Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Wildtiere und Skilauf / Skibergsteigen umweltfreundlich

aa Bild vergrössern Birkhuhn Lebensraum am Dreifahnenkopf, Oberallgäu. Foto: LfU, Ines Langensiepen

Skitouren und Schneeschuhwandern findet in Bayern vor allem in den Alpen und in den Mittelgebirgen statt. Während in früheren Jahrzehnten der Schwerpunkt auf Touren in der freien Landschaft lag, nimmt heute das Skitourengehen auf Pisten deutlich zu. Mit allen Sportarten sind unterschiedliche Auswirkungen auf Natur und Landschaft, insbesondere auf Lebensräume von Pflanzen und Wildtieren verbunden. Wintersportler im Tourengelände zu lenken, um Störungen von Wildtieren zu vermeiden – dieses Ziel hat das Projekt des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz und des Bayerischen Landesamtes für Umwelt "Wildtiere und Skilauf" gemeinsam mit dem Projekt "Skibergsteigen Umweltfreundlich" des Deutschen Alpenvereins (DAV).

Da im Verlauf der Projektbearbeitung der Bereich "Schneeschuhwandern" immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, wurde das Projekt entgegen des Projekttitels auch auf diese Natursportart ausgeweitet.

Projektablauf

Ziel des 1995 gestarteten Projekts war es, Interessenskonflikte zwischen den Ansprüchen der Skitouren- oder Schneeschuhgeher und der Wildtiere im Vorfeld zu vermeiden. Auf gemeinsamen Exkursionen in Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden und Verbänden und weiteren Interessensgruppen, d.h. Forst-, Naturschutz- und Jagdbehörden, Grundeigentümern, Gemeinden, Deutschen Alpenverein, Deutschen Skiverband, Bayer. Bergwacht, Landesjagdverband Bayern, Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, Bundeswehr und Polizei wurde eine Überprüfung der skifahrerisch genutzten Räume auf mögliche Konfliktgebiete mit überwinternden Wildtieren vorgenommen. Im Fokus waren hier besonders die Raufußhühner – Auerhuhn, Birkhuhn, Haselhuhn und Schneehuhn – aber auch Säugetiere wie Gämse, Hirsch und Reh. Den wildbiologischen Teil bearbeitete der Wildbiologe Albin Zeitler.

Im Konfliktfall wurden problematische Skitouren in Zusammenarbeit mit dem DAV und den übrigen Beteiligten entschärft oder die Konflikte beseitigt.

Nach 18 Jahren wurde das Projekt 2013 zu einem Abschluss gebracht. Seit 1995 haben die Projektpartner sowie alle vor Ort betroffenen Behörden und Verbände den gesamten bayerischen Alpenraum erfasst und dabei rund 500 Routenempfehlungen erarbeitet.

In den Jahren 2014 und 2015 arbeitet der DAV gemeinsam mit dem LfU verstärkt an einer Infokampagne, um die Regelungen bekannter zu machen und so eine noch größere Akzeptanz bei den Touren- und Schneeschuhgehern zu erreichen.

Runde grüne Hinweisschilder an eine Aufstieg für Tourengeher Bild vergrössern Grüne Hinweisschilder auf die empfohlene Aufstiegsroute für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer. Foto: LfU, Ines Langensiepen

Wald-Wild-Schongebiete

Im Rahmen des Projekts wurden für den Bayerischen Alpenraum und teilweise auch grenzübergreifend in benachbarten Regionen (z.B. Kleinwalsertal) sensible Bereiche als Wald-Wild Schongebiete abgegrenzt und mit grünen Schildern Routenempfehlungen im Gelände verdeutlicht. Hinzu kommen noch rechtlich gesicherte Wildschutzgebiete. In zwei Gebieten bestehen gesonderte Regelungen, im Fellhorngebiet und im Naturschutzgebiet Geigelstein.

Die Wald-Wild-Schongebiete, Wildschutzgebiete und die beiden Sonderregelungen können im Online Viewer FINWeb und auf dem DAV Portal Alpenvereinaktiv recherchiert werden.