Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Monitoring

Nachtaufnahme von einem Wolf im Schneegestöber mit einer 'Fotofalle' (eine Kamera, die per Bewegungsmelder ein Foto aufnimmt) Bild vergrössern Wolfsnachweis im Fichtelgebirge, Dezember 2011 (Bildnachweis: LfU/Luchsprojekt Bayern)

In Bayern sind in den vergangenen Jahren immer wieder einzelne Wölfe nachgewiesen worden.

In der nachfolgenden Tabelle werden Nachweise und bestätigte Hinweise (Kategorie C1 und C2 nach SCALP) in Bayern chronologisch dargestellt.

Nicht immer können Hinweise abschließend beurteilt werden, so z.B. im Fall der Aufnahme einer automatischen Wildtierkamera im Oberallgäu im Dezember 2014: Zwar sprachen die Proportionen von Kopf, Körper und Rute des aufgenommenen Tieres mit großer Wahrscheinlichkeit für einen Wolf, eine abschließende Bestätigung war aufgrund der Bildqualität allerdings nicht möglich.

Solche nicht bestätigten Hinweise (C3) oder Analyseergebnisse, die im Ergebnis anderen Tieren (z.B. Hunden) zugeordnet werden konnten, werden in der nachfolgenden Tabelle nicht aufgeführt.

Aktuelle Nachweise und verifizierte Hinweise in Bayern im Jahr 2016

Erläuterung: die sogenannten SCALP-Kriterien sind als Grundlage für ein standardisiertes Monitoring von einer alpenweiten Expertengruppe ausgearbeitet worden und werden auch weiterhin fachlich weiterentwickelt. Die Abkürzung steht für "Status and Conservation of the Alpine Lynx Population". Die Methodik wird europaweit für das Monitoring der großen Beutegreifer verwendet. Sie teilt Meldungen ein nach deren Überprüfbarkeit und unterscheidet drei Stufen:

  • C1: Fakten, Nachweise ("hard facts"): Lebendfang, Totfund, genetischer Nachweis, Foto, Telemetrieortung
  • C2: Bestätigte Hinweise ("soft facts – confirmed"): durch eine erfahrene Person bestätigte Ereignisse wie Riss oder Spur
  • C3: Nicht bestätigte Hinweise ("soft facts – unconfirmed"): Ereignisse, die nicht überprüft wurden bzw. in der Regel nicht überprüfbar sind (z.B. Beobachtungen, Rufe)
Nachweise und verifizierte Hinweise zu Wölfen in Bayern 2016
Datum Landkreis Kategorie Hinweisart Geschlecht Herkunft Bemerkung
05.09.2016 Neustadt a.d.Waldnaab C1 Foto k.A. k.A. mangels genetischer Probe kein Vergleich mit anderen Nachweisen möglich
26.05.2016 Schwandorf C1 Totfund männlich Südwestalpen Verkehrsunfall; Abstimmung mit alpenweiten Gendatenbanken läuft
29.04.2016 Nürnberger Land C1 Genetik, Speichel k.A. k.A. Zustand der genetischen Probe lässt Geschlechtsbestimmung und Aussage zur Herkunft nicht zu
17.4.2016 Regen C1 Foto männlich* k.A. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dasselbe Tier wie Nachweise aus 01/2016 und 05/2015*
01.04.2016 Nürnberger Land C1 Foto k.A. k.A. mangels genetischer Probe kein Vergleich mit anderen Nachweisen möglich
07.03.2016 Starnberg C1 Foto k.A. k.A. mangels genetischer Probe kein Vergleich mit anderen Nachweisen möglich
28.01.2016 Regen C1 Foto männlich* k.A. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dasselbe Tier wie Nachweise aus 01/2016 und 05/2015*
12.01.2016 Freyung-Grafenau C1 Foto männlich* k.A. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dasselbe Tier wie Nachweise aus 01/2016 und 05/2015*

* Mit hoher Wahrscheinlichkeit zeigen die Aufnahmen vom 17.4.2016, 28.1.2016, 12.1.2016 und 8.5.2015 dasselbe Männchen. Abschließende Sicherheit kann nur eine genetische Analyse geben, etwa von Speichel- oder Haarproben. Die gute Qualität der Farbbilder ermöglicht den Experten im vorliegenden Fall jedoch eine Einschätzung mit hoher Wahrscheinlichkeit.(siehe auch PM Nr. 34/2016)

Wölfe in Bayern 2006 bis 2015

Nachweise und verifizierte Hinweise in Bayern aus den Vorjahren
Datum Landkreis Kategorie Hinweisart Geschlecht Herkunft Bemerkung
28.09.2015 Cham C1 Foto k.A. k.A. mangels genetischer Probe kein Vergleich mit anderen Nachweisen möglich
07.08.2015 Miesbach C1 Genetik, Speichel männlich Südwestalpen/ Zentralschweiz Individuum wurde 2015 bereits in der Schweiz und in Österreich nachgewiesen
08.05.2015 Regen C1 Foto männlich* k.A. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dasselbe Tier wie Nachweise aus 01/2016 und 05/2015*
23.04.2015 Ebersberg C1 Genetik, Speichel k.A. Nordosten keine weiteren Erkenntnisse über Geschlecht und Rudelzugehörigkeit
01.03.2015 Rottal-Inn C1 Foto k.A. k.A. mangels genetischer Probe kein Vergleich mit anderen Nachweisen möglich
31.05.2014 Oberallgäu C1 Foto, Genetik Speichel männlich Südwestalpen Individuum nicht identisch mit Nachweis vom 03/2014, Tier bislang nicht in der Schweiz nachgewiesen; Individuum jedoch identisch mit kurz zuvor dokumentiertem Tier in Vorarlberg, das sich nachweislich bis Ende September im Bregenzer Wald aufgehalten hat
06.04.2014 Erding C1 Fotos männlich k.A. mangels genetischer Probe kein Vergleich mit Nachweisen 03 bzw. 05/2014 möglich
22.03.2014 Rosenheim C1 Genetik Speichel männlich Südwestalpen Individuum bereits im September 2013 im Kanton Uri, Schweiz nachgewiesen
30.12.2011 Wunsiedel C1 Foto k.A. k.A. vermutlich dasselbe Tier wie am 29.12.2011; kann mangels genetischer Probe jedoch nicht verifiziert werden
29.12.2011 Wunsiedel C1 Genetik Speichel k.A. Nordosten Zustand der genetischen Probe lässt Geschlechtsbestimmung nicht zu
24.12.2009 Rosenheim C1 Genetik Speichel männlich Südwestalpen Elternrudel südwestlich des Mont Blanc, Frankreich; Tier blieb das gesamte Jahr 2010 im Großraum Mangfallgebirge; letzter Nachweis: 05.01.2011
30.05.2006 Starnberg C1 Totfund männlich Südwestalpen überfahren bei Pöcking

Sonstige Meldungen

Weiterführende Informationen

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