Wiesenknopf-Ameisenbläulinge (Phengaris teleius & Phengaris nausithous)

Ökologie und Standortansprüche

Pfeifengras- und Feuchtwiesen sowie feuchte Hochstaudenfluren sind in Bayern die Lebensräume der beiden Wiesenknopf-Ameisenbläulinge. Phengaris teleius (Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling) hat deutlich höhere Ansprüche an sein Habitat, unter anderem im Hinblick auf die Flächengröße, als Phengaris nausithous (Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling).

Eiablage- und Raupennahrungspflanze ist der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis). Die Raupen fressen in frühen Stadien in den Blüten des Großen Wiesenknopfs. Später sammeln Myrmica Ameisen die am Boden liegenden Raupen auf und bringen sie zu ihrem Nest. Die Raupen haben die Fähigkeit, den Geruch der Ameisen zu imitieren, sodass diese sie für Artgenossen halten. Im Ameisennest ernähren sich die Raupen des Wiesenknopf-Ameisenbläulings räuberisch von Ameisenlarven. Sie verpuppen sich im Nest, müssen dieses jedoch nach dem Schlüpfen schnell verlassen, da nur die Raupe den Geruch der Ameisen imitieren kann.

Ein Schmetterling mit Punkten auf hellbraunen Unterflügeln sitzt auf einer roten Blüte, im Hintergrund sind Berge. Ein Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling sitzt auf der Blüte eines Wiesenknopfs; Foto Wolfgang Völkl

Eiablage- und Raupennahrungspflanze ist der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis). Die Raupen fressen in frühen Stadien in den Blüten des Großen Wiesenknopfs. Später sammeln Myrmica Ameisen die am Boden liegenden Raupen auf und bringen sie zu ihrem Nest. Die Raupen haben die Fähigkeit, den Geruch der Ameisen zu imitieren, sodass diese sie für Artgenossen halten. Im Ameisennest ernähren sich die Raupen des Wiesenknopf-Ameisenbläulings räuberisch von Ameisenlarven. Sie verpuppen sich im Nest, müssen dieses jedoch nach dem Schlüpfen schnell verlassen, da nur die Raupe den Geruch der Ameisen imitieren kann.

Bedarf

Als besonders schützenswerte Arten von gemeinschaftlichem Interesse sind beide Tagfalterarten in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie geführt. Die im Rahmen der regelmäßigen Berichtspflichten durchgeführten Monitoringprogramme zeigen regional teils deutliche Rückgänge der beiden Arten des Wiesenknopf-Ameisenbläulings.

Zentrale Ursache ist vor allem der Strukturwandel in der Landwirtschaft: Landbewirtschaftende nutzen große Flächen des Grünlands einheitlich und intensiv. Die als Lebensraum geeigneten Extensiv- und Feuchtwiesen sowie Grabenränder mit Wiesenknopfbeständen und den nötigen Wirtsameisen existieren nur noch auf Restflächen. Besonders im Fokus steht dabei der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der wesentlich anspruchsvoller, seltener und nach der Roten Liste "stark gefährdet" ist. Im Gegensatz zum "nur" auf der Vorwarnliste geführten Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der allerdings einen deutlichen Trend zur Kategorie 3 ("gefährdet") aufweist.

Ziel

Das Artenhilfsprogramm (AHP) soll die bestehenden Vorkommen stabilisieren und fördern; einschließlich der Wieder- bzw. Neubesiedlung potenziell geeigneter Habitate. Ziel ist es, die Erhaltungszustände beider Arten auf Landkreisebene, später bayernweit, zu sichern und in einen dauerhaft guten Erhaltungszustand zu überführen.

Inhalt

Aufgrund der bayernweiten Verbreitung der beiden Arten ist ein landkreisweites Vorgehen sinnvoll. Dabei werden auf Grundlage einer aktuellen Bestandsaufnahme, überwiegend durch Überprüfung von Nachweisen aus der Artenschutzkartierung sowie Kontrollen potenzieller Habitate, die Erhaltungszustände beurteilt. Anschließend werden nötige Maßnahmen möglichst konkret und flächenscharf festgelegt. Wesentliche Inhalte zur Verbreitung, Ökologie und zum Schutzmanagement sind den Arbeitshilfen der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) zu entnehmen.

Einen Schlüsselfaktor unter den Hilfsmaßnahmen stellt der geeignete Mahdzeitpunkt dar, wobei im Juli und August keine Mahd stattfinden darf. Eine Konkretisierung der Mahdzeitpunkte bezogen auf verschiedene Vegetationstypen und Regionen Bayerns liefert die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL 2007 a, b, siehe Weiterführende Informationen).

Die Ergebnisse der Kartierungen und die Maßnahmenvorschläge diskutiert das LfU mit den unteren Naturschutzbehörden. Schutz- und Hilfsmaßnahmen setzen in der Regel die unteren Naturschutzbehörden (z.B. über Vertragsnaturschutzprogramme VNP) um, gegebenenfalls unterstützt durch die höhere Naturschutzbehörde und das LfU. Das LfU evaluiert die durchgeführten Maßnahmen.

Laufzeit

Das AHP Wiesenknopf-Ameisenbläuling startete 2016 in Stadt und Landkreis Aschaffenburg. In den Landkreisen Bamberg, Cham sowie Stadt und Landkreis Passau liefen ebenfalls AHP. Aktuell laufen Untersuchungen in den Landkreisen Rottal-Inn, Landshut, Mühldorf und Altötting.

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