Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Rote Liste gefährdeter Pflanzen Bayerns

Rote Listen dokumentieren in erster Linie den Rückgang von Arten und lassen sich damit nicht per se als Naturschutzerfolge "verkaufen". Viel eher sind sie Alarmsignale, mit denen Arten auf ihre kritische Lage aufmerksam machen. Und eben deswegen sind sie nach wie vor unverzichtbare Instrumente des Naturschutzes, indem sie unter anderem

  • als Argumentations- und Entscheidungshilfen für umwelt- und raumrelevante Planungen herangezogen werden
  • den notwendigen Handlungsbedarf im Naturschutz aufzeigen (Grundlage für Arten- und Biotopschutzmaßnahmen sowie für Artenhilfsprogramme)
  • auf den Erfolg von Naturschutzmaßnahmen schließen lassen
  • künftige Forschungen anregen und
  • Behörden und der Öffentlichkeit als Informationsquelle über die Gefährdungssituation der Arten dienen.

Insbesondere letztgenanntes Ziel wollen diese Seiten verfolgen.

Bocksriemenzunge, Hymantoglossum hircinum, Rote Liste 2 in Bayern Bild vergrößern Bocksriemenzunge, Himantoglossum hircinum, Rote Liste 2 in Bayern; Foto: Andreas Laudensack

Nach der nun schon mehr als 15 Jahre zurückliegenden Veröffentlichung der 2. Auflage der Roten Liste gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen Bayerns schien es geboten, sie einer gründlichen Revision und Neubewertung zu unterziehen.

Mit dieser Veröffentlichung kommt das Landesamt für Umwelt einem dringenden Wunsch zahlreicher Botaniker und Naturschützer nach: Wir haben nicht nur die Einstufung für ganz Bayern überarbeitet, sondern auch erstmals eine Gefährdungsanalyse für insgesamt acht Wuchsregionen vorgenommen. Damit wird die Rote Liste noch wirkungsvoller als Beurteilungsgrundlage und Entscheidungshilfe für den Schutz von Gebieten, bei Eingriffen sowie bei Biotoppflege- und -entwicklungsmaßnahmen.
Als weitere Neuerung legen wir erstmals eine regionalisierte Florenliste vor, eine nach neuesten taxonomischen Kenntnissen erhobene Zusammenstellung der bayerischen Flora. Damit wird der Forderung der Naturschutzgesetze nach Klärung des Status der einheimischen Pflanzensippen Rechnung getragen.

Weiters werden auch neben den angestammten und alteingebürgerten Arten Neophyten in einer eigenen Liste bewertet. Damit wollen wir Anstoß geben, diesen Neubürgern verstärkt wissenschaftliche und naturschutzfachliche Aufmerksamkeit zu widmen. Neuankömmlinge von heute sind oftmals schon bald die Eingesessenen von morgen.
Wichtige Anmerkung: Diese Listen können und sollen nicht die "Rote Liste gefährdeter Gefäßpflanzen Bayerns mit regionalisierter Florenliste" ersetzen, die als Heft 165 der Schriftenreihe des LfU erschienen ist. Sie enthält neben wesentlich ausführlicheren Texten, weiteren Listen und zahlreichen Abbildungen auch eine Gesamtliste aller in Bayern vorkommenden Gefäßpflanzen mit zahlreichen Anmerkungen und Fußnoten.

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