Quelltemperatur

Einführung

Der Wärmehaushalt im Untergrund ergibt sich aus den einzelnen Anteilen der Wärmehaushaltsgrößen, und zwar den natürlichen Einflüssen (wie z.B. Erderwärmung durch die Sonne, Wärmeeintrag durch versickernden Niederschlag, aufsteigendes geothermisch erwärmtes Wasser) und den anthropogenen Einflüssen (z.B. Wärmeeintrag durch Leitungen und Gebäude).

Zur Temperaturverteilung im Untergrund heißt es in der Fachliteratur, dass Temperaturmessungen

  • einen Nachweis über lokale Grundwasserströmungsvorgänge ermöglichen
  • Informationen zum jahreszeitlich wechselnden Wärmeaustausch geben
  • aufgrund der tracerähnliche Eigenschaft von allen Bestimmungsverfahren am leichtesten durchzuführen sind (Materialien Nr. 103)

Die Quelltemperatur ist ein leicht zu erfassender Parameter. Infolge der kontinuierlichen Schüttung können die Schwankungen der regionalen Temperaturwerte im Einzugsgebiet der Quelle relativ gut bestimmt werden.

In Bayern gibt es über 22.000 Quellen, wovon ca. 4.500 Quellfassungen für die Zwecke der öffentlichen Wasserversorgung genutzt werden. Einige Quellen weisen eine Schüttung von über 3.000 l/s auf. Diese werden messtechnisch behandelt wie oberirdische Gewässer.

Seit 1951 wird in Bayern eine Quellenbeobachtung durch den Landesgrundwasserdienst an Quellen mit einer Schüttung ab 2 l/s durchgeführt. Hiervon wird heute im Landesmessnetz Quelltemperatur an 33 Quellen die Quelltemperatur gemessen. Die Messungen erfolgen in der Regel mit wöchentlichen Einzelmessungen. Mit der Überarbeitung des Landesmessnetz Quellen erfolgt – soweit möglich – eine kontinuierliche Beobachtung der Grundwassertemperatur.

Bei der Überarbeitung des Landesmessnetzes Quellen ist vorgesehen, auch die Erfassung der Quelltemperatur auszubauen.