Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Wasserkreislauf und -bilanzen

Allgemeines zum Wasserkreislauf

Der Wasserkreislauf ist von ständigen Zustands- und Ortswechseln des Wassers bestimmt. Auf diese Weise erneuert sich fortwährend der Süßwasservorrat der einzelnen Flussgebiete, der sonst schnell erschöpft wäre. Dazu findet sich ein Zusammenspiel aus Atmosphäre, Land und den Ozeanen. Die Hauptkomponenten des Wasserkreislaufes sind der Niederschlag, die Verdunstung, der oberirdische Abfluss über Bäche, Flüsse und Seen, das Grundwasser, der atmosphärische Wasserdampftransport und die Kondensation.
Das Wasser gelangt als Niederschlag auf Pflanzen und den Boden. Dort verdunstet es teilweise wieder in die Atmosphäre, versickert im Boden oder es bildet sich Abfluss auf der Oberfläche, abhängig von Boden, Bewuchs und Gelände. Im Boden gelangt das Wasser nach geraumer Zeit wieder an die Oberfläche und bildet dort zusätzlichen Abfluss oder es versickert weiter in das Grundwasser. Dort kann es eine größere Verweilzeit besitzen als in anderen Komponenten des Wasserkreislaufs, es nimmt aber weiter am Wasserkreislauf teil.

Aller Abfluss fließt schließlich den Ozeanen zu, in denen ein Großteil der Verdunstung stattfindet. Verdunstetes Wasser bedingt eine hohe Luftfeuchte. Unter dieser Umgebung kondensiert dieses bei Abnahme der Temperatur in höheren Luftschichten zu kleinen Tropfen, Wolken bilden sich. Diese werden in der Atmosphäre teilweise über lange Strecken transportiert bevor es wieder zum Niederschlag kommt.

Wasserbilanzen

Ein gesunder Wasserhaushalt ist Voraussetzung für eine intakte Natur: Menge, Verteilung und Beschaffenheit des Wassers bestimmen die Lebensbedingungen für Menschen, Tiere und Pflanzen. Der Wasserkreislauf besteht aus verschiedenen Komponenten: dem Niederschlag, der Verdunstung, dem oberirdischen Abfluss über Bäche, Flüsse und Seen sowie dem Grundwasser.

Gezeichnete Bayernkarte mit den Zuflüssen und Abflüssen nach und aus Bayern Bild vergrössern Teilvorgänge in der Wasserbilanz

Von den durchschnittlich 940 Millimetern Jahresniederschlag in Bayern - das sind 940 Liter pro Quadratmeter - werden insgesamt ca. 530 Millimeter von Pflanzen (384 Millimeter) oder über den Boden (144 Millimeter) verdunstet. Die übrigen 410 Millimeter fließen über das Grundwasser (217 Millimeter), über Quellen, Bäche und Flüsse (193 Millimeter) dem Meer zu. Zusätzlich zu den Niederschlägen fließen ca. 351 Millimeter - also 351 Liter pro Quadratmeter - in Form von Grund und Oberflächenwasser (hauptsächlich aus Baden-Württemberg und Österreich) nach Bayern. Insgesamt verlassen ca. 761 Millimeter Oberflächen- und Grundwasser Bayern in Richtung Nachbarländer und münden letztendlich ins Meer. Von der gesamten zur Verfügung stehenden Wassermenge nutzt der Mensch rund 76 Millimeter für Privathaushalte, Landwirtschaft und Industrie. Von diesem Wasser kehren 74 Millimeter als erwärmtes oder verschmutztes Wasser über Oberflächengewässer und Grundwasser sowie 2 Millimeter durch Verdunstung in den Wasserkreislauf zurück.

Karten zur Wasserbilanz

Mittlerer Jahresniederschlag in Bayern

Mittlerer Jahresabfluss in Bayern

Mittlerer Jahresverdunstung in Bayern