PRESSEMITTEILUNG

Nr. 18 / Freitag, 26. April 2013

Geologie
Kaolin bei Hirschau – Schnaittenbach ist 'Gestein des Jahres' – Auszeichnung für’s Monte Kaolino-Land

„Symbol gelungener In-Wertsetzung einer Bergbau-Folgelandschaft“

Quelle: LfU
+++ Bayerns Gestein des Jahres 2013 ist der Kaolin bei Hirschau – Schnaittenbach (Landkreis Amberg-Sulzbach). Dies betonte der Leiter des Geologischen Dienstes am Landesamt für Umwelt, Roland Eichhorn, heute bei der Übergabe der Auszeichnung an die Bürgermeister der Kaolinstädte Hirschau und Schnaittenbach sowie an den Verein Geopark Kaolinrevier. Eichhorn: „Der 120 Meter hohe Monte Kaolino im Stadtgebiet von Hirschau ist Symbol der gelungenen In-Wertsetzung einer Bergbau-Folgelandschaft.“ Der Monte Kaolino besteht aus 35 Millionen Tonnen Quarzsand, der bei der Verarbeitung des kaolinhaltigen Gesteins als Nebenprodukt angefallen ist. Die benachbarten Kaolingruben mit dem weißen Gold der Oberpfalz gehören zu den 100 bedeutendsten geologischen Naturwundern Bayerns und sind Bestandteil des Geoparks Kaolinrevier. Eichhorn: „In Hirschau ist es in beeindruckender Weise gelungen, Bergbauspuren für Freizeit und Natur gleichermaßen attraktiv zu machen. Interessierten Besuchern wird hier das Thema Kaolin von der Entstehung über den Bergbau bis zum Rohstoff für die heimische Industrie nahe gebracht.“ +++

Der Kaolin entstand vor rund 250 Millionen Jahren. Damals beherrschte ein flaches Meeresbecken den Raum um Hirschau und Schnaittenbach. Flüsse aus dem umgebenden Hochland schwemmten Körner aus Feldspat in das Becken. Diese verwitterten allmählich zu Kaolin. Das Weiße Gold wird seit fast 180 Jahren abgebaut. Riesige Tagebauflächen prägen die Landschaft; große Mengen nicht verwerteter Quarzsand wurden zum berühmten Monte Kaolino aufgeschüttet.

Kaolin war früher wichtiger Rohstoff für die Porzellanherstellung. Heute findet es vorwiegend Verwendung in der Papier- und Keramikindustrie, zur Glasfaserherstellung und als Füll- und Pigmentstoff. Namensgebend ist der chinesische Ort Gaoling, was 'weißer Hügel' bedeutet. Dort wurde bereits im 6. Jahrhundert der begehrte Rohstoff zur Herstellung von hochwertigem Porzellan gewonnen.

Weitere Informationen zum Kaolingestein und den Kaolingruben bei Hirschau –Schnaittenbach finden Sie unter http://www.lfu.bayern.de und http://www.bestellen.bayern.de.

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