Landschaftszerschneidung

In Bayern gibt es immer weniger störungsarme Landschaftsräume. Der Anteil unzerschnittener verkehrsarmer Räume mit einer Größe von über 100 Quadratkilometer hat von 1975 bis 1995 etwa auf die Hälfte abgenommen. Seither konnten sie weitgehend erhalten werden.

Anteil unzerschnittene Verkehrsräume Bild vergrössern Entwicklung des Anteils unzerschnittener verkehrsarmer Räume über 100 Quadratkilometer seit 1975

Ziel

Bayerische Biodiversitätsstrategie: "Die derzeitigen von öffentlichen Straßen unzerschnittenen, verkehrsarmen Räume über 100 Quadratkilometer stellen einen hohen ökologischen Wert dar, deren Erhalt anzustreben ist."

Störungsarme Lebensräume für Tiere und Erholungsräume für Menschen sind wichtig

Unsere heutige Landschaft ist fast durchgängig eine vom Menschen geprägte Kultur-landschaft und bietet Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.

Für die Erholung des Menschen und für die Tier- und Pflanzenwelt besonders wertvoll sind unzerschnittene, weitgehend ungestörte Gebiete. Dies sind Landschaften, die nicht durch Straßen mit einer Verkehrsstärke von über 1.000 Fahrzeugen im Tagesmittel zerschnitten werden und die größer als 100 Quadratkilometer sind. In Bayern bilden unzerschnittene Flächen ein gedachtes Maschennetz von rund 73 Quadratkilometern Größe im Vergleich zu Deutschland (82 km²). Vor allem Brandenburg (156 km2) oder Mecklenburg-Vorpommern (168 km2) weisen noch eine vergleichsweise geringe Zerschneidung auf.

Die kontinuierliche Zunahme von Siedlungs- und Verkehrsflächen verändert charakteristische Landschaftsbilder und beeinträchtigt historisch gewachsene Kulturlandschaften. Sie verkleinert die Lebensräume von Tieren und Pflanzen, zerteilt sie und isoliert sie voneinander. Wanderungen von Tierarten mit großem Raumanspruch werden unterbunden. Dies behindert die natürliche Ausbreitung und erhöht dadurch die Gefährdung. Deshalb sollen dort, wo es möglich ist, wieder Verbindungselemente geschaffen werden, z.B. durch den Bau von Grünbrücken.

Mit der Zerschneidung der Landschaft geht auch eine zunehmende Verlärmung einher. Insbesondere Straßenverkehrslärm verringert den Erholungswert unserer Landschaft.

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