PRESSEMITTEILUNG

Nr. 71 / Freitag, 17. Oktober 2008

Geologie in Bayern
Mainschleife bei Volkach wird 75. Geotop in der Bestenliste "100 schönste Geotope" Bayerns

Quelle: LfU
(Volkach) +++ Die Volkacher Mainschleife im Landkreis Kitzingen wurde heute in die Liste der Top-100-Geotope aufgenommen. "Die Mainschleife ist die größte Flussmäander-Landschaft in Bayern", sagte Josef Schwarzmeier vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) bei der Übergabe des Geotop-Gütesiegels an die Stadt Volkach. "Die typischen Landschaftsformen, wie steile Prallhänge und flache Gleithänge sind hier besonders gut erkennbar", so Schwarzmeier weiter. Geotope sind bemerkenswerte Werke der Natur, zum Beispiel markante Felstürme, Findlinge, Gletscherschliffe oder Höhlen. Ihre Attraktivität gilt es zu erhalten und touristisch sowie naturschutzfachlich zu nutzen. Einschließlich der Volkacher Mainschleife wurden bislang insgesamt 75 Objekte mit dem Gütesiegel "Bayerns schönste Geotope" ausgezeichnet. In Unterfranken wurden bereits der Basaltbruch am Lindenstumpf, der Frickenhäuser See, das Kupferbergwerk Wilhelmine, das Muschelkalkprofil Kalbenstein, die Burgruine Rotenhan, das Schwarze Moor und die Schichtstufen am Schwanberg in die Liste aufgenommen. +++

Für jedes Geotop bieten Internet-Informationen und Faltblätter in den Fremdenverkehrsämtern umfassende Erläuterungen. Hinweisschilder an den Wanderwegen leiten die Besucher zu den Naturschätzen und den dortigen Informationstafeln. Einheimische und Touristen haben so die Möglichkeit, alles Wissenswerte über die Geologie unserer steinalten Naturschätze ’mitzunehmen’.

Nur wenige "Orte auf der Erdoberfläche" (Geotope) ermöglichen es, das Wissen über die Entstehung unserer Erde und die Entwicklung des Lebens auf ihr zu gewinnen und zu vermehren. Geotope werden im Freistaat seit 1985 systematisch erfasst. Bisher wurden rund 3.000 vom Geologischen Landesamt (jetzt: Bayerisches Landesamt für Umwelt) detailliert beschrieben und im Geotopkataster Bayern aufgenommen. Weitere Informationen hierzu unter: www.geotope.bayern.de. Ein Gremium von Fachleuten des LfU – der obersten Fachbehörde für Geologie, Natur, Wasser und Umwelt – und der Umweltverwaltung wählt die 100 Geotope aus, die in die Bestenliste aufgenommen werden.

Fakten-Kasten zum Geotop ’Volkacher Mainschleife’

  • In der Tertiärzeit waren weite Teile Nordbayerns ein Festland, das unter subtropischen Bedingungen der Verwitterung ausgesetzt war. Zunächst wurde das Gebiet flächenhaft abgetragen, so dass sich weit ausgedehnte flache "Rumpfflächen" bildeten.
  • Vor etwa 5 bis 7 Millionen Jahren bildeten sich bis 10 km breite, aber nicht sehr tiefe Talzüge in der flachen Landschaft. Spätestens im Pliozän vor ca. 3 Millionen Jahren begann aufgrund anhaltender Hebungen des Gebietes die verstärkte Eintiefung der Täler. Damit wurden die heutigen Haupttalsysteme festgelegt.
  • Bei der Einschneidung des Mains in sein heutiges Tal tieften sich die Flussmäander in charakteristischer Weise ein: Steile Prallhänge entstehen, weil der Fluss in Biegungen zur Seitenerosion neigt und die in einer Flussschlinge außen liegenden Bereiche stärker unterschneidet und abträgt. Im Gegensatz dazu bilden sich auf der Innenseite von Flussschlingen flache Gleithänge.
  • Entlang der "Volkacher Mainschleife" sind die typischen Prall- und Gleithänge trotz großer Umgestaltungen durch den Menschen besonders gut erkennbar. Das liegt auch daran, dass der freie Blick auf die Flusstal-Morphologie nicht durch Wald-Vegetation eingeschränkt wird.



Redaktionelle Hinweise:
Weitere Informationen zur ’Volkacher Mainschleife’ im Internet unter http://www.lfu.bayern.de

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