Bodendauerbeobachtung

Um Erkenntnisse über den Boden zu erhalten, wird häufig der Bodenzustand erfasst. Da dieses Vorgehen für Prognosen über Veränderungen der Stoffgehalte und Prozesse nicht ausreichend ist, wurde das sog. Bodenmonitoring am Bayerischen Landesamt für Umwelt installiert. Mit dem Bodenmonitoring überprüft man an sog. Boden-Dauerbeobachtungsflächen (BDF) Böden z.T. über mehrere Jahrzehnte hinweg. Zwei Formen der Boden-Dauerbeobachtung werden unterschieden:

Lage der Bodendauerbeobachtungsflächen in Bayern Bild vergrößern Lage der Bodendauerbeobachtungsflächen in Bayern

Die Basis-Bodendauerbeobachtung wird seit Mitte der achtziger Jahre durchgeführt. Auf den Basis-Bodendauerbeobachtungsflächen (Basis-BDF) wird die Bodenprobenahme nach einem eigens entwickelten Schema durchgeführt, um eine möglichst repräsentative Aussage über Stoffgehaltsveränderungen treffen zu können.
Das LfU betreut derzeit 61 Basis-BDF. Außerdem unterhalten die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft und die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft nutzungsbezogen weitere 132 bzw. 78 Bodendauerbeobachtungsflächen.
Erste Ergebnisse zeigen statistisch nachweisbare Veränderungen ausgewählter Parameter. Die Interpretation der im Boden ablaufenden Prozesse bleibt jedoch begrenzt.

Radioaktivitäts-Routinemessprogramm im Rahmen des Strahlenschutzvorsorgegesetzes (Radio-BDF)

Probenahmeschema der Radio-BDF Bild vergrößern Probenahmeschema der Radio-BDF

Im Radioaktivitäts-Routinemessprogramm werden in Bayern seit 1990 jährlich auf 8 Flächen von 50 x 50 Metern Größe Bodenproben entnommen. Dabei werden auch Mischproben gebildet, um die Variabilität der Radioaktivität im Boden zu erfassen. Das Programm wurde im Zusammenhang mit dem atomaren Unfall in Tschernobyl und dem daraus resultierenden radioaktiven Fallout ins Leben gerufen und soll Veränderungen der Radioaktivität im Boden beobachten.
Aufgrund der inzwischen 25 jährigen Messerfahrung ist geplant künftig die Messintervalle auszudehnen.