PRESSEMITTEILUNG

Nr. 39 / Freitag, 17. September 2010

Europäische Woche der Mobilität 16. – 22.9.2010 Europäischer autofreier Tag: In die Stadt – ohne mein Auto am 22.9.2010
LfU-Präsident Göttle wirbt für bewussteren Umgang mit dem Auto

Göttle: "Gerade bei Kurzstrecken in Städten lassen sich leicht Alternativen zum Auto finden"

(Augsburg) +++ "Bei Kurzstrecken in Städten lassen sich leicht Alternativen zum Auto finden", warb heute Albert Göttle, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, für das Anliegen der Europäischen Woche der Mobilität. Denn laut Göttle lohnt es sich, gerade bei Kurzstrecken mit dem Umweltschutz anzufangen: Kalte Motoren verbrauchen besonders viel Treibstoff und stoßen überproportional viele Abgase aus. Wenn die einzelne Fahrt auch kaum ins Gewicht zu fallen scheint – die alltägliche Entscheidung für das Auto hat weitreichende Folgen: Jedes Auto fährt durchschnittlich 35 Kilometer am Tag. Die Bayern insgesamt fahren täglich fast 700mal eine Strecke, die der Entfernung zum Mond entspricht, die Deutschen schaffen es zusammen sogar fünfmal bis zur Sonne und zurück – mit weitreichenden Folgen für die Umwelt: CO2-Ausstoß und Klimaerwärmung, Luftschadstoffe, Feinstaub, Flächenversiegelung, Landschaftszerschneidung und Lärm – wer das Auto stehen lässt, erledigt also "sieben auf einen Streich". Göttle: "Effizienter lässt sich Umweltschutz kaum in den Alltag integrieren." +++

Die Fahrleistung des Personenverkehrs ist seit den 1990er Jahren in Deutschland um mehr als 15 Prozent, die des LKW-Verkehrs sogar um fast 60 Prozent gestiegen. Durch technische Maßnahmen konnten zwar die Motoren sehr effizient gemacht werden, diese Einsparungen wurden jedoch stets durch die weiter steigenden Fahrleistungen und die zunehmenden Gütertransporte kompensiert. Alltagsgewohnheiten der Verbraucher haben also einen maßgeblichen Einfluss auf die Umweltqualität. Dabei drehen die Autofahrer an vielen Rädchen: Immerhin 30 Prozent des Endenergieverbrauchs gehen aufs Konto des Verkehrs, der damit einen wesentlichen Beitrag zur Treibhausgasemission stellt. Feinstaub wird vor allem von Dieselmotoren ausgestoßen und gelangt durch den Abrieb von Reifen und durch Aufwirbelung von Straßenstaub in die Luft. Der Flächenverbrauch allein durch den Straßenbau liegt in Bayern bei täglich rund fünfeinhalb Hektar, zudem verstärkt die Möglichkeit des täglichen Pendelns den Hausbau fernab der Stadtzentren, was durch großzügigere Bauweise wiederum den gesamten Flächenverbrauch steigert. Autobahnen und Straßen zerschneiden die Landschaft und damit die Lebensräume für so unterschiedliche Arten wie den Rothirsch und Amphibien. Zudem bringen Straßen den Lärm auch in Erholungsräume. Deutschlandweit klagt mehr als die Hälfte der Bevölkerung über Straßenverkehrslärm. LfU-Präsident Göttle forderte deshalb die Kommunen auf, die Verflüssigung des Verkehrs voranzubringen und damit die Lärmbelastung und den Schadstoffausstoß zu verringern. Für die Hauptverkehrsstraßen hat das LfU Lärminventur gemacht: www.umgebungslaerm.bayern.de.

Umweltfreundlich Autofahren – Geht das?

  • Alternativen suchen: Das Auto auch mal stehen lassen, laufen, radeln, Bus oder Bahn nehmen – auch in der Freizeit. Wer nicht auf das Auto verzichten kann, kann zumindest Fahrgemeinschaften bilden.
  • Sparsam und lärmarm fahren: Langsamer fahren, dabei zügig beschleunigen und früh hoch schalten. Vorausschauend fahren ohne häufige Beschleunigungs- und Abbremsmanöver. Geräuscharme Leichtlaufreifen mit angepasstem Reifendruck verwenden. Motor nicht unnötig laufen lassen, z. B. nicht im Stand warmlaufen lassen. Dachträger, Anbauten und Lasten nicht unnötig spazieren fahren. Bis zu 20 Prozent Verbrauchsreduktion sind möglich. Trainingskurse bietet zum Beispiel der ADAC an.

Weitere Informationen:
Den eigenen Lebensstil auf Klimaschutz überprüfen: Der CO2-Rechner
www.lfu.bayern.de/luft/fachinformationen/co2_rechner/index.htm.
Auto(mobil) und Umweltschutz. Technik und Fahrverhalten – an welchen Rädchen dreht der Fahrer?
www.lfu.bayern.de/umweltwissen/doc/uw_btb_1_automobil_umweltschutz_technik_fahrverhalten.pdf
Umweltdaten zum motorisierten Straßenverkehr:
www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2258

Downloads

PDF-Datei zur Pressemitteilung