PRESSEMITTEILUNG

Nr. 62 / Dienstag, 30. September 2008

Strahlenschutz
Eine Wand, die es in sich hat

Einmalig in Deutschland: Strahlenschutz-Fachleute kalibrieren Messgeräte an spezieller Übungswand, die vom Landesamt gemeinsam mit Regensburger Forschern entwickelt wurde

Quelle: LfU
(Augsburg) +++ Diese Wand hat es in sich: in der Universität Regensburg steht abgeschirmt in einem Labor eine Spezialanfertigung, die das Landesamt für Umwelt (LfU) in Kulmbach gemeinsam mit Regensburger Forschern entwickelt hat und die in Deutschland einmalig ist. In die regelmäßig gebohrten Zylinder einer zwei mal zwei Meter großen Betonwand füllen die Fachleute Präparate mit bekannter Radioaktivität, insgesamt können es bis zu 256 Proben sein. Die Löcher können dann mit Betonstopfen unterschiedlicher Dicke verschlossen werden. Nun schlägt die Stunde der Mess-Fachleute: mit speziellen Messdetektoren können sie an Ort und Stelle die Radioaktivität bestimmen und ihre Geräte kalibrieren, weil die Strahlung der eingesetzten Proben bekannt ist. Immer wieder nehmen Experten aus ganz Deutschland diese Gelegenheit wahr. Iim Rahmen eines Workshops, an dem das LfU maßgeblich beteligt ist, trainieren zur Zeit elf Fachleute an dieser Übungswand High-Tech-Messungen, wie beim Rückbau schwach radioaktiv belasteter Gebäudeteile in Kernkraftwerken direkt angewendet werden können. +++

Die direkte Messung der einzelnen Gebäudeteile an Ort und Stelle hat zahlreiche Vorteile gegenüber der Entnahme von Materialproben, die anschließend im Labor untersucht werden: so sind kürzere Messzeiten möglich und die Messergebnisse liegen sofort vor. Darüber hinaus wird ein wesentlich größerer Anteil der auszumessenden Gebäudeteile einer Messung unterzogen als beim sonst üblichen Stichprobenverfahren. Damit kann die Radioaktivtität wesentlich präziser bewertet und unmittelbar vor Ort entschieden werden, wie mit den Materialien weiter zu verfahren ist. Die Messeinrichtungen für die Messung der Gamma-Strahlung radioaktiv belasteter Gebäudeteile (sogenannte In-Situ-Gamma-Spektrometrie) müssen vor dem Messeinsatz kalibriert werden, damit sie auch bei den realen Verhältnissen in der Praxis korrekte Messergebnisse liefern. Dafür ist die Kalibrierwand entwickelt worden. Rund 63000 Euro hat das Bayerische Umweltministerium für das Gesamtprojekt zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen:
http://www.lfu.bayern.de/

Downloads

PDF-Datei zur Pressemitteilung

Pressefoto(s) zur Pressemitteilung