Ergebnisse - Langjährige Zeitreihen

Zeitreihe der Bleigehalte im Moos (1986-2009)

Der Bioindikator Moos zeigt insgesamt rückläufige Auswirkungen von Metalleinträgen auf die Vegetation. Besonders deutlich ist der Rückgang der Bleigehalte, der vor allem auf das Verbot bleihaltiger Kraftstoffe im Benzinbleigesetz zurückzuführen ist. Von 1971 an wurde der Zusatz von Blei in Ottokraftstoffen begrenzt, 1988 wurde die Abgabe bleihaltigen Normalbenzins in Deutschland verboten. Seit 2001 sind verbleite Kraftstoffe EU-weit verboten.

Entwicklung des bayernweiten Bleigehaltes im Moos Bild vergrössern Entwicklung des bayernweiten Bleigehaltes im Moos (Median, blau) und des Bleigehaltes im Feinstaub (Mittelwert ausgewählter Stationen, orange) 1986 – 2009
(R² = Bestimmtheitsmaß;
Irrtumswahrscheinlichkeit < 1%)

Der bayernweite Rückgang der Bleianreicherung im Moos (blau) ist gegenüber der Entwicklung der an wenigen verkehrsnahen Standorten gemessenen Bleigehalte im Feinstaub (orange) zeitlich verzögert und weniger ausgeprägt. Die abseits von Straßen gesammelten Moosproben beschreiben die Auswirkungen diffus über das Land verteilter Bleieinträge aus unterschiedlichen Quellen auf die Vegetation. Das Moos-Messnetz wird alle 2 (seit 2007 alle 3) Jahre beprobt. Durch den längeren Anreicherungszeitraum und den Abstand zu Emissionsquellen wird hier die Reaktion auf die Schadstoffminderung verzögert und in geringerem Ausmaß nachgewiesen. Die straßennah, also nahe der Hauptemissionsquelle Kfz-Verkehr genommenen Feinstaubproben belegen dagegen die unmittelbaren Folgen des Bleirückgangs in Kraftstoffen.

Zeitreihe von Antimon in Graskulturen (1996 - 2010)

Antimon wird als gesundheitsschädlich und umweltgefährlich eingestuft. Seit der Beobachtung auffälliger Antimonanreicherungen in standardisierten Graskulturen an verkehrsnahen Standorten in den frühen 90er-Jahren und der Identifikation des Abriebs aus Bremsbelägen von Kraftfahrzeugen als Hauptquelle für Antimoneinträge wird die Entwicklung der Antimoneinträge und -wirkungen verfolgt (wirkungsbezogenes Monitoring).

Jahresmittel der Antimongehalte in standardisierter Graskultur Bild vergrössern Jahresmittel der Antimongehalte in standardisierter Graskultur an den ländlichen Dauerbeobachtungs- stationen (DBS) und an der DBS München 1996 – 2010 (R² = Bestimmtheitsmaß)

In der Graskultur lässt sich an der verkehrsbeeinflussten Dauerbeobachtungsstation (DBS) München (26 m Abstand zum stark befahrenen Isarring) bis 2004 eine Zunahme der Antimongehalte feststellen (Irrtumswahrscheinlichkeit < 5%). Ab 2004 zeigt sich ein deutlich abnehmender Trend (Irrtumswahrscheinlichkeit < 1%). Im Gegensatz dazu bewegen sich die Jahresmittelwerte der Antimongehalte an den ländlichen DBS auf sehr viel niedrigerem Hintergrundniveau, mit einem signifikanten Anstieg bis 2007 (Irrtumswahrscheinlichkeit < 5 %).


Jahresmittel der Antimongehalte in standardisierter Graskultur Bild vergrössern Jahresmittel der Antimongehalte im Staubniederschlag an den ländlichen Dauerbeobachtungsstationen (DBS) und an der DBS München 1996 – 2010 (R² = Bestimmtheitsmaß)

Die Messung von Antimon im Staubniederschlag (Bergerhoff-Verfahren) an der DBS München kann den in der Graskultur festgestellten Anstieg bis 2004 nicht in gleichem Maße abbilden, wenn auch hier die gemessenen Werte weit über den Gehalten der ländlichen DBS liegen. Hier ist bis 2003 kein Trend abzulesen. Ab 2003 ist eine abnehmende Tendenz festzustellen (Irrtumswahrscheinlichkeit < 1%). An den ländlichen DBS ist über den gesamten Zeitraum eine signifikante Abnahme der Antimongehalte (Irrtumswahrscheinlichkeit < 1%) zu beobachten.


Entwicklung charakteristischer Elementgehalte in willkürlich ausgewählten Bremsbelägen verschiedener Fabrikate Bild vergrössern Entwicklung charakteristischer Elementgehalte in willkürlich ausgewählten Bremsbelägen verschiedener Fabrikate

Die Ergebnisse der Staubniederschlags-messungen sind in ihrer Tendenz nur abschnittsweise deckungsgleich mit den Ergebnissen zur Antimonanreicherung in Graskulturen als Stellvertreter für die Vegetation. Die Staubsammlung nach Bergerhoff erfasst vornehmlich den Grobstaubanteil, die Graskultur aber auch das gasförmig und mit dem Feinstaub verfrachtete Antimon. Grobe und feine Staubfraktionen haben unterschiedliche Ausbreitungseigenschaften und Anreicherungsmechanismen gegenüber pflanzlichen Oberflächen, sodass die alleinige Untersuchung des Staub-niederschlags nicht ausreicht, die Wirkung auf Pflanzen zu erkennen.