Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG mit der Stadt Fürth

Nr. 27 / Mittwoch, 07. Juli 2010

Naturschutz
Zweite Natur-Inventur für die Stadt Fürth

Bayerisches Landesamt für Umwelt und die Stadt Fürth bitten private Grundstücksbesitzer um Unterstützung bei der Stadtbiotopkartierung

(Augsburg / Fürth) +++ Fürth hat viele schützenswerte Lebensräume und ist auch Heimat für viele Tiere. Dies soll nun erneut untersucht werden: Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und der Stadt Fürth haben Fachleute mit der sogenannten Biotopkartierung begonnen. Dabei werden zum zweiten Mal schützenswerte Lebensräume im Stadtgebiet erfasst. In den kommenden Monaten werden auch die Arbeiten zu bestimmten Tierartengruppen anlaufen. Auf diese Weise soll das Bild über Arten und Lebensräume in Fürth auf den neuesten Stand gebracht werden, denn die erste Kartierung ist bereits 20 Jahre her. LfU-Präsident Albert Göttle und der Fürther Umweltreferent Christoph Maier wenden sich daher an die Grundstücksbesitzer mit der Bitte, die Kartierer bei ihrer Arbeit zu unterstützen und ihnen Zutritt zu den Grundstücken zu gewähren. Die Geländearbeiten werden von einem Team aus Fachleuten aus Nürnberg durchgeführt und bis Sommer 2012 abgeschlossen. Die ersten Ergebnisse aus der Biotopkartierung stehen voraussichtlich im Sommer 2012 zur Verfügung. Rund 26.000 Euro wird allein die Biotopkartierung in Fürth kosten, rund 60 Prozent davon trägt das LfU, die übrigen 40 Prozent werden von der Stadt aufgebracht. +++

Fakten-Kasten Stadtbiotopkartierung

  • Die erste Stadtbiotopkartierung der Stadt Fürth liegt ca. 20 Jahre zurück. Damals wurden 167 Biotope mit einer Fläche von rund 280 ha erfasst. Das entspricht einem Biotopanteil von ca. 4,5 Prozent.
  • Die Stadtbiotopkartierung liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen mit ihren Tier- und Pflanzenarten. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf den neuesten Stand zu bringen. Das LfU koordiniert die Arbeiten und stellt die Ergebnisse den Gemeinden und der Öffentlichkeit zur Verfügung.
  • Im ersten Schritt werden die Biotope im Maßstab 1:5.000 kartiert. Dabei erfassen und beschreiben speziell ausgebildete Kartierer die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen. In den kreisfreien Städten werden auch typische städtische Biotoptypen wie Parks oder Einzelbäume kartiert, die bei der Flachlandbiotopkartierung keine bedeutende Rolle spielen. Seit 2006 werden zusätzlich die Lebensraumtypen des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 erfasst.
  • Der zweite Schritt ist die Artenschutzkartierung. Dabei werden gefährdete Tiergruppen wie Fledermäuse, Amphibien, Reptilien, Libellen, Heuschrecken, Tagfalter, Bienen und Wespen erfasst, um die aktuelle Verbreitung und Bestandssituation zu ermitteln. Die Ergebnisse werden in der landesweiten Datenbank der Artenschutzkartierung zentral gespeichert.
  • Die Ergebnisse der Stadtbiotopkartierung sind wichtige Grundlagen zum Beispiel für die Erarbeitung von Grünordnungsplänen. Auch Planungsbüros und wissenschaftliche Einrichtungen nutzen die Ergebnisse der Kartierung. Zudem werden auf Basis der neuen Daten die Bände der Arten- und Biotopschutzprogramme aktualisiert.

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