PRESSEMITTEILUNG

Nr. 20 / Dienstag, 12. Mai 2015

Geologie
Bayerns Gestein des Jahres ist der "Richard-Wagner-Kopf" am Großen Arber

Uralter Gneisfelsen mit besonderem Profil erzählt 480 Millionen Jahre alte Geschichte

Bildmontage „Richard-Wagner-Kopf“
Bildmontage „Richard-Wagner-Kopf“ (Quelle: LfU)
+++ Bayerns Gestein des Jahres 2015 ist der 480 Millionen Jahre alte Gneisfelsen "Richard-Wagner-Kopf" am Gipfel des Großen Arbers. Dies gab der Leiter des Geologischen Dienstes am Landesamt für Umwelt, Dr. Roland Eichhorn, heute gemeinsam mit Dr. Werner Pälchen vom Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler auf dem Arber-Gipfel im Bayerischen Wald bekannt. Eichhorn: "Der Große Arber ist mit seinen 1.456 Metern nicht nur der König des Bayerwaldes, eine Laune der Natur hat im Gipfelbereich einen ganz außergewöhnlichen Felsen erschaffen. Von der Seite betrachtet sieht der Felsen aus wie das Profil des berühmten Komponisten."+++

Der "Richard-Wagner-Kopf" hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Feiner Sand und Ton wurde vor vermutlich rund 480 Millionen Jahren ins Meer geschwemmt und dort abgelagert. Später, vor rund 300 Millionen Jahren, wurden die Ablagerungen bei einer Gebirgsbildung tief ins Erdinnere gedrückt, dort wegen der hohen Temperaturen und Drücke in Gneis umgewandelt und schließlich wieder nach oben gehoben. Wind und Wetter haben ihr Übriges getan, dem Felsen sein unverwechselbares Antlitz zu verleihen. Der riesige ‚Richard-Wagner-Kopf‘ am Westgipfel des Arber liegt auf der Königsetappe des Goldsteig-Wanderweges.

Gneis lässt sich meist sehr gut spalten und ist besonders fest. Eigenschaften, die ihn früher für Mauern und Gebäudefundamente begehrt machten. So sind die Mauern der über 80 Jahre alten Katholischen Pfarrkirche Christkönig in Helmbrechts komplett mit Bruchsteinen aus Gneis erbaut. Heutzutage wird Gneis nur noch in wenigen Brüchen in Bayern u.a. bei Aschaffenburg, bei Helmbrechts, bei Böhmischbruck im Oberpfälzer Wald und bei Rattenberg im Bayerischen Wald abgebaut und als Splitt, Schotter und bituminöses Mischgut im Straßenbau verwendet.
Das Gestein des Jahres wird von einem Expertengremium unter
Leitung des Berufsverbands Deutscher Geowissenschaftler (BDG) ausgewählt.

Weitere Informationen zum Bayerischen Gestein des Jahres und weiteren Beispielen von Gneisen in Bayern

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