Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

NATURA 2000 Bayern - Einführung

Die Fauna-Flora-Habitat- oder FFH-Richtlinie (FFH-Gebiete) bildet zusammen mit der Vogelschutz-Richtlinie (SPA-Gebiete) das europäische Naturschutzprojekt "NATURA 2000", das Arten und Lebensräume innerhalb der EU in einem Länder übergreifenden Biotopverbundnetz schützen und damit die biologische Vielfalt dauerhaft erhalten soll. Wesentliche Bestandteile beider Richtlinien sind Anhänge, in denen zu schützende Arten und Lebensräume sowie einzelne Verfahrensschritte benannt und geregelt werden. Im Bayerischen Naturschutzgesetzes sind diese europäischen Vorgaben seit dem 01.09.1998 in Landesrecht umgesetzt.

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Die Meldung des Freistaates Bayern aus dem Jahr 2001 umfasste 515 FFH-Gebiete und 58 SPA-Gebiete mit einer Gesamtfläche von 7,9% der Landesfläche (Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz vom 15. Oktober 2001 Nr. 62a-8645.4-2001/2).

Die Überprüfung der Meldungen sämtlicher Mitgliedstaaten durch die Europäische Kommission ergab, dass alle Bundesländer in Deutschland zu einer Nachmeldung von als defizitär eingestuften Lebensräumen und Arten nach der FFH- und Vogelschutz-Richtlinie aufgefordert wurden.

Das LfU erarbeitete daraufhin eine Nachmeldekulisse, bestehend aus der Erweiterung bereits gemeldeter Gebiete und Neugebieten, die im 2. bayerischen Dialogverfahren vom 25.06. - 06.08.2004 vorgestellt wurde. Nach Abschluss der Sichtung und Bewertung von über 16.500 Einwendungen durch die Unteren und Höheren Naturschutzbehörden sowie der Einarbeitung der erforderlichen Änderungen in die Nachmeldekulisse durch das LfU, hat der bayerische Ministerrat am 28.09.2004 beschlossen, dass rund 240.000 ha oder 4,1% der bayerischen Landesfläche für das europäische Netz NATURA 2000 nachgemeldet werden. Durch Überschneidungen von SPA- und FFH-Gebieten auch zwischen Alt- und Nachmeldung ergibt sich nunmehr für Bayern insgesamt ein NATURA 2000-Gebietsanteil von 11,3%. (Siehe hierzu auch unseren Beitrag im Jahresbericht des Bayer. Landesamtes für Umwelt 2004.)