PRESSEMITTEILUNG

Nr. 02 / Mittwoch, 03. Februar 2010

Abfallwirtschaft
Bioabfall-Verwertung optimieren

Neue Studie berechnet Ökoeffizienz verschiedener Verfahren der Bioabfall-Verwertung

(Augsburg) +++ "Bioabfall ist ein wertvoller Rohstoff" betonte heute Albert Göttle, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU). Das ist das Ergebnis einer neuen Studie zur ökoeffizienten Verwertung von Bioabfällen, die auf einer Fachtagung in Augsburg vorgestellt wurde. Vor 120 Teilnehmern aus Kommunen und Entsorgungsunternehmen unterstrich Göttle besonders die Optimierungspotenziale bei der Bioabfall-Behandlung: "Gerade bei der Vergärung gibt es viel zu beachten. Wir setzen uns daher weiter für eine umweltfreundliche Technik und gekonnte Prozessführung ein". An erster Stelle stehen dabei für den LfU-Präsidenten die Abdeckung der Gärrestlager und die Abwärmenutzung, die besonders viel für Klimaschutz und Energieeffizienz bringen. Auch die Einhausung von Kompostmieten könne die Umwelt entlasten. "Welches Verfahren die Entscheidungsträger in den Kommunen wählen, hängt stark von den Bedingungen vor Ort ab", ergänzte Wolfgang Rommel, Geschäftsführer des bifa Umweltinstituts: "Unsere Studie zeigt die Einflussfaktoren. Sie schätzt auch die Kosten ab und bietet damit eine solide Grundlage für eine gute Entscheidung." Denn laut den Abfall-Experten bringen alle untersuchten Verfahren Umweltvorteile, aber kein Verfahren schneidet immer am besten ab. +++

Die neue Studie nimmt Umweltwirkungen und Kosten der Kompostierung von Bioabfall, der Vergärung zu Biogas und der Mitverbrennung mit dem Hausmüll detailliert unter die Lupe. Eine spezielle Analyse zeigt zudem den Einfluss verschiedener Verfahrensvarianten. Göttle: "In dieser Bearbeitungstiefe ist die Bioabfall-Behandlung bislang noch nicht untersucht worden." Fachleute des bifa Umweltinstitutes hatten gemeinsam mit LfU-Experten und Spezialisten aus anderen Fachbehörden und Verbänden die Ökoeffizienz-Berechnung für Verfahren der Bioabfall-Verwertung entscheidend vorangetrieben: Nicht nur Treibhauseffekt, Versauerung, Nährstoffanreicherung, Ozonbildung, Humantoxizität und Ökotoxizität wurden in der Berechnung der Ökoeffizienz "auf den Punkt gebracht". Darüber hinaus wurde – erstmalig in dieser Studie – auch die Rückführung von organischer Substanz und Phosphat berücksichtigt. Rommel meint: "Auch methodisch haben wir in dieser Studie neue Wege beschritten und den üblichen Betrachtungsrahmen für Ökobilanzen wesentlich erweitert". Die Rückführung von organischer Substanz dient der Humusreproduktion und ist eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Phosphat ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, wobei die Reichweite der Vorkommen unter Fachleuten umstritten ist.

Weitere Informationen
Detaillierte Ausführungen und Ergebnisse finden Sie im bifa-Text Nr. 47 mit dem Titel "Ökoeffiziente Verwertung von Bioabfällen und Grüngut in Bayern", der am bifa Umweltinstitut zum Preis von 15,00 Euro + MwSt. erworben werden kann. Weitere Informationen unter www.bifa.de.

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