Geologische Erforschung Bayerns - eine lange Tradition

Die Erforschung des Untergrundes und der Gesteine in Bayern hat eine über 200 Jahre lange Tradition.

Die wichtigsten Vertreter der frühen Erforschung der Geologie von Bayern waren dabei die Geowissenschaftler Mathias Flurl und Wilhelm von Gümbel. Aber auch andere namhafte Wissenschaftler haben sich in Bayern betätigt, z.B. führte Alexander von Humboldt in den Bergwerken des Fichtelgebirges geophysikalische Messungen durch.

Mathias von Flurl

Mathias von Flurl (1756-1823) war der erste gebürtige bayerische Geologe und Begründer der Mineralogie und Geologie in Bayern. Als kurfürstlicher Berg- und Münzrat verfasste er 1792 eine erste geologische Übersicht von Bayern mit dem Titel "Beschreibung der Gebirge von Baiern und der oberen Pfalz". Dieses Buch enthält auch die erste geologische Karte Bayerns. Seine mineral- und Gesteinssammlung stellt den Grundstock der Mineralischen Staatssammlung Münchens dar.

Historische Karte von Bayern Bild vergrössern Gebirgskarte von Bayern und der Oberen Pfalz – Historische Geologische Karte von M. Flurl (1792)

1850 wurde die Königliche General-Bergwerks- und Salinen-Administration von König Max II. mit der geognostischen Untersuchung Bayerns beauftragt und wurde 1869 dem Königlichen Oberbergamt unterstellt.

Carl Wilhelm von Gümbel

Carl Wilhelm von Gümbel (1823-1898) kam nach seinem Studium der Chemie, Zoologie und Mineralogie 1851 als leitender Geognost nach München in die General-Bergwerk- und Salinen-Administration. Sein Tätigkeitsbereich war die geologische Erforschung Bayerns. Er verfasste zwischen 1861 und 1891 die vier Bände und über 3000 Seiten umfassende "Geognostische Beschreibung des Königreichs Bayern", welche die erste vollständige Beschreibung der Geologie und der Gesteine Bayerns darstellt. 1879 wurde er Leiter des neu geschaffenen Königlichen Oberbergamts.

Carl Wilhelm von Gümbel Bild vergrössern Carl Wilhelm von Gümbel

Nach dem 1.Weltkrieg wurde die Anstalt in Geologische Landesuntersuchung umbenannt, 1939 in eine Abteilung der Reichsstelle für Bodenforschung und später in das Reichsamt für Bodenforschung umgewandelt.

Im 2. Weltkrieg wurde ein Großteil der Bibliotheksbestände vernichtet. Nach dem Krieg wurde die Geologische Landesuntersuchung für kurze Zeit nochmals dem Bayerischen Oberbergamt unterstellt.

Das Bayerische Geologische Landesamt wurde 1948 als selbständige Behörde gegründet. Zunächst war diese in der Prinzregentenstraße in München untergebracht, 1984 fand dann der Umzug in ein neues Amtsgebäude in der Heßstraße statt.

Das Landesamt für Umwelt in seiner jetzigen Form hat am 01. August 2005 seine Arbeit aufgenommen. An diesem Tag wurden die drei ehemaligen Landesämter für Wasserwirtschaft, Geologie und Umweltschutz sowie Teile des Landesamts für Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Sicherheitstechnik im Zuge der Verwaltungsstrukturreform zusammengelegt.

Das LfU ist in 11 Abteilungen unterteilt, die sich wiederum aus mehreren Referaten zusammensetzen. Die Abteilung 10 stellt den Geologischen Dienst von Bayern dar und ist in 9 Referate unterteilt für:

  • Geoinformation und Geomanagement (Referat 101),
  • Landesaufnahme Geologie, Geogefahren (Referat 102),
  • Bodenkundliche Landesaufnahme (Referat 103),
  • Tiefengeologie, Untergrundpotenziale (Referat 104),
  • Wirtschaftsgeologie, Bodenschätze (Referat 105),
  • Boden- und Gesteinsanalytik (Referat 106),
  • Vorsorgender Bodenschutz, Bodenmonitoring (Referat 107).