PRESSEMITTEILUNG

Nr. 45 / Samstag, 27. Dezember 2014

Lawinen
Lawinenwarnzentrale: Ab heute wieder tägliche Lageberichte

LfU-Präsident Kumutat: „Sichere und naturverträgliche Routenwahl für verantwortungsvollen Wintersport“

+++ Die Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) veröffentlicht ab heute wieder täglich den Lawinenlagebericht für den bayerischen Alpenraum über Internet, Telefon und Teletext. Claus Kumutat, Präsident des LfU: „Sicherheit beim alpinen Wintersport beginnt mit dem täglichen Lagebericht. Wer über mögliche Lawinengefahren informiert ist, kann sich entsprechend verhalten und dem Risiko begegnen – denn Lawinengefahr bedeutet Lebensgefahr.“ Neben der jeweils aktuellen Gefahrenstufe gibt der Bericht Auskunft über den Aufbau der Schneedecke, die Gefahrenstellen im Gelände sowie die aktuellen Mess- und Wetterdaten an 17 Stationen. Doch nicht nur die Lawinengefahr sollten Wintersportler bei der Routenwahl im Auge behalten: "Vor allem zum Schutz der störempfindlichen Raufußhühner sollten sich Skitouren- und Schneeschuhgeher dringend an die Routenempfehlungen des Deutschen Alpenvereins (DAV) halten" so Kumutat. +++

Der Lawinenlagebericht wird für die sechs bayerischen Alpinregionen Allgäuer Alpen, Ammergebirge, Werdenfelser Alpen, Bayerische Voralpen, Chiemgauer Alpen und Berchtesgadener Alpen erstellt. Er ist im Internet unter www.lawinenwarndienst-bayern.de, telefonisch unter 089/9214-1510 und im Videotext des Bayerischen Fernsehens auf Tafel 646 abrufbar. Eine mobile Anwendung für Smartphones und Tablets steht unter www.lawinenwarndienst-bayern.de/mobile/ zur Verfügung. Zudem kann der Lawinenlagebericht als E-Mail-Newsletter abonniert werden unter www.lawinenwarndienst-bayern.de/service_downloads/.

Neben aktuellen Klima- und Wetterdaten sowie der Erfahrung speziell ausgebildeter, ehrenamtlicher Beobachter nutzt die Lawinenwarnzentrale seit Kurzem ein Netz hochauflösender Kameras zur Beobachtung von Schneedeckenveränderungen und zur Dokumentation von Lawinenabgängen. An ausgewählten Stellen werden alle zehn Minuten Aufnahmen der Umgebung erstellt. Interessierte können die Bilder der Webcams aus den sechs bayerischen Alpinregionen abrufen unter www.lawinenwarndienst-bayern.de/lageberichte/lage_regionen/.

Einen kompakten Überblick zum Lawinenwarndienst und Lawinenlagebericht gibt das Faltblatt ‚Die Lawinenwarnzentrale informiert‘, das kostenfrei zum Download zur Verfügung steht unter: www.bestellen.bayern.de/shoplink/lfu_was_00007.htm.

Empfehlungen zu naturverträglichen Routen:
Im Rahmen des Projektes "Skibergsteigen umweltfreundlich" haben das Bayerische Umweltministerium, das LfU, der DAV und Vertreter aller vor Ort betroffenen Organisationen für die gesamten Bayerischen Alpen naturverträgliche Routen sowie Wald-Wild-Schongebiete und Wildschutzgebiete erarbeitet. Die Ergebnisse können den Alpenvereinskarten der Reihe BY Bayerische Alpen entnommen werden sowie im Kartendienst FIN-Web (fisnat.bayern.de/finweb/) und unter www.alpenvereinaktiv.com recherchiert werden. Weitere Informationen zum Projekt unter www.lfu.bayern.de/natur/freizeitnutzung/tier_wintersport/index.htm.


Die Gefahrenstufen sind europaweit einheitlich:
  • Stufe 5 (sehr groß)
    Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten.
  • Stufe 4 (groß)
    Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten.
  • Stufe 3 (erheblich)
    Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich.
  • Stufe 2 (mäßig)
    Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten.
  • Stufe 1 (gering)
    Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich.

Downloads

PDF-Datei zur Pressemitteilung