Permafrost in Bayern

Der Fels im Gipfelbereich der Zugspitze wird mit einem Bohrgerät durchbohrtBild vergrössern Bohrung durch den Zugspitzgipfel

In großen Höhen (nordlagig ab ca. 2.200 m) tritt in den Alpen Permafrost (dauerhafte Temperatur unter 0°C in Boden und Fels) auf. Ein Auftauen von Permafrost infolge der Klimaänderung ist mittel- bis langfristig zu erwarten. Folgen sind im Fels (in Bayern sind fast nur Felsbereiche betroffen) die verstärkte Auslösung von Steinschlag und Felssturz, aber auch Setzungen an Gebäuden. Im Lockergestein können verstärkt Muren ausgelöst werden.

Die bayerischen Alpen sind aufgrund der geringen Höhenlage nur lokal betroffen. An der Zugspitze ist das Vorkommen seit Baumaßnahmen in den 1960er Jahren bekannt. Im Auftrag des LfU wurde durch die Universität Zürich eine Karte zur Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Permafrost in den Bayerischen Alpen erstellt. Als Ergebnis zeigte sich, dass die Verbreitung von Permafrost in Bayern weiter reicht, als ursprünglich vermutet. So können einige Vorkommen im Werdenfelser Land, im Allgäu und in den Berchtesgadener Alpen als sehr wahrscheinlich eingestuft werden.

Die Zugspitze bietet mit ihrer Infrastruktur ideale Voraussetzungen zur Erforschung des Permafrosts. Daher wurde dort 2007 mit zwei Bohrungen eine dauerhafte Messstation für den Permafrost im Fels eingerichtet. In den Bohrungen sind Temperatursensoren eingerichtet, die im Stundenrhythmus Daten messen.