Bereiche in Gewässernähe überfluten. Je mehr natürliche Überschwemmungsgebiete zur Verfügung stehen, desto stärker wird das Hochwasser aufgenommen und der Anstieg des Wasserspiegels flussabwärts gemildert.

Luftbildaufnahme von einem überschwemmten Auewald Naturnahe Aue bei Hochwasser, Foto: www.agroluftbild.de

Schäden durch Hochwasser entstehen erst dann, wenn durch eine unangepasste Nutzung der natürlichen Überschwemmungsgebiete Siedlungen, Straßen oder Kulturgüter der Hochwassergefahr ausgesetzt sind. Erst dann spricht man von einem Hochwasserrisiko. Etwa die Hälfte der Personen- und Sachschäden durch Naturgefahren gehen auf Überschwemmungen durch Hochwasserereignisse zurück. Dies liegt jedoch nicht alleine daran, dass die Zahl und die Intensität der Hochwasserereignisse so stark angestiegen ist, sondern vor allem daran, dass in den ehemals natürlichen Überschwemmungsgebieten immer mehr Menschen leben und damit einhergehend Sachwerte angehäuft werden. Allein die Überschwemmungen im Juni 2013 verursachten so Schäden in Höhe von 1,3 Milliarden Euro in Bayern.

Die meisten Hochwasserschäden entstehen in Siedlungsbereichen an Gebäuden und Einrichtung sowie an Infrastruktureinrichtungen wie Straßen oder Kläranlagen. Die Kenntnis der natürlichen Überschwemmungsgebiete ist dabei in vielerlei Hinsicht notwendig. Um der Gefahr durch Hochwasser entgegenzuwirken und zukünftige Schäden zu reduzieren, werden die Gewässerabschnitte mit bedeutender Überschwemmungsgefahr und einem besonders signifikanten Hochwasserrisiko ermittelt und für diese Abschnitte Hochwassergefahren- und -risikokarten erarbeitet. Letztere bilden die zentrale Grundlage für ein umfassendes und planvolles Hochwasserrisikomanagement.

Im Rahmen der Hochwasservorsorge, als ein Handlungsfeld im nachhaltigen Hochwasserrisikomanagement, werden überschwemmungsgefährdete Bereiche amtlich festgesetzt. Damit wird die Hochwassergefahr öffentlich gemacht und in bislang noch unbebauten Gebieten kann die Nutzung so beschränkt werden, dass sich zukünftig die hochwasserbedingten Schäden nicht weiter steigern. Gefährdungsbereiche werden also konsequenterweise freigehalten, für vorhandene Objekte soll eine ausreichende Vorsorge für den Hochwasserfall getroffen werden.