Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG mit der Landesanstalt für Landwirtschaft

Nr. 42 / Dienstag, 28. September 2010

Tag der Agro-Biodiversität am 29.9.2010
Vielfalt schützen: Alte Nutztierrassen für Biotoppflege gut geeignet

Zukunfts-Potenzial alter Nutztierrassen: Genetische Vielfalt, Vielfalt von Flora und Fauna und hochwertige Produkte in Einem

Murnau-Werdenfelser Mutterkuh-Herde
Murnau-Werdenfelser Mutterkuh-Herde (Quelle: LfL)
(Augsburg) +++ "In alten Nutztierrassen steckt ein wertvolles Potenzial", betonen Jakob Opperer und Albert Göttle. Am europaweiten Tag der Agro-Biodiversität heben der Präsident der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und der Präsident des Landesamtes für Umwelt (LfU) besonders den vielfältigen Nutzen für die Biodiversität hervor: Zum einen bilden die Landrassen selbst einen genetischen Pool für gesunde, robuste Tiere, der in Zukunft für die Tierzüchtung wertvoll sein kann. Zum anderen können gerade die alten Nutztierrassen die Vielfalt der heimischen Flora und Fauna wirksam fördern: Denn wo Schafe oder Rinder weiden, wachsen weniger Büsche und wertvolle Biotope mit lichtliebenden Pflanzen bleiben erhalten.

Bei den Rindern sind alte Landrassen für die Biotoppflege besser geeignet, sie sind kleiner, leichter und trittsicher, so dass sie auf empfindlichen und steilen Flächen weniger Trittschäden verursachen. Als gute Futterverwerter kommen sie mit kargem Futter aus und sind sehr robust. So tolerieren Murnau-Werdenfelser Rinder mit ihren harten Hufen sogar sumpfigen Boden – unverzichtbar für die Moorbeweidung. Nicht zuletzt, so Opperer, bieten diese Rassen hochwertige Produkte, die gut vermarktet werden können. Die Präsidenten von LfU und LfL sehen daher die Chance, dass bei der Biotoppflege mit Landrassen Mensch und Natur gleichermaßen gewinnen: Einige Pilotprojekte mit Moorschnucken im bayerischen Donaumoos, dem Roten Höhenvieh im Oberpfälzer Wald, Murnau-Werdenfelser Rindern in der Pupplinger Au südlich von München und mit Schwäbisch-Hällischen Schweinen im Steigerwald zeigen das bereits. Göttle und Opperer sind sich einig: Vielfalt ist den höheren Einsatz wert. Außerdem haben wir eine ethische Verantwortung zur Erhaltung der natürlichen Vielfalt.

Die Erhaltungsprämien wurden für die bedrohten Rinderrassen 2007 deutlich aufgestockt und das Rassespektrum erweitert. Bei den Schafrassen sind die Erhaltung und Weiterentwicklung besonderer züchterischer Eigenschaften wie Langlebigkeit, Robustheit oder Fleischqualität sowie eine Stärkung der Vermarktung (regionale Produkte mit besonderen Qualitätsmerkmalen) wichtige Ziele.

Weitere Informationen
Der Europäische Tag der Agro-Biodiversität findet jeweils am 29. September statt. Er wurde von der S.A.V.E. Foundation ausgerufen, der europäischen Dachorganisation zur Förderung der "Agro-Biodiversität – ein entscheidender Teil der Biodiversität" als Jahresthema.
S.A.V.E. Foundation

Beispiele für Landschaftspflege mit gefärdeten Nutztierrassen in Bayern:
Murnau-Werdenfelser in den Isarauen
Rotvieh in der Oberpfalz
Schwäbisch-Haller Schweine im Steigerwald
Informationen über gefährdete Nutztierrassen und Erhaltung genetischer Ressourcen

Förderwegweiser

Bayerische Biodiversitätsstrategie

Geocache "Donaumoos heute: Extensive Weidenutzung"

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