Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft

Nr. 23 / Mittwoch, 02. Mai 2012

Lebensraumschutz
LfU und LfL: Ausbreitung der giftigen Kreuzkräuter begrenzen

Pilotprojekt zur Minimierung von Wasserkreuzkraut im Allgäu auch 2012

Quelle: LfU
+++ Die Ausbreitung giftiger Kreuzkraut-Arten zu begrenzen, ist gemeinsames Ziel von Landesamt für Umwelt (LfU) und Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Diese Pflanzen breiten sich seit einigen Jahren verstärkt in lückigen Feuchtwiesen und auf Viehweiden aus. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Behörden entwickelt seit 2010 Maßnahmen, wie das Vordringen von Kreuzkräutern begrenzt werden kann. Einige Kreuzkraut-Arten enthalten einen hohen Anteil giftiger Alkaloide. Sie können vor allem bei Pferden und Rindern Vergiftungen hervorrufen. Deshalb ist ihr Zurückdrängen sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Landschaftspflege wichtig. Vor der ersten Mahd in drei bis vier Wochen werden aktuell im Allgäu weitere Maßnahmen erprobt: Freiwillige Helfer der Diakonie Kempten stechen Wasserkreuzkraut-Pflanzen aus, um die Möglichkeiten der mechanischen Einzelpflanzenbekämpfung zu prüfen. +++

Es werden auch spezielle Methoden, wie das „Ausdunkeln“ untersucht, bei dem andere, für Nutztiere ungiftige Pflanzen das Licht liebende Kreuzkraut überwachsen. LfU und LfL arbeiten bei ihren Versuchen eng mit der Regierung von Schwaben (RvS), dem Landratsamt Oberallgäu, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kaufbeuren und der Allgäuer Streueverwertung zusammen. Die Maßnahmen werden aktuell auf zwei Untersuchungsflächen am Öschlesee bei Kempten und in der Nähe von Martinszell an der Iller getestet.

Weitere Informationen zum Gemeinschaftsprojekt finden Sie unter:
www.lfu.bayern.de www.lfl.bayern.de

Faktenkasten

  • Die Pflanzengattung der Kreuzkräuter (auch Greiskräuter genannt; botanisch: Senecio spp.) umfasst in Mitteleuropa 33 verschiedene Arten, die auf landwirtschaftlichen Flächen und unterschiedlichen Naturräumen auftreten. Kreuzkräuter besitzen Inhaltsstoffe (Alkaloide), die bei der Verfütterung an Tieren zu chronischen Erkrankungen und akuten Vergiftungen, besonders der Leber, führen können.
  • Das Wasserkreuzkraut (S. aquaticus) wird ca. 15-80 cm hoch und blüht von Anfang Juni bis Herbst mehrmals. Die typischen Korbblüten sind auffällig goldgelb.
  • Die Licht liebende Pflanze wachsen vor allem in lückigen Wiesen oder Weiden und auf Freiflächen.
  • Vorbeugung: Auf Wiesen und Weiden Schäden an der Grasnarbe vermeiden und offene Stellen möglichst schnell durch Nachsaat schließen. Es ist wichtig die Kreuzkräuter nicht aussamen zu lassen: Mit ihren federleichten Flugsamen können sie sich stark ausbreiten und neue Flächen befallen.
  • Mechanische Bekämpfung: Pflanzen vor der Samenreife mähen oder ausreißen. Pflanze ganzjährig ausstechen. Ausgerissene Pflanzen und abgemähte Blütenstände nicht liegen lassen, sondern entsorgen oder verbrennen. Noch nicht ausgereifte Samen haben auch nach der Mahd die Fähigkeit nachzureifen. Der ausfallende Samen kann zu einem neuen Pflanzenaufwuchs führen.
  • Mit speziellen Grünlandherbiziden ist auch eine direkte chemische Bekämpfung möglich.
  • Verwandte Arten: Jakobskreuzkraut, Raukenblättriges Kreuzkraut, Gemeines Kreuzkraut und Alpenkreuzkraut

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