PRESSEMITTEILUNG

Nr. 17 / Mittwoch, 09. Juni 2010

Geologie
Oberfränkische Grabung legt 485 Millionen Jahre alten Fundort der Meerestiere frei

"Über 40 verschiedene Meerestiere versteinert – In dem warmen Ozeanwasser entstanden viele neue Tierarten; das Leben im Meer explodierte förmlich"

Quelle: LfU
(Hof) +++ Der weltberühmte, 485 Millionen Jahre alte Fundort der Meerestiere bei Leimitz ist für die Wissenschaft wieder frei zugänglich; gemeinsam haben Stadt Hof und Landesamt den verschütteten Fossilfundort für das Internationale Paläontologentreffen in Hof offen gelegt. Dies betonte Roland Eichhorn, Chef-Geologe am Landesamt für Umwelt heute anlässlich einer konzertierten Fossil-Grabungsaktion an dem berühmten Fundort in der sogenannten Leimitz-Formation. Eichhorn: "Das Gestein kommt weltweit nur hier vor. Mehr als 40 verschiedene Meerestiere wurden daraus geborgen." Zur Zeit der Entstehung ließ eine um zwei Grad höhere Durchschnitts-Temperatur den Meeresspiegel um 180 Meter ansteigen. "In dem warmen Ozeanwasser entstanden viele neue Tierarten; das Leben im Meer explodierte förmlich", so Eichhorn. Der Feldweg bei Leimitz in der Nähe der Stadt Hof ist namensgebend für die Leimitz-Formation: ein Gesteinsabschnitt aus hellen Schluff- und Sandsteinen, dem Geologen weltweit Aufmerksamkeit zollen: Die Versteinerungen lassen präzise auf das hohe Alter von 485 Millionen Jahren schließen. Derzeit untersuchen 32 Mitglieder der International Union of Geological Sciences und der International Subcommission on Cambrian Stratigraphy aus China, USA, Russland, Schweden, Spanien, Australien, Kasachstan, Deutschland und Tschechien die Fundstelle. +++

Die Besonderheit des Feldwegs bei Leimitz wurde im frühen 19. Jahrhundert vom Hofer Bürger August Schneider erkannt, der die ersten Fossilien fand. Der berühmte französisch-böhmische Paläontologe Joaquin Barrande studierte diese und erkannte deren Bedeutung. Die Lokalität wurde zwar von vielen Wissenschaftlern aus nahezu aller Welt besucht, verfiel aber seit den 1960er Jahren zusehends.
aber seit den 1960er Jahren zusehends.

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