Präsentationsbausteine - Wie man den Boden besser begreifen kann

Um das Thema Boden auf Veranstaltungen auch einem breiten Publikum öffentlichkeitswirksam präsentieren zu können, wurden „Präsentationsbausteine Boden“ entwickelt. Anhand dieser Bausteine können Besucher den Boden mit seinen manchmal verborgenen Eigenschaften und Funktionen erleben und sinnlich erfahren. Dabei steht die sinnliche Wahrnehmung des Bodens neben umfangreichen Informationen über das Thema im Vordergrund der Ausstellung.
Die Präsentationsbausteine bieten eine gute Möglichkeit den Boden auf Veranstaltungen zu präsentieren und den Bürgern näher zu bringen. Besonders angesprochen werden sollen Kinder und Jugendliche ab der 5. Jahrgangsstufe sowie interessierte Erwachsene.
Die Bausteine sind bisher auf Landes- und Bundesgartenschauen, aber auch in Museen und Naturkundeausstellungen erfolgreich zum Einsatz gekommen. Sie sind geeignet für den Innen und Außeneinsatz (stabil und regenfest) und erfordern einen nur geringen Betreuungsaufwand. Folgende Bausteine konnten bisher realisiert werden:

Alle Bausteine können für Veranstaltungen zum Thema Boden vom Landesamt für Umwelt verliehen werden.
Um weitere Informationen zu erhalten senden Sie bitte eine E-Mail an info-geotope.

Baustein 1 Bodenentstehung:

Baustein 1 - Bodenentstehung Bild vergrößern Baustein 1 - Bodenentstehung

Dargestellt wird die Entstehung von Böden durch die Gesteinsverwitterung und die Humuszersetzung, indem unterschiedliche Verwitterungs- und Zersetzungsstadien in Sichtschälchen in einem Präsentationstisch dargestellt werden. Die Materialien sind betastbar, können aber zur Sicherung auch mit einer Plexiglasplatte abgedeckt werden.

Als Synthese von Gesteinsverwitterung und Humuszersetzung wird ein humoser Oberboden in typischer farblicher und textureller Ausprägung präsentiert. In der Mitte des Präsentationstisches werden die Verwitterungs- und Zersetzungsstadien von Boden und Humus in einem eingelassenen Plexiglaskasten den Horizonten eines fotografierten Bodenprofils zugeordnet.

Baustein 2 Fühlen und Riechen:

Baustein 2 - Fühlen und Riechen Bild vergrößern Baustein 2 - Fühlen und Riechen

Den unmittelbarsten Bezug zum Boden kann man durch eine sinnliche Wahrnehmung herstellen. In einem Quiz wird der Besucher angeleitet, anhand der Fingerprobe die Bodenarten Sand, Schluff, Ton und Lehm zu identifizieren. An zwei Riechklappen kann der Besucher den Geruch zweier feuchter Humusproben (Rohhumus und Moder) testen und vergleichen.

Dieser Baustein ist vor allem für den Außeneinsatz gedacht. Kinder regt er zum Kneten, Formen und Modellieren mit dem Boden ein.

Baustein 3 Lebensraumfunktion:

Baustein 3 - Lebensraumfunktion Bild vergrößern Baustein 3 - Lebensraumfunktion

Zwei Plexiglasvitrinen zeigen die Lebensraumfunktion für Pflanzen auf zwei unterschiedlichen Böden. Die eine Vitrine zeigt eine Parabraunerde, die mit Weizen bestanden ist, die andere Vitrine enthält eine flachgründige Rendzina mit einer Kalkmagerrasenvegetation. Der Blick durch die Vitrinenwand auf den steinigen Untergrund und die nur flache Bodendecke verdeutlicht die extremen Eigenschaften dieses Standortes.

Bei einem längerfristigen Einsatz dieses Bausteins kann die Vegetationsentwicklung in beiden Vitrinen verfolgt werden. Die Vegetation kann durch einen Vitrinenaufsatz aus Plexiglas geschützt werden, so dass sich die Betreuung des Bausteins auf regelmäßiges Giessen beschränkt.

Baustein 4 Bodenvielfalt:

Baustein 4 - Bodenvielfalt Bild vergrößern Baustein 4 - Bodenvielfalt

In einem Schubladenkasten sind die in Bayern vorkommenden Böden und Gesteine in drei "Bodenstockwerken" (Oberböden, Unterböden, Ausgangsgesteine) in den Umrissen Bayerns entsprechend ihrer regionalen Verbreitung präpariert. Besonderen Wert wurde auf die Vielfalt von Farbe und Textur der Böden und Gesteine gelegt.

Die Präparate können betastet werden. Dieser Baustein ist auch gut als längerfristiges Ausstellungselement geeignet.

Baustein 5 Wasserspeicher:

Baustein 5 - Wasserspeicher Bild vergrößern Baustein 5 - Wasserspeicher

In einem Wägeexperiment kann das Wasserspeichervermögen zweier Böden (Sand- und Lehmboden) untersucht werden. Die Gewichtsdifferenz zwischen einer Säule mit wassergesättigtem Boden (Feldkapazität) und einem lufttrockenem Boden wird durch Befüllen eines Becherglases mit Wasser bis zum Gleichgewicht ausgeglichen.

Das hohe Wasserspeichervermögen des Lehmbodens (ca. 40%) im Vergleich zum Sandboden (ca. 15%) ist für viele Besucher verblüffend. Mit einer Plexiglashaube geschützt kann der Baustein auch als anschauliche Vitrine unbetreut aufgestellt werden. Durch die Einfärbung des Wassers in den Bechergläsern können die Unterschiede im Wasserspeichervermögen gut sichtbar gemacht werden.

Baustein 6 Filterfunktion:

Baustein 6 - Filterfunktion Bild vergrößern Baustein 6 - Filterfunktion

In einem Säulenexperiment kann eine mit Sand und eine mit humosem Lehmboden befüllte Plexiglassäule mit Kaffee begossen werden. Während aus der mit Lehmboden gefüllten Säule nach einiger Zeit klares Wasser tropft, fließt der Kaffee durch die mit Sand gefüllte Säule ungehindert hindurch. Mit einer Plexiglashaube geschützt kann der Baustein auch als anschauliche Vitrine unbetreut aufgestellt werden. Nach einigen Tagen in Betrieb muss das Filtermaterial ausgetauscht werden.

Weiterführende Informationen

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