PRESSEMITTEILUNG

Nr. 28 / Mittwoch, 30. Mai 2012

Biotope
Ab sofort Natur-Inventur im Landkreis Unterallgäu

LfU-Vizepräsident Fackler: „Grundstücksbesitzer können mithelfen“

Ried-Nelke
Ried-Nelke (Quelle: Klaus Möller)
+++ Ab sofort werden die Biotope im Landkreis Unterallgäu erfasst, so LfU-Vizepräsident Dr. Richard Fackler zu Beginn der Arbeiten. Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt haben Fachleute mit der Biotopkartierung begonnen. Dazu untersuchen sie – zum zweiten Mal nach rund 26 Jahren – detailliert die wertvollen Biotope und Lebensräume. Herausragend im Landkreis sind die zahlreichen, teilweise großflächigen Quellmoore und Quellen. Das bedeutendste ist das Benninger Ried – der weltweit einzige Wuchsort der rosa blühenden Ried-Nelke. Weitere wichtige Biotoptypen im Landkreis sind die artenreichen Nass- und Streuwiesen. Fackler: „Die Natur-Inventur ist wichtig für die Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen.“ Auf Basis der neuen Daten werden aber auch Arten- und Biotopschutzprogramme aktualisiert. Die Kartierung der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Flächen ist zudem eine wichtige Grundlage für die Managementplanung in den FFH-Gebieten und für die Berichte an die Europäische Union. +++

Einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Natur-Inventur können private Grundstücksbesitzer leisten. „Bitte gewähren Sie den Kartierern Zutritt zu Ihren Grundstücken. So können Sie entscheidend zum Erfolg der Natur-Inventur beitragen“, so Fackler. Die Geländearbeiten werden von einer Bietergemeinschaft aus Landsberg durchgeführt und bis Herbst 2013 abgeschlossen. Die Ergebnisse der Kartierung stehen voraussichtlich im Frühjahr 2014 zur Verfügung. Über 200.000 Euro stellt der Freistaat für die neue Natur-Inventur im Landkreis zur Verfügung. In der letzten Kartierung wurden 1.289 Biotope mit einer Fläche von über 2.300 Hektar erfasst. Dies entspricht einem Biotopanteil von fast zwei Prozent.

Faktenkasten Biotopkartierung

Die Biotopkartierung liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen und der Pflanzenarten, die dort leben. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Das LfU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse den Gemeinden und der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Die Biotope werden im Maßstab 1:5.000 kartiert. Dabei erfassen und beschreiben speziell ausgebildete Kartierer die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen. Seit 2006 werden zusätzlich die Lebensraumtypen des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 erfasst. Rund vier Prozent der Landesfläche sind seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume erfasst und beschrieben worden.

Nach Abschluss der Biotopkartierung wird die Artenschutzkartierung im Landkreis durchgeführt. Dabei werden gefährdete Tiergruppen wie Amphibien, Libellen und Tagfalter erfasst, um die aktuelle Verbreitung und Bestandssituation zu ermitteln. Die Ergebnisse werden in der landesweiten Artendatenbank des LfU zentral gespeichert.



Weitere Informationen
http://www.lfu.bayern.de/natur/
gisportal-umwelt2.bayern.de/finweb

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