PRESSEMITTEILUNG

Nr. 25 / Freitag, 25. November 2005

Europäische Wasserrahmenrichtlinie
Gemeinsam für den "guten Zustand" an Bayerns Gewässern

LfU-Präsident Göttle spricht sich im Wasserforum für verstärkte Zusammenarbeit aus / nach Bestandsaufnahme werden Überwachungsprogramme aufgestellt

Leitart vieler Alpen- und Mittelgebirgsflüsse: die Äsche
Leitart vieler Alpen- und Mittelgebirgsflüsse: die Äsche (Quelle: LfU)
(München) +++ Albert Göttle, der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), hat sich heute in München beim fünften Bayerischen Wasserforum für eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie ausgesprochen: "Gemeinsam mit Verbänden, Nutzern und Kommunen kommen wir weiter auf dem Weg zum ,guten Zustand‘ für unsere Gewässer. Er wird aber nicht zum Nulltarif zu haben sein und fordert gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten, damit die Ziele erreicht werden". Das Umweltministerium hatte bereits vor zwei Jahren das Wasserforum Bayern eingerichtet. Im Wasserforum begleiten 20 bayerische Verbände und die beteiligten Ressorts die Umsetzung der Richtlinie. Ab dem kommenden Jahr ist nach der Richtlinie die Beteiligung der Öffentlichkeit bei den weiteren Umsetzungsschritten verpflichtend. Die Richtlinie setzt mit neuen Bewertungsverfahren für Flüsse und Seen stärker als bislang auf die Ökologie: Bis 2015 soll in allen natürlichen Oberflächengewässern und im Grundwasser der "gute Zustand" erreicht werden. +++

Bayern hat seine Bestandsaufnahme im Frühjahr abgeschlossen und fristgerecht nach Brüssel gemeldet. Die Verbände des Wasserforums waren im Vorfeld mit Stellungnahmen beteiligt, das LfU hatte die Bestandsaufnahme koordiniert. Danach erfüllen viele bayerische Flüsse, Bäche und Seen sowie mehr als drei Viertel des Grundwassers bereits jetzt die Anforderungen der Richtlinie. Die Bestandsaufnahme bestätigt damit nach Göttles Worten die Erfolge im Gewässerschutz, vor allem bei der Abwasserreinigung.

Gewässer, bei denen es derzeit noch unklar oder unwahrscheinlich ist, ob sie die Ziele der Richtlinie bis 2015 ohne zusätzliche Maßnahmen erreichen, werden künftig im sogenannten Gewässermonitoring vertieft unter die Lupe genommen, sobald praxisreife Verfahren dafür entwickelt sind. Denn die Richtlinie setzt verstärkt auf biologische Kriterien. Künftig sollen auch die Fische, Wasserpflanzen und Algen als Anzeiger der Gewässerqualität untersucht und bewertet werden. Die bekannte und bewährte Gewässergütekarte hat damit nicht ausgedient, sondern wird durch neue Methoden ergänzt. Für Göttle ein Aufwand, der sich lohnt: "Mit den Ergebnissen können Abhilfemaßnahmen gezielter und kosteneffizienter entwickelt werden".

Fische geben als Anzeiger Auskunft über den Zustand der Bäche und Flüsse als Lebensraum. Wenn Strömung und Wasserführung passen, geeignete Unterstände und die richtigen Laichgründe vorhanden sind, und die Fische möglichst ungehindert wandern können, entwickeln sich die für die Region typischen Fischartengesellschaften. Bei Gewässern, die durch befestigte Ufer, Begradigungen, Wehre und Abstürze verändert wurden, werden erst die weiteren Untersuchungen endgültige Sicherheit geben, ob der "gute Zustand" erreicht werden kann. Fachleute des LfU haben die neuen Bewertungsverfahren an rund 100 Stellen in Bayern in Praxistests erprobt und drei Pilotgebiete intensiver untersucht: Die Ergebnisse aus den Flussgebieten der niederbayerischen Vils, der schwäbischen Wertach und des Untermains bei Würzburg sind Grundlage für die Überwachungsprogramme, die ab 2007 landesweit anlaufen.

Weitere Infos: www.wasserrahmenrichtlinie.bayern.de Der zusammenfassende 80-seitige Bericht zur Bestandsaufnahme in Bayern ist dort eingestellt. Er kann kostenlos beim LfU bezogen werden.

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