PRESSEMITTEILUNG

Nr. 01 / Freitag, 22. Januar 2010

Flächenmanagement
Gezielte Innenentwicklung stärkt Ortskerne und mindert Flächenverbrauch

Datenbank für Baulücken- und Brachflächenkataster ermöglicht auch kleinen Gemeinden die Erfassung des innerörtlichen Flächenpotenzials

(Augsburg / Regensburg) +++ Ausgestorbene Dorfkerne neben Baugebieten auf der grünen Wiese - soweit soll es in der Oberpfalz nicht kommen. Bislang führt aber nur etwa jede fünfte der bayerischen Gemeinden unter 50.000 Einwohnern ein Kataster über ihre Innenentwicklungspotentiale. Nun ist Abhilfe möglich: Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) präsentierte heute interessierten Bürgermeistern eine neu entwickelte Datenbank, mit der das innerörtliche Flächenpotenzial einfach erfasst werden kann. Ohne großen technischen Aufwand können nun selbst kleine Gemeinden ein Baulücken- und Brachflächenkataster anlegen und so das Flächenpotenzial einfach ermitteln, auswerten und aktivieren - eine wertvolle Hilfe für die Kommunen. Denn das innerörtliche Flächenpotenzial ist meist größer, als man auf den ersten Blick vermuten würde: Teilweise gut zehnmal größer als der Baulandbedarf in den nächsten 15 Jahren, so die Schätzungen der LfU-Experten. LfU-Präsident Albert Göttle forderte daher die Gemeinden auf: "Treiben Sie die Innenentwicklung voran. So bleiben die Ortskerne lebendig, die Infrastruktur wird gut ausgelastet und in der Landschaft werden weniger Flächen verbaut." Die neue Datenbank steht allen bayerischen Kommunen kostenlos zur Verfügung. Anwender und Fachleute des Landesamtes präsentieren die Datenbank in allen bayrischen Regierungsbezirken und zeigen den Bürgermeistern, was damit gemacht werden kann. +++

Dass Innenentwicklung nicht nur ideal klingt, sondern auch machbar ist, zeigt das Beispiel der Werntal-Gemeinden: In der "Interkommunalen Allianz Oberes Werntal" haben sich neun Gemeinden in den unterfränkischen Landkreisen Schweinfurt und Bad Kissingen zusammengeschlossen, um erstmals in Bayern ein gemeinsames Flächenmanagement praktisch zu erproben. Ziel war, dass auch kleinere Gemeinden von den Ergebnissen des Modellprojektes profitieren können. Daher wurden spezielle Arbeitshilfen erstellt, mit der die Innenentwicklung mit eigenen Mitteln voranzubringen ist: Eine Datenbank vereinfacht die Erfassung der Baulandpotenziale, mit vorgefertigten Musterschreiben können die Besitzer unbebauter Grundstücke angeschrieben werden und sogar eine behördlich abgestimmte Bedarfsberechnung wird angeboten. In den Werntal-Gemeinden zeigte zudem eine Briefbefragung der Grundstückseigentümer, dass genügend Flächen rasch mobilisierbar sind. Die Arbeiten wurden vom LfU angestoßen und fachlich begleitet. Die Maßnahme aus dem "Bündnis zum Flächensparen" wurde vom Bayerischen Umweltministerium, dem Landesamt für Umwelt (LfU) und der Obersten Baubehörde gemeinsam betreut und vom Umweltministerium finanziell gefördert.

Faktenkasten Flächenmanagement

  • Täglich werden im Regierungsbezirk Oberpfalz 1,7 Hektar verbraucht – soviel wie drei Fußballfelder. Umgerechnet bedeutet das: Pro Einwohner werden jährlich 23,5 Quadratmeter im Jahr verbraucht – damit liegt die Oberpfalz im Vergleich zu den anderen Regierungsbezirken im oberen Mittelfeld.
  • Die Bevölkerung der Oberpfalz wird in den nächsten Jahren abnehmen: Die ak-tuelle Bevölkerungsprognose für die Oberpfalz nennt einen Rückgang von rund drei Prozent bis 2028. Das entspricht einem Bevölkerungsrückgang von über 30.000 Einwohnern.

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