PRESSEMITTEILUNG

Nr. 50 / Freitag, 28. Juli 2006

Geotope in Bayern
Umweltministerium nimmt den oberbayerischen ’Mühlsteinbruch Hinterhör’ in Bestenliste der 100 schönsten Geotope auf

Quelle: LfU
+++ Der ’Mühlsteinbruch Hinterhör’ bei Neubeuern (Landkreis Rosenheim) wurde heute vom Bayerischen Umweltministerium in die Bestenliste der 100 schönsten Geotope Bayerns aufgenommen. Bei einer vom Markt Neubeuern ausgerichteten Feierstunde übergab Ministerialrätin Christina von Seckendorff das Geotop-Gütesiegel an die Geotop-Paten: Schiffsleutbruderschaft Neubeuern und Trachtenverein Innergrün (Altenbeuern). "Geotope wie der Mühlsteinbruch Hinterhör sind einmalige Denkmäler der Erdgeschichte und der mühsamen Nutzung der Gesteine durch den Menschen. Ihre Attraktivität gilt es zu erhalten und touristisch sowie naturschutzfachlich zu nutzen" sagte von Seckendorff. Auf die 100 eindrucksvollsten bayerischen geologischen Schätze wird mit Infotafeln vor Ort, Wegweisern an Wanderwegen und Faltblättern in Fremdenverkehrsämtern aufmerksam gemacht. Einheimische und Touristen haben so die Möglichkeit, bei einem Besuch alles Wissenswerte über die Geologie und Natur unserer steinalten Naturschätze "mitzunehmen". Das Umweltministerium wird sein BayernNetzNatur, das bis jetzt bereits aus über 300 Biotopverbünden und 48 Gütesiegel-Geotopen besteht, in den kommenden Jahren noch engmaschiger knüpfen. +++

Eindrucksvoller als jedes Denkmal dokumentiert der Mühlsteinbruch Hinterhör die harte Arbeit, mit der jahrhundertelang die besonderen Gesteine der Region genutzt wurden. Die Verbindung der erdgeschichtlichen Eigenart mit der Wirtschafts- und Technikgeschichte der Region macht ihn zu einer der interessantesten geologischen Sehenswürdigkeiten im Inntal.

Während der vergangenen 100 Millionen Jahre führten große tektonische Bewegungen zur Entstehung der Alpen. Rund um Neubeuern finden sich dadurch heute auf engstem Raum Gesteine, die ursprünglich sehr weit voneinander entfernt entstanden waren. Der Mühlsandstein von Neubeuern wurde auf dem Südrand der europäischen Kontinentalplatte abgelagert. Flüsse mündeten hier in ein flaches Meer und bildeten einzelne Sandfächer. Später schob sich die Adriatisch-Afrikanische Kontinentalplatte über die Europäische. Dabei wurde der Mühlsandstein mitgeschleppt und liegt nun direkt neben dem Meeresboden eines verschwundenen Ozeans und den aus "Afrika" stammenden Gesteinen der Nördlichen Kalkalpen.

Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften war der Mühlsandstein besonders zur Herstellung von Bodensteinen für Mühlen geeignet. Von 1572 bis 1860 hat man diese hier gewonnen. Die Abbauspuren sind heute noch deutlich an der Wand des Steinbruchs zu erkennen.

Neun der bisher 48 prämierten Geotope liegen in Oberbayern. Darunter auch der Gletscherschliff bei Fischbach im Inntal und der Findling Steinwies bei Au. Weitere Geotop-Prämierungen sind in Bayern zum fünften bundesweiten "Tag des Geotops" am Sonntag dem 17. September geplant. Mehr Infos zum den ’Mühlsteinbruch Hinterhör’ und den ’Schönsten Geotopen Bayerns’ unter www.geotope.bayern.de.

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