Gefahren im Alpenraum
Ein grenzübergreifendes Problem
Lawinen, Hochwasser, Muren, Schuttströme, Rutschungen und Felsstürze sind natürliche Vorgänge, die seit jeher zur Prägung der alpinen Landschaft beitragen. Diese bedrohen aber auch die dort lebenden Menschen, die ihre Siedlungen häufig in gefährdeten Bereichen wie z.B. auf den Schwemmkegeln der Wildbäche angelegt haben. Die auslösenden Faktoren für die genannten Prozesse spielen in einem sehr komplexen Wirkmechanismus zusammen. Es hat daher in der Wildbach- und Lawinenverbauung schon eine lange Tradition, in einer internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit die Erkenntnisse auszutauschen und mögliche Schutzstrategien zu entwickeln. In internationaler Zusammenarbeit wurden in den letzten Jahren vom LfU eine Reihe von Methoden und Empfehlungen im Umgang mit alpinen Naturgefahren erarbeitet.
Disaster Information System of Alpine Regions - DIS ALP
Gerade alpine Naturgefahren lassen sich theoretisch kaum erfassen oder "berechnen". Eine wesentliche Voraussetzung für die Einschätzung möglicher Ereignisse ist daher die Kenntnis und Dokumentation dessen, was in der Vergangenheit bereits passiert ist - also die Ereignisdokumentation. Im Projekt "DOMODIS - Documentation of Mountain Disasters" wurden in einer internationalen Arbeitsgruppe Grundsätze, Ziele und Methoden der Ereignisdokumentation entwickelt. In einer weiteren Stufe wurden im EU-Projekt DIS ALP im Rahmen des EU-Programms Interreg IIIB in den letzten Jahren einheitliche Standards zur Ereignisdokumentation im Alpenraum erarbeitet. In Bayern stehen diese Informationen im "Informationsdienst Alpine Naturgefahren" (IAN) im Internet zur Verfügung. Darin finden sich auch die Ergebnisse aus dem Projekt "HANG - Historische Analyse von Naturgefahren". Dabei wurden aus Archiven Informationen zu früheren, historischen Ereignissen gesammelt und aufbereitet.
Weiterführende Informationen
Links
Dokumente zum Download/Bestellen
Climate Change - Impacts and Adaption Strategies in Alpine Space - ClimChAlp
Der sich abzeichnende Klimawandel ist bereits seit einigen Jahren ein allgemeines Thema. Diese Veränderungen werden sich auch mehr oder weniger stark auf alpine Naturgefahren auswirken und darüber hinaus auch auf weitere Aspekte wie etwa den Tourismus (z.B. Wintersport). In einem weiteren EU-Projekt ChlimChAlp im Rahmen des Programms Interreg IIIB wurde daher versucht, die möglichen Auswirkungen und die damit verbundenen Konsequenzen abzuschätzen. Daraus wurden Empfehlungen abgeleitet werden, mit welchen Anpassungsstrategien auf die Klimaänderung reagiert werden kann.
Plattform Naturgefahren der Alpenkonvention - PLANALP
Schon im Jahr 1999 hat die Alpenkonvention eine internationale Arbeitsgruppe eingerichtet mit dem Auftrag, Konsequenzen aus den katastrophalen Lawinenabgängen im Februar und den Hochwassern im Mai 1999 vorzuschlagen. Auf Wunsch und Vorschlag maßgeblicher Vertreter der Mitgliedsstaaten hat die Alpenkonvention dann im November 2004 beschlossen, eine "Plattform Naturgefahren der Alpenkonvention" einzurichten. Diesem Gremium gehören hochrangige Vertreter der Mitgliedsstaaten an. Wesentliches Ziel ist es, in regelmäßigem Erfahrungsaustausch erfolgreiche Beispiele im Umgang mit Naturgefahren im Alpenraum auszutauschen und gemeinsame Strategien zu entwickeln.
