PRESSEMITTEILUNG

Nr. 08 / Mittwoch, 07. April 2010

Geophysik
Mit "Röntgenbrille" durchs Ries – Neue Messkampagne macht im Boden verborgene Kraterstrukturen sichtbar

Vizepräsident Fackler: "Die im Boden verborgenen Kratertrümmer zu kennen, ist wichtig für Grundwasserschutz und Baumaßnahmen"

(Augsburg) +++ Die geophysikalische und seismische Messkampagne im Ries hilft mit, Baumaßnahmen und Grundwasserschutz nachhaltiger umzusetzen. Dies erklärte Dr. Richard Fackler, Vizepräsident des Landesamtes für Umwelt (LfU), heute in Augsburg zum Start der Messkampagne am südlichen Rieskraterrand: "Unsere Geophysiker schauen quasi mit einer "Röntgenbrille" in den Untergrund. So lassen sich im Boden verborgene Gesteinsrisse, Klüfte und Verwerfungen ebenso erkennen wie zertrümmerte Gesteine, die durch den Meteoriteneinschlag im Nördlinger Ries bis ins Donautal geworfen wurden". Haus- und Straßenbauer sind auf diese Informationen als wichtige Planungsgrundlage angewiesen. Auch über tiefer liegende Grundwasservorkommen, deren Schutz, Volumen und Förderung können zuverlässige Aussagen getroffen werden. Fackler: "Das Nördlinger Ries zählt zu den am besten erhaltenen großen Meteoritenkratern der Erde. Die genaue Erfassung des geologischen Aufbaus dient nicht nur der wissenschaftlichen Erforschung von Meteoriteneinschlägen; sie hilft den Menschen in den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries ganz konkret." +++

Die Geophysiker am Landesamt für Umwelt durchleuchten mit "Geoelektrik" und "Refraktionsseismik" den Untergrund. Dabei machen sie sich die unterschiedliche Dichte und Wassergehalte der Gesteine zunutze: Diese reagieren auf die elektrische und mechanische Stimulanz verschieden und senden entsprechende Impulse an die Detektoren und Geländecomputer zurück. So gelingt es, auf einer Länge von einem Kilometer bis in eine Tiefe von 100 Metern die verborgenen Erdschichten sichtbar zu machen. Fackler: "Die Kampagne dauert eine Woche. Über ein Kilometer Kabel und 100 Detektoren werden entlang gerader Linien im Gelände ausgelegt. Mit den Ergebnissen gelingt es, den steinernen Aufbau des Rieskraters und seiner Umgebung dreidimensional zu erfassen."

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