Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft

Nr. 13 / Freitag, 14. Mai 2010

Wildtiermanagement
Landesamt: Wolf in Bayern vermutet – Freistaat mit Managementplan gut vorbereitet

(Augsburg / Freising) +++ Gerissene Schafe deuten darauf hin, dass sich ein Wolf in Bayern aufhält. Dies bestätigten das Landesamt für Umwelt (LfU) und die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) heute anlässlich des Fundes von vier gerissenen Tieren bei Bayrischzell. Experten vor Ort haben Speichelproben für eine genetische Untersuchung entnommen. Die Ergebnisse werden frühestens Mitte Juni erwartet und sollen endgültige Bestätigung bringen. LfU-Präsident Albert Göttle: "Die Wolfspopulationen in Europa wachsen. Einzelne Wölfe können auf ihren Wanderungen durch Bayern ziehen." Junge Wölfe trennen sich von ihrem Rudel und legen auf der Suche nach einem Lebensraum lange Strecken zurück, oft mehrere hundert Kilometer. Mittlerweile gibt es neben Italien und der Schweiz auch in acht deutschen Bundesländern wieder Wölfe. Um die Jahreswende war ein Wolf in Bayern nachgewiesen worden. Ein Abgleich der genetischen Analysen mit der alpenweiten Datenbank hatte ergeben, dass es sich um einen Rüden aus den Südalpen handelt. Dieses Tier könnte sich noch in Bayern aufhalten. Der Wolf ist von Natur aus ein scheues Tier und meidet den Menschen. "Mit dem Managementplan Wölfe in Bayern und dem Ausgleichsfond für Schäden sind wir vorbereitet", erklärte Göttle. +++

Den Managementplan für Wölfe in Bayern haben die Behörden und alle maßgeblichen Interessengruppen und Verbände bereits 2007 zusammen erarbeitet. In der "Arbeitsgruppe Wildtiermanagement/Große Beutegreifer" sind unter anderem die Jagdverbände, der Bauernverband, die Schafhalter und die Naturschutzverbände vertreten. Das LfU koordiniert das Monitoring zum Wolfvorkommen und wertet die Ergebnisse aus. Ein LfU-Fachmann ist zugleich der zentrale Ansprechpartner bei der Bewertung von Nutz- und Wildtierrissen. Verursachen durchwandernde Einzeltiere einen Schaden bei Nutztieren, wird jeder Einzelfall geprüft und eine Ausgleichszahlung geleistet. Die Mittel dafür stellen eine Trägergemeinschaft bestehend aus Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und Wildland Stiftung sowie der Freistaat bereit. "Eine gemeinsame Informationsbroschüre zeigt auch auf, an wen sich Nutztierhalter im Schadensfall wenden und wie sie ihre Herden vorbeugend schützen können. LfL und LfU arbeiten bei diesem Thema gemeinsam an Möglichkeiten der Umsetzung", sagte Jakob Opperer, Präsident der LfL.

Im südlichen Alpenraum haben sich in den vergangenen Jahrzehnten die italienischen Wölfe ausgebreitet. In der Schweiz wurden im letzten Jahr mindestens 14 Wölfe nachgewiesen. Sechs Rudel leben in der sächsischen Oberlausitz und in Südbrandenburg.

Weitere Informationen:
Managementplan Wölfe zum download:
http://www.bestellen.bayern.de
Informationen für Nutztierhalter zum download:
http://www.lfl.bayern.de/publikationen/daten/informationen/p_37806.pdf

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