Bayerisches Landesamt für
Umwelt

PRESSEMITTEILUNG

Nr. 12 / Freitag, 02. März 2012

Tag des Artenschutzes (3. März)
Kumutat: Der Wiesenweihe geht es in Bayern wieder besser – aber weiterhin besonders schutzbedürftig

+++ Das Artenhilfsprogramm „Wiesenweihe“ ist das erfolgreichste der derzeit 40 Artenhilfsprogramme für Tiere am Landesamtes für Umwelt (LfU). Diese Bilanz zieht Claus Kumutat, Präsident des LfU, zum Tag des Artenschutzes. Anfang der 1990er Jahre gab es in Bayern nur noch einzelne Brutpaare dieses vom aussterben bedrohten Greifvogels. Kumutat: „In Bayern brüteten im letzen Jahr 200 Paare – deutschlandweit gibt es nur etwa 500. Damit beherbergt Bayern Europas erfolgreichsten Brutbestand.“ Der LfU-Präsident sieht in der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten das Erfolgsrezept des Artenhilfsprogramms: „Nur weil Vogelschützer, Landwirte und Behörden an einem Strang ziehen, konnte sich der Bestand der Wiesenweihe in Bayern so gut entwickeln.“ +++

Einen wesentlichen Beitrag haben nach den Worten Kumutats die Landwirte in Mainfranken geleistet: Die Vögel brüten bevorzugt in Getreidefeldern, hier drohen den Jungtieren Gefahren, denn häufig sind sie zum Erntezeitpunkt noch nicht flügge. Deshalb ist es wichtig, die Nester rechtzeitig vor der Ernte ausfindig zu machen und zu kennzeichnen. Diese Aufgabe übernehmen die ehrenamtlichen Vogelschützer des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV). Verzichten die Landwirte anschließend auf das Mähen dieser Flächen, bekommen sie den entgangenen Ertrag sowie einen Mehraufwand von den bayerischen Behörden erstattet.

Auch rund 45 Pflanzenarten wurden in den letzten Jahren im Rahmen von Artenhilfsprogrammen bearbeitet, darunter der Böhmische Enzian und das Bodensee-Vergissmeinnicht. Ziel der zahlreichen Artenhilfsprogramme in Bayern ist es, die Populationen akut gefährdeter Tierarten und die Wuchsorte von besonders seltenen und bedrohten Pflanzenarten dauerhaft zu sichern. „Bei der überwiegenden Mehrzahl der Artenhilfsprogramme sind wir zumindest teilweise erfolgreich. Das freut uns, zeigt aber auch, dass wir noch Arbeit vor uns haben“, so Kumutat.
Eine Übersicht über die bayerischen Artenhilfsprogramme bieten das LfU unter www.lfu.bayern.de/natur.

Faktenkasten Wiesenweihe

  • In allen Roten Listen Mitteleuropas wird die Wiesenweihe als stark gefährdete Vogelart geführt.
  • Der ursprüngliche Lebensraum der Wiesenweihe sind Moore, Flussniederungen oder Streuwiesen. Da diese immer mehr verschwunden sind, brütet der Greifvogel nun vor allem in landwirtschaftlich genutzten Flächen. Auf dem Speiseplan der Vögel stehen vor allem Feldmäuse, aber auch Kleinvögel und Insekten, wie z.B. Heuschrecken.
  • Wiesenweihe sind etwa bussardgroß, aber deutlich schlankerer Gestalt. Sie können eine Spannweite von bis zu 115 Zentimetern erreichen.
  • Die Männchen haben ein blaugraues Gefieder mit schwarzen Flügelspitzen und schwarzen Streifen auf den Flügeln. Sie wiegen ca. 280 Gramm. Das Gefieder der Weibchen ist auf der Oberseite dunkelbraun und weist einen leuchtend weißen Bürzel auf. Sie sind etwas schwerer als die männlichen Vögel.

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