PRESSEMITTEILUNG

Nr. 64 / Donnerstag, 02. Oktober 2008

Geologie in Bayern
"Doggerfelsen Niederhofen" mit dem Geo-Gütesiegel ausgezeichnet

Ministerialrätin Christina von Seckendorff bei Festakt: "Doggerfelsen Niederhofen" ab sofort in Bayerns Bestenliste der "100 schönsten Geotope"

Quelle: LfU
(Pilsach) +++ Die "Doggerfelsen Niederhofen" bei Neumarkt in der Oberpfalz wurden heute vom Umweltministerium prämiert und gehören damit offiziell zu den 100 bedeutendsten geologischen Naturwundern Bayerns. Mit 150 Metern Länge und 10 Metern Höhe liegt zwischen Niederhofen und Dietkirchen auf dem Gemeindegebiet von Pilsach einer der größten Gesteinsaufschlüsse im Eisensandstein. Interessante Verwitterungsformen und kleine Eisenerzflöze können hier studiert werden und machen Niederhofen nicht nur für Geowissenschaftler zu einem lohnenden Ziel. "Die Sandstein-Felswand mit ihren Felsenkellern ist ein einmaliges Dokument der Natur- und Kulturgeschichte der Region", erklärte Ministerialrätin von Seckendorff heute beim Festakt. "Mit Hilfe solcher Geotope sensibilisieren wir die Menschen für unser Naturerbe und fördern damit gleichzeitig den sanften Tourismus." Mit den Doggerfelsen erhielt zum 11. Mal ein oberpfälzisches Geotop die begehrte Auszeichnung. +++

Für jedes Objekt aus der Bestenliste "Bayerns schönste Geotope" bieten Internet-Informationen und Faltblätter in den Fremdenverkehrsämtern der Gemeinden umfassende Erläuterungen. Hinweisschilder an den Wanderwegen leiten die Besucher zu den Naturschätzen und den dortigen Informationstafeln.

Seit 1985 werden Geotope im Freistaat systematisch erfasst. Etwa 3.000 Einträge umfasst der GEOTOPKATASTER BAYERN des Bayerischen Landesamts für Umwelt. Weitere Informationen hierzu unter: www.geotope.bayern.de und in der Broschüre "Geotope in der Oberpfalz".

Fakten-Kasten zum Geotop ’Doggerfelsen Niederhofen’

  • Die Sandsteine entstanden vor etwa 175 Millionen im Erdzeitalter des "Dogger" (Mittlerer Jura) als Flüsse sandreiches Material in ein damals in Nordbayern existierendes Meer transportierten. Zusammen mit den Sandsteinen kommen verschiedene andere Gesteine, wie Tone und Eisenerz-Flöze vor. Aufgrund der eisenreichen Ablagerungen werden die Schichten des Mittleren Dogger auch als "Eisensandstein" bezeichnet.
  • Gesteine aus dem Mittleren Dogger wurden zu vielseitigen Zwecken durch den Menschen genutzt: Die hohe Standfestigkeit und dennoch leichte Bearbeitbarkeit machte manche Sandsteine ideal zur Anlage von Felsenkellern, der Sand wurde früher zur Reinigung von Gebäuden als "Stubensand" verwendet. Härtere Partien dienten der Gewinnung von Bausteinen. Mancherorts wurden die Eisenerz-Flöze abgebaut. Bis heute dienen weiße Quarzsande als Rohstoff für die Glasherstellung. "Rötel" wird zur Herstellung von Naturfarben und zur Färbung von Ziegel- und Keramik-Produkten verwendet.
  • Die Felswand in Niederhofen wurde ebenfalls durch den Abbau der Sandsteine freigelegt. Hieraus wurde früher v.a. Sand für Bauzwecke gewonnen. In der Felswand befinden sich zahlreiche Eingänge von Felsenkellern und kleine Eisenerz-Flöze. Gut zu sehen sind Sedimentstrukturen und löcherige Verwitterungsformen. Die Vielfalt der hier erkennbaren charakteristischen Eigenschaften des "Eisensandsteins" macht die Doggerfelsen Niederhofen zu einem besonderen Geotop.
  • Die Doggerfelsen stellen einen wichtigen Lebensraum für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten (z.B. Scharfer Mauerpfeffer, Acker-Wachtelweizen, Heide-Nelke und verschiedene Wildbienen wie z.B. Mauerbienen) dar.



Redaktionelle Hinweise:
Weitere Informationen zu den ’Doggerfelsen Niederhofen’ im Internet unter http://www.lfu.bayern.de

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