Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV)

Nr. 04 / Freitag, 26. Februar 2010

Naturschutz
Wiesenbrüter brauchen Landwirte als Partner

Fachtagung am Altmühlsee zieht Bilanz zu 30 Jahren Wiesenbrüterschutz in Bayern

(Augsburg / Muhr am See) +++ Wiesenbrüter zählen zu den besonders bedrohten Vogelarten: sechs der acht wichtigen Arten stehen auf der der Roten Liste und sind sogar vom Aussterben bedroht. Darunter befindet sich auch der Große Brachvogel Es gibt aber auch positive Entwicklungen: Wo nasse Wiesen in den offenen Grünlandflächen nicht entwässert werden, wo eine intensive fachkundige Betreuung in den Gebieten gewährleistet ist, können sich die Bestände der einzelnen Wiesenbrüterarten auch wieder erholen. "Wiesenbrüterlebensräume sind Agrarökosysteme- wir brauchen deshalb die Landwirte als Partner beim Wiesenbrüterschutz", sagte Andreas Otto, Abteilungsleiter Naturschutz des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), heute bei einer Fachtagung am Altmühlsee. So zeigt zum Beispiel im Königsauer Moos im unteren Isartal (Landkreis Dingolfing-Landau) der Bestand des besonders störungsempfindlichen Großen Brachvogels sogar positive Tendenz: zuletzt brüteten dort wieder 46 Paare. Vor allem die Biotopflächen und die Flächen des Vertragsnaturschutzes der Niedermoorgebiete und der Talauen sind wichtige Lebensräume, die gezielt gefördert werden. Rund viereinhalb Millionen Euro inves-tiert der Freistaat jährlich für den Schutz der Wiesenbrüter und schließt mit den Landwirten "Wiesenbrüterverträge" ab. "Rund 200 ehrenamtliche Vogelschützer engagieren sich in Bayern beim Wiesenbrüterschutz", sagte Andreas von Lindeiner, Artenschutzreferent des LBV. Im sechsjährigen Turnus werden die Bestände der Wiesenbrüter seit 1980 landesweit kartiert. Das Landesamt koordiniert die Kartierungen. +++

An der Fachveranstaltung in Muhr am See nahmen am Samstag rund 100 Fachleu-te aus ganz Deutschland und dem Ausland teil. Anlass der Tagung war auch, nach 30 Jahren Wiesenbrüterschutz in Bayern Bilanz zu ziehen und Wege aufzuzeigen, wie man künftig weiterarbeiten will. Hierzu wird derzeit eingens an einer „Wiesenbrüter-Agenda“ gearbeitet, in die Erfahrungen aus erfolgreichen Umsetzungsprojekten in Bayern, aber auch aus Deutschland und dem europäischen Ausland einfließen sollen. Die Tagung wurde vom LBV, dem LfU und dem Osnabrücker Fachbüro Bioconsult gemeinsam ausgerichtet.

Weitere Informationen:
http://www.lfu.bayern.de/

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