Bewässerung

Ein Bewässerungsbedarf landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturen ergibt sich zumeist in Zeiten überdurchschnittlich langer Trockenperioden oder für Regionen, in denen generell ungünstigere meteorologische Rahmenbedingungen (geringe Niederschläge) zu einer unzureichenden Wasserversorgung der Kulturen führen. Hierbei spielen auch die unterschiedlichen Wasserspeichereigenschaften der Böden eine Rolle.

Bayernkarte mit Konzentrationsflächen bewässerungswürdiger Kulturen Bild vergrössern Konzentrationsflächen bewässerungswürdiger Kulturen

Neben den meteorologischen und bodenkundlichen Eingangsbedingungen sind es vor allem die Kulturarten selbst, die über ihren spezifischen Wasserbedarf den Anspruch nach einer zusätzlichen Bewässerung hervorrufen. Die bewässerten Regionen sind daher nicht notwendigerweise Trockengebiete. In der landwirtschaftlichen Produktion wird Wasser vor allem zur Bewässerung von Gemüse, Hackfrüchten, Obst und Hopfen verwendet.

In Bayern werden weniger als ein Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche bewässert. Mehr als die Hälfte des zur Bewässerung aufgebrachten Wassers stammt aus dem Grundwasser und versorgt knapp drei viertel der Gesamtbewässerungsfläche.

Grundwasserentnahmen für Bewässerungszwecke sind in geringen Mengen erlaubnisfrei. Gestattungspflichtige Entnahmen sind nach den Grundsätzen einer nachhaltigen Bewirtschaftung der vorhandenen Ressourcen im Rahmen des wasserrechtlichen Verfahrens zu beurteilen. Um den Bedarf möglichst gering zu halten sind wassersparende Bewässerungsmethoden anzuwenden (siehe "Weiterführende Informationen"). Grundwasser ist vorrangig für höherwertige Zwecke vorzuhalten, v.a. der Trinkwasserversorgung.

Aus wasserwirtschaftlicher Sicht ist bei der Errichtung neuer Bewässerungsanlagen in erster Linie eine Versorgung aus Oberflächengewässern oder mit gespeichertem Niederschlagswasser anzustreben. Ist dies nicht möglich, sollte zunächst die Nutzungsmöglichkeit von Uferfiltrat geprüft werden. Scheidet auch diese Möglichkeit, z.B. auf Grund der Entfernung zum Gewässer, aus, kann der Bewässerungsbedarf aus dem oberflächennahen Grundwasser gedeckt werden. Bei ggf. begrenztem örtlichem Wasserdargebot und dadurch bedingter Notwendigkeit der Beileitung bietet ein Zusammenschluss interessierter landwirtschaftlicher oder gärtnerischer Betriebe zur Errichtung gemeinsamer Wassergewinnungs- und Verteilungsanlagen die besten Voraussetzungen zur nachhaltigen Nutzung und vermeidet Interessenskonflikte.

Eine Grundwasserbenutzung bedarf immer einer wasserrechtlichen Erlaubnis, wenn:

  • eine landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Fläche von über 1 ha Größe oder mit mehr als 50 m3 pro Tag beregnet werden soll,
  • mittels gemeinsamer Anlagen beregnet wird,
  • eine nachteilige Veränderung der Grundwasserbeschaffenheit eintreten kann (durch die Bohrung oder das Einbringen/Einleiten von Stoffen (Bohrwerkzeuge, Spülungszusätze bei Spülbohrungen, Ausbaumaterialien)) oder
  • andere – auch erlaubnisfreie – Grundwasserbenutzungen, insbesondere für Trinkwasserzwecke, beeinträchtigt werden können.

In Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten sind Bohrungen grundsätzlich verboten. Ausnahmen sind im Rahmen eines Antrags auf Befreiung von den Verboten der Schutzgebietsverordnung bei der Kreisverwaltungsbehörde zu stellen.

Erlaubnispflichtige wasserrechtliche Tatbestände können die Grundwasserentnahme und/oder Maßnahmen im Zusammenhang mit der Durchführung der Bohrung sein.

Um einen erlaubnisfreien Benutzungstatbestand handelt es sich bei Förderung von Grundwasser in geringen Mengen aus dem ersten ungespannten Grundwasserstockwerk für Zwecke der Land- und Forstwirtschaft und des Gartenbaus zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, wenn die Bohrung ohne Bohrhilfsmittel (z.B. Spülungszusätze) durchgeführt, keine Zementabdichtung im Grundwasserbereich eingebracht wird und nur mit bauaufsichtlich zugelassenen Ausbaumaterialien ausgebaut wird. Die Bohrung ist einen Monat vor Beginn der Arbeiten der Kreisverwaltungsbehörde anzuzeigen.

Wenn die Durchführung der Bohrung von den genannten Maßgaben abweicht und es somit zu nachteiligen Auswirkungen auf die Grundwasserbeschaffenheit kommen kann, muss ein entsprechender Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis gestellt werden.

Bei erlaubnispflichtigen Grundwasserentnahmen ist die Erstellung der Bohrung als zwingender Zwischenschritt anzusehen und damit von der wasserrechtlichen Gestattung der Grundwasserbenutzung mit umfasst. Für die Grundwasserentnahme ist bereits vor Bohrbeginn ein wasserrechtlicher Antrag bei der Kreisverwaltungsbehörde zu stellen, der auch als Bohranzeige gilt und in dem auch die hydrogeologischen Verhältnisse und die geplante Ausführung der Bohrung mit eingesetzten Materialien darzulegen sind. Diese Verfahrensweise ist nur möglich, wenn die hydrogeologischen Verhältnisse gut bekannt sind (geologischer Aufbau, mögliche Förderraten). Ist dies nicht der Fall, ist zur Erkundung der Verhältnisse zuerst die Bohrung anzuzeigen bzw. wasserrechtlich zu beantragen und die Entnahme später nach Vorliegen der notwendigen Erkenntnisse zu beantragen.

Mit den Bohrarbeiten darf erst begonnen werden, wenn die wasserrechtliche Erlaubnis vorliegt oder die 1-Monatsfrist nach der Bohranzeige ohne Äußerung der Kreisverwaltungsbehörde verstrichen ist. Letztlich entscheidet die Kreisverwaltungsbehörde, welches Verfahren durchzuführen ist.

Bei erlaubnispflichtigen Baumaßnahmen zur Bewässerung ist nach Fertigstellung der Bohrung in der Regel eine Bauabnahme erforderlich. Durch einen privaten Sachverständigen in der Wasserwirtschaft sind die ermittelten Bohr- und Pumpversuchsergebnisse zusammen mit der Bohrprofildarstellung und dem Ausbauplan der Kreisverwaltungsbehörde bekannt zu geben.

Formulare

Die Formulare sind bei geplanten Grundwasserbenutzungen zur Bewässerung zu verwenden und bei der Kreisverwaltungsbehörde einzureichen. Sie erleichtern die Zusammenstellung aller notwendigen Angaben und halten den Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten gering.