Hochwasserrisikomanagement-Pläne

Die Hochwasserrisikomanagement-Pläne (HWRM-Pläne) wurden am 22.12.2015 veröffentlicht und beschreiben wie die Akteure in den Flusseinzugsgebieten Donau, Rhein (Bodensee und Main) und Elbe (Saale und Eger) mit dem Hochwasserrisiko umgehen wollen. Sie enthalten eine Bewertung des Risikos sowie Ziele und Maßnahmen zur Verringerung der Hochwasserrisiken. Betrachtet werden dabei die Risiken für die vier Schutzgüter menschliche Gesundheit, Umwelt, Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeit/erhebliche Sachwerte. Die Grundlage für die HWRM-Pläne sind die Hochwassergefahren- und Risikokarten.

Flussgebiet Donau

Eine Zusammenstellung zum Aufstellungsprozess sowie der Ergebnisse des Hochwasserrisikomanagement-Plans im bayerischen Donaueinzugsgebiet finden Sie auf der Internetseite des HOPLA Donau.

Baden-Württemberg hat für seinen Anteil am Flussgebiet eigene HWRM-Pläne aufgestellt.

Der internationale HWRM-Plan für die Flussgebietseinheit Donau wird von der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) veröffentlicht.

Flussgebiet Rhein

Teileinzugsgebiet Bodensee

Eine Zusammenstellung zum Aufstellungsprozess sowie der Ergebnisse des Hochwasserrisikomanagement-Plans im bayerischen Bodenseeeinzugsgebiet finden Sie auf der Internetseite des HOPLA Bodensee.

Baden-Württemberg hat für seinen Anteil am Flussgebiet eigene HWRM-Pläne aufgestellt.

Teileinzugsgebiet Main

Der Hochwasserrisikomanagement-Plan im Flussgebiet Main wurde bereits 2010 fertiggestellt. Aufgrund einer Übergangsregelung konnte der Hochwasseraktionsplan Main zu einem Management-Plan erweitert werden.

Der internationale HWRM-Plan für die Flussgebietseinheit Rhein wird von der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) veröffentlicht.

Flussgebiet Elbe

Für das Flussgebiet Elbe erstellt die Flussgebietsgemeinschaft Elbe einen Hochwasserrisikomanagement-Plan für das gesamte deutsche Einzugsgebiet. Bayern hat daher einen Beitrag für die bayerischen Teileinzugsgebiete Saale und Eger verfasst und an die FGG Elbe weitergegeben.

Eine Zusammenstellung zum Aufstellungsprozess sowie der Ergebnisse des bayerischen Beitrags zum gesamtdeutschen Hochwasserrisikomanagement-Plan der Elbe finden Sie auf der Internetseite des HOPLA Saale-Eger..

Der internationale HWRM-Plan für die Flussgebietseinheit Elbe wird von der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) veröffentlicht.

Ein HWRM-Plan ist ein übergeordneter Plan auf strategischer Ebene, der verschiedene Arten von Maßnahmen umfasst. Neben gesetzlichen Pflichtmaßnahmen enthält er auch freiwillige Maßnahmen, die in den nächsten sechs Jahren umgesetzt werden sollen. Die bislang erfolgreiche Arbeit von Kommunen, Behörden und vielen weiteren Verantwortlichen wird dadurch in die HWRM-Planung integriert.

Die Pläne beziehen sich auf zusammenhängende Flusseinzugsgebiete und werden in einem intensiven Beteiligungsprozess erarbeitet. Alle Institutionen, die zur Reduzierung des Hochwasserrisikos beitragen können, haben die Chance, sich aktiv in den Planungsprozess einzubringen. Sie erhalten so die Chance, sich mit dem Risiko auseinanderzusetzen und in geeigneter Weise zu reagieren.

Abstimmung über Grenzen hinweg

Hochwasser kennt keine Verwaltungsgrenzen. Die HWRM-Pläne orientieren sich daher an naturräumlichen Einzugsgebieten. Für jedes Flussgebiet soll ein HWRM-Plan oder ein abgestimmtes Paket an HWRM-Plänen erstellt werden. Die großen Flussgebiete Donau, Elbe und Rhein wurden für den Planungs- und Beteiligungsprozess in kleinere Raumeinheiten untergliedert. Die HWRM-Pläne enthalten landesweite, regionale und lokale Maßnahmen. Gemäß dem Solidaritätsprinzip dürfen keine Maßnahmen enthalten sein, die sich nachteilig auf die Anlieger flussauf- oder flussabwärts auswirken.

Aktive Beteiligung interessierter Stellen

HWRM-Pläne sind fachübergreifende Pläne. Die Aufgabe der HWRM-Planung zieht sich über verschiedene Ressorts, Verwaltungsebenen und Hoheitsträger hinweg. Dies erfordert eine intensive Zusammenarbeit aller Akteure über eigene Zuständigkeitsabgrenzungen und Verwaltungsgrenzen hinweg.

Runder Tisch mit den Akteursgruppen Raumordnung, Kommunale Planung, Denkmalschutz, Gefahrenabwehr/ Katastrophenschutz, Wasserwirtschaft, Verkehr/ Schifffahrt, Bürgerinnen und Bürger, Energiewirtschaft/ Wasserkraft, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Versicherungen und Wirtschaft. Bild vergrößern Am HWRM beteiligte Akteure

Die Information der Bevölkerung und die aktive Beteiligung der interessierten Stellen ist ein wichtiges Grundprinzip der HWRM-Pläne. Interessierte Stellen wie Kommunen, Behörden, Träger überörtlicher Infrastruktur und Organisationen des Katastrophenschutzes werden frühzeitig informiert und in geeigneter Form an der Festlegung von Zielen und Maßnahmen beteiligt.

Des Weiteren werden die in der folgenden Liste aufgeführten Verbände an der Aufstellung von HWRM-Plänen beteiligt:

Verbände, die nicht aufgeführt sind und sich beteiligen möchten, können sich beim Bayerischen Landesamt für Umwelt melden. E-Mail Kontakt: Hochwasserrisikomanagement.

Die HWRM-Pläne sollen mit anderen Richtlinien (z.B. Wasserrahmenrichtlinie) koordiniert werden, um den Informationsaustausch zu fördern und Synergieeffekte zu erzielen.

Für die HWRM-Pläne muss eine Strategische Umweltprüfung nach § 75 WHG in Verbindung mit § 14 UVPG durchgeführt werden, im Rahmen derer jeweils ein Umweltbericht erstellt wird.

Ziele und Maßnahmen

HWRM-Pläne dienen dazu, neue Risiken zu vermeiden, bestehende Risiken im Vorfeld eines Hochwassers zu reduzieren und nachteilige Folgen während und nach einem Hochwasser abzumildern. Um dies zu erreichen, wurden die folgenden Ziele definiert:

  • Effektive Nutzung von Planungsinstrumenten zur Minderung der Hochwassergefahren
  • Effektive Information und Beratung von Betroffenen sowie Optimierung der
    Informations- und Entscheidungswege
  • Fachgerechte und zielgerichtete Vorbereitung auf Hochwasserereignisse
  • Zielgerichtete Nachsorge nach Ablauf eines Hochwasserereignisses
  • Verminderung von Hochwasserrisiken durch Wasserrückhalt
  • Verminderung von Hochwasserrisiken durch technische Bauwerke und Maßnahmen

In einem Kreislauf werden die vier wichtigsten Aspekte des Hochwasserrisikomanagements dargestellt. Diese umfassen die Vermeidung von Hochwasserrisiken, den Schutz, die Vorsorge vor einem Hochwasserereignis sowie die Wiederherstellung/Regeneration/Überprüfung nach einem Hochwasserereignis. Sie lassen sich weiter untergliedern in verschiedene Maßnahmenarten (siehe Auflistung am Ende des nächsten Absatzes). Bild vergrössern Kreislauf des HWRM mit verschiedenen Arten von Maßnahmen

Aktualisierung der Hochwasserrisikomanagement-Pläne

Die HWRM-Planung ist ein kontinuierlicher Prozess und eine Daueraufgabe. Nach 2015 sind die HWRM-Pläne alle sechs Jahre zu überprüfen und an neue Erkenntnisse anzupassen (erstmals bis 22.12.2021). Dabei sollen der Klimawandel und die in den ersten HWRM-Plänen erreichten Fortschritte berücksichtigt werden.