GeoParks

Seit dem Jahr 2002 werden in Deutschland "Nationale GeoParks" zertifiziert. Die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung, dem Dachverband der geowissenschaftlichen Vereinigungen in Deutschland führt die Zertifizierung in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) durch. In den Nationalen GeoParks verbinden sich Ziele des Natur- und Umweltschutzes mit der Förderung der regionalen Wirtschaftsentwicklung (v.a. Tourismus).

Aus geowissenschaftlicher Sicht dienen Geoparks insbesondere

  • das geologische Erbe der Region zu wahren,
  • die inneren Zusammenhänge des "Systems Erde" darzustellen sowie
  • die Beziehung zwischen der Verteilung natürlicher Ressourcen und der Wirtschafts- und Kulturgeschichte in der Region herauszustellen.

Die Zertifizierung als "Nationaler GeoPark" beinhaltet für diese Gebiete keine eigene rechts-verbindliche Schutzkategorie vergleichbar den Natur- oder Nationalparken. Es ist ein Gütesiegel im Sinne einer einheitlichen Qualitätssicherung aller Geoparke.

Bayernkarte mit eingezeichneten Grenzen der GeoParks Bild vergrössern Die GeoParks in und um Bayern

Als "GeoPark" werden hier nur die Angebote vorgestellt, die diesen Anforderungen entsprechen. Daneben gibt es noch weitere geologisch interessante Angebote, die den Namen GeoPark führen. Diese sind unter der Internetseite zu den GeoLehrpfaden aufgeführt.

In Bayern gibt es derzeit drei Nationale Geoparks. Ein weiterer Geopark befindet sich im Aufbau und bemüht sich um die Zertifizierung.

GeoPark Ries

Der Nationale GeoPark Ries präsentiert einen der besterhaltenen Meteoritenkrater der Erde und liegt zum größten Teil in Bayern. Vor 14,5 Millionen Jahren raste ein etwa 1 km großer kosmischer Körper (Asteroid), begleitet von einem 150 m großen Trabanten, auf die Erde zu. Beide schlagen mit einer Geschwindigkeit von über 70.000 km/h auf der Albhochfläche ein und erzeugen zwei Krater mit Durchmessern von 25 und 4 km: das Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken.

GeoPark Bayern-Böhmen

Dem GeoPark gehören Teile Nordostbayerns und der angrenzenden Tschechischen Republik an. Aufgrund seiner Lage im Kreuzungsfeld erdgeschichtlich bedeutender Bruchsysteme (u.a. Fränkische Linie, Egerrift, Marienbader Störung) sowie plattentektonischer Prozesse während der Entstehung des Variszischen Gebirges, steht dieser GeoPark unter dem Motto "Bewegte Erde in Europas geologischer Mitte".

Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

Der Nationale Geo-Naturpark reicht im Raum Miltenberg nach Bayern herein. Unter dem Motto "Zwischen Granit und Sandstein – Kontinente in Bewegung" werden in diesem Geopark vor allem das Variszische Gebirge, die Trias (Buntsandstein und Muschelkalk) sowie der Oberrheingraben thematisiert.

GeoPark Schieferland (im Aufbau)

Der zentrale Teil des bayerisch-thüringischen GeoPark-Gebietes bildet die variszische Gebirgsbildung. Mit der Region südlich von Saalfeld präsentiert sich das Typusgebiet der "Thüringischen Fazies" und ihrer weit verbreiteten und charakteristischen Gesteinsabfolge. Viele der Gesteine der "Bayerischer Fazies" des Frankenwaldes sind hingegen einzigartig und erst das in den letzten Jahrzehnten gewonnene Verständnis der Kontinentalverschiebung konnte offen legen, dass sie in unterschiedlichsten Regionen der Welt des Erdaltertums entstanden.

Weiterführende Informationen

Links zu anderen Angeboten