GEORISK - das Projekt zur Erfassung der Gefahrenbereiche

Im Zuge des GEORISK-Projektes werden fortlaufend und systematisch Daten zu Massenbewegungen in Bayern erfasst und in einer Datenbank gespeichert. Derzeit sind in dieser Datenbank, dem Bodeninformationssystem Bayern (BIS-BY), mehr als 4.400 Massen- bzw. Hangbewegungen als GEORISK-Objekte erfasst. Dabei werden Art, Ausdehnung, Alter und Zustand sowie mögliche zukünftige Entwicklungen der Massenbewegungen beschrieben.

Neben der Angabe unterschiedlicher Basisdaten (Stammdaten) wie Rechts- und Hochwerte (Gauß-Krüger-Koordinaten), Kartenblattnummern und Aufnahmegenauigkeiten, werden auch Angaben über Geometrie und flächenhafte Ausdehnung (Anbruch- und Ablagerungsbereiche) der Massenbewegungen sowie über die in diesem Bereich vorliegenden geologischen Einheiten gemacht. Des Weiteren wird jedes GEORISK-Objekt in einer ausführlichen Texterläuterung beschrieben und mit Fotos bebildert.
Die GEORISK-Daten sind eine wichtige Planungsgrundlage für Landratsämter, Straßenbauämter, Wasserwirtschaftsbehörden, Kommunen und auch Private.
Bereits in einem frühen Stadium der Planung können mit Hilfe dieser Daten geeignete Standorte für neue Industriegebiete, Baugebiete oder Straßen gefunden werden, die nicht in durch Felsstürze, Rutschungen oder Erdfälle gefährdeten Bereichen liegen. Das Meiden von gefährdeten Bereichen ist vor allem im Zuge der Nachhaltigkeit sinnvoller als evtl. eintretende Schäden später mit hohem finanziellem Aufwand zu beseitigen.

Felssturz am Rubihorn
Felssturz am Rubihorn

Die kostenlose GEORISK-Datenbank

Über das Bodeninformationssystem (BIS-BY) und den Informationsdienst Alpine Naturgefahren (IAN) können im Internet die Daten der GEORISK-Datenbank kostenlos abgerufen werden. Sie stehen somit jedem Bürger mit dem aktuellen Stand zur Verfügung. Das Anzeigen der Detailinformationen zu jedem GEORISK-Objekt erfolgt über einen Info-Button oberhalb der Karte.

Meldung von Gefahren

  • Bei erkennbarer akuter Gefahr für Leib und Leben sollte sofort die zuständige Sicherheitsbehörde (Gemeinde, bei Großereignissen auch Landratsamt) informiert werden. In Eilfällen rufen Sie die Notrufnummer 110. Ob im Fall von notwendigen Bergungen und Absicherungen ggf. die Feuerwehr oder bei der Notwendigkeit von Begehungen in alpinem Gelände die Bergwacht benachrichtigt werden muss, wird von der Gemeinde oder der Polizei entschieden.
  • Bei Fragen zu Wildbächen und Gewässern berät das zuständige Wasserwirtschaftsamt.
  • Zur Schutzwaldpflege und zur Wahl der geeigneten Baumarten für Schutzgehölze berät das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
  • Bei sonstigen Fragen sollten private Sachverständige für Ingenieurgeologie bzw. Geotechnik hinzugezogen werden. Adressen sind über das Internet zu finden oder können von den lokalen Behörden erfragt werden.

Darüber hinaus besteht sowohl für Laien als auch für Fachleute die Möglichkeit, über den GEORISK-Erhebungsbogen Daten von Georisiken strukturiert aufzunehmen und an das LfU weiterzuleiten. Der Erhebungsbogen liegt online in digitaler Form im - PDF-Format vor. Er kann mit einem aktuellen ADOBE Reader (Freeware für Windows, MacIntosh) geöffnet und digital ausgefüllt werden.

Die über den GEORISK-Erhebungsbogen gemeldeten Massenbewegungen werden vom LfU geprüft und anschließend in der GEORISK-Datenbank erfasst und über das Bodeninformationssystem Bayern (BIS-BY) veröffentlicht.

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Georisk-Objekte im Fachdatenatlas mit Anbruch- und Ablagerungsbereichen